Wellingen

Wellingen ist nach Büdingen der kleinste der sechzehn Merziger Stadtteile. Und doch ist der Ort bei Touristen immer präsent. Bereits am Ortseingang von Wellingen weist ein Schild "Internationales Bildhauersymposion" auf die Höhe, denn dort stehen auf dem alten Grenzweg zwischen Büdingen – Wellingen – Launstroff die "Steine an der Grenze", eine der meist besuchten Touristen-Attraktionen der Region.

Und manche Touristen bleiben gleich ganz in Wellingen, mieten eine komfortable Ferienwohnung, und radeln oder wandern durch das Dreiländereck Deutschland, Frankreich, Luxemburg.

Wer heute über den Merziger Gau streift, der käme sicherlich nicht auf die Idee, dass hier einst dichter Wald anzutreffen war. Und doch lässt der Ortsname Wellingens darauf schließen, denn die ältesten überlieferten Formen des Ortsnamens wie "Waltinge" oder Waeldinga (1095) deuten darauf hin. Beides stammt wohl von "weald", was soviel wie Wald bedeutet.

Reste einer römischen Siedlung im "Bruchfeld" lassen allerdings den Schluss zu, dass der Siedlungsplatz Wellingen wesentlich älter sein dürfte.
Im Jahre 1211 taucht dann erstmals ein Ludwig von Wellinge als Zeuge einer Wadgasser Urkunde auf.

Der Ortsname in seiner heutigen Form wird dann erstmals 1519 in einer Untertanenliste des deutschen Oberamtes im Herzogtum Lothringen genannt. Vermeldet werden 5 Einwohner, wovon einer abwesend war.

Immer eine gute Informations-Quelle, das "Finanzamt." Und so verzeichnet die Reichssteuerliste des Jahres 1566 insgesamt 9 Haushalte in Wellingen.

Das dunkle Kapitel der Hexenprozesse lässt sich dann leider auch in Wellingen fortschreiben: So wird des Meiers Kathrin aus Wellingen 1588 in Merzig das Opfer eines Hexenprozesses. Unter den Zeugen ebenfalls ein Wellinger, der Theiß Hofmann – grausiger Beweis, dass auch hier die Denunziation blühte.

Zu Beginn des Dreißigjährigen Krieges sind 8 Haushaltungen mit 4 Steuerpflichtigen für Wellingen registriert. Wenige Jahre später ist 1635 Wellingen dann total verödet.
Wie in allen Nachbargemeinden sichtbar, war der Dreißigjährige Krieg eine Geißel, die auch unsere Region furchtbar mitnahm. Es sollte Jahrzehnte, mancherorts ein Jahrhundert dauern, bis sich die Bevölkerung wieder stabilisierte.

In Wellingen unternahmen im Jahre 1664 zwei Mettlacher Hofleute, 3 Bauern, 1 Witwe, 1 Bettler und 1 Hirt einen neuen Anlauf, den Ort aufzubauen. Hinzu kommen in den Folgejahren vereinzelte Vertriebene aus dem Herzogtum Mailand bzw. – nach anderen Berichten – aus Tirol.
Um 1700 tauchen mit Olvet, Urbanus und Romanus weitere neue Namen in der Dorfchronik auf.
Im Jahre 1722 beginnt man dann mit dem Bau einer Kapelle. Umfangreiche Informationen zur Alten Kapelle sowie zum Stadtteil Wellingen erhalten Sie über die vom Förderverein Alte Wellinger Kapelle e.V. eingerichtete Internetseite.

Zuvor wurde bereits ein neues Zehnthaus der Alten Abtei Mettlach errichtet, das bis heute in der Lilienstraße 24 erhalten ist und unter Denkmalschutz steht.

Es geht nun langsam aufwärts und 1750 werden immerhin 19 Haushaltungen in Wellingen gezählt.
Bei der Teilung des Kondominiums Saargau fällt Wellingen 1778 zusammen mit dem benachbarten Weiler an das französische Lothringen. Als man 1811 mit Weiler und der Mairie Büdingen vereinigt wird, zählt der Ort bereits mehr als 200 Einwohner.
1816 ist man dann preußísch. Wellingen gehört damit zur Bürgermeisterei Hilbringen im Kreise Merzig.
In den Folgejahren entwickelt sich nun ein recht bescheidener Wohlstand, der die Einwohnerzahlen von 200 auf 249 klettern lässt, weshalb man 1839 erstmals ein eigenes Schulhaus errichtet. Und im Jahre 1861 durchbricht man in Wellingen erstmals die 300er Marke. Und diese 300 Wellinger leben in 190 Gebäuden, von denen immerhin 167 mit Ziegeln gedeckt sind. Zu dieser Zeit ganz und gar nicht die Regel.
Erst im Jahre 1908 erhält man eine Telegrafenhilfsstelle und eine öffentliche Fernsprechstelle. Zwischen den beiden Weltkriegen und bis zur Gebietsreform 1974 pendelt die Einwohnerzahl zwischen 200 und 300 hin und her.
Aktuell sind es rund 330 Menschen, die in Wellingen leben. Rund siebzig von ihnen sind in den zwei Vereinen des Ortes, dem Obst- und Gartenbauverein sowie dem örtlichen Sportverein organisiert.

Samstag, 28.07.2018

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