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Frühere Synagogen im Merziger Stadtgebiet

In der Vergangenheit befanden sich im Merziger Stadtgebiet an mehreren Stellen Synagogen, die im Zeitverlauf zum Teil zerstört und zum Teil umgenutzt wurden. Heute erinnern Gedenksteine an die früheren Sakralbauten.

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Merziger Synagoge

Dieses schwarz-weiß Bild zeigt den Innenraum der Merziger Synagoge. Zu sehen sind zwei Fenster, ein Kronleuchter und der Podiumsbereich.

Innenraum der Merziger Synagoge (Quelle: Landesarchiv Saarland)

Die Synagogengemeinde für den Kreis Merzig wurde als erste im Bezirk im Jahre 1867 förmlich gegründet. Bereits ab dem Jahr 1838 hatte die Planung für die Synagoge begonnen, da die ansässigen jüdischen Bürgerinnen und Bürger eine schriftliche Übereinkunft trafen. Auf dem Grundstück an der Ecke der früheren Rehstraße und Neustraße wurde das Gotteshaus im Jahr 1842 fertiggestellt. Zur Zeit ihrer Errichtung war die Synagoge der einzige Sakralbau in Merzig neben der katholischen Kirche St. Peter.

Durch eine Mauer war das Synagogengelände von der Straße getrennt. Das Synagogengebäude war ein einfacher Saalbau, der mit Rundbogenfenstern versehen war. An einer der Giebelseiten war zusätzlich ein kleiner Okulus vorhanden. Der Maler Max Lazarus aus Trier übernahm die farbige Gestaltung des Raums und verlieh den Giebelfenstern in den Jahren 1921/1922 expressionistische Formen.

In der Reichspogromnacht am 09. November 1938 wurde die Merziger Synagoge in Brand gesteckt. Die Stadt Merzig setzte das Gebäude im Anschluss in Stand, bevor es durch einen Luftangriff im Jahr 1944 zerstört wurde.

Eine Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof erinnerte seit 1949 an die Synagoge. Am ehemaligen Synagogenstandort befindet sich seit 1961 eine Erinnerungstafel, die im Jahr 1976 erneuert wurde. Zu dieser Zeit wurde das dortige, unbebaute Gelände gärtnerisch umgestaltet.

In der Reichspogromnacht am 09. November 1938 wurde die Merziger Synagoge in Brand gesteckt. Die Stadt Merzig setzte das Gebäude im Anschluss in Stand, bevor es durch einen Luftangriff im Jahr 1944 zerstört wurde.

Eine Gedenktafel auf dem jüdischen Friedhof erinnerte seit 1949 an die Synagoge, an ihrem ehemaligen Standort befindet sich seit 1961 eine Erinnerungstafel. Seit 1976 befindet sich eine neue Gedenktafel am ehemaligen Standort der Synagoge. Zu dieser Zeit wurde das dortige unbebaute Gelände umgestaltet.

Der Gedenkstein der Merziger Synagoge wurde im Jahr 2005 instandgesetzt. Dabei wurde die Inschrift durch eine korrigierte Neufassung ergänzt und der Stein neu gewidmet.

Den neuen Straßennamen „Synagogenstraße“ erhielt die frühere Rehstraße im Jahr 1975.

Dieses schwarz-weiß Bild zeigt eine Außenseite der Merziger Synagoge. Zu sehen ist die Mauer um das Gebäude und mehrere Fenster.

Außenansicht der Merziger Synagoge (Quelle: Landesarchiv Saarland)

Das Bild zeigt die Rückseite des Gedenksteins für die Merziger Synagoge. Als Inschrift ist darauf folgendes zu lesen: Die Synagoge wurde in der Pogromnacht im November 1938 zerstört und die Ruine später abgerissen. Das Haus des Kantors fiel einem Bombenangriff im November 1944 zum Opfer. 30.3.2005.

Gedenkstein für die Merziger Synagoge

Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht

Auf dem Gelände der früheren Merziger Synagoge führt die Kreisstadt Merzig jährlich im November eine Gedenkveranstaltung zur Reichpogromnacht im Jahr 1938 durch. Durch Ansprachen und Kranzniederlegungen wird den Opfern und der Vergangenheit gedacht und gleichzeitig appelliert, sämtlichen Formen von Diskriminierung auch heute entgegenzuwirken.

Ein Video der Ansprache von Bürgermeister Marcus Hoffeld aus dem Jahr 2020 können Sie sich im Folgenden ansehen:

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Hilbringer Synagoge

In der Vergangenheit war auch in Hilbringen eine Synagoge vorhanden, die um das Jahr 1850 eingeweiht wurde. Ab 1868 zählte Hilbringen als Filialgemeinde im Synagogenbezirk Merzig. Da ab 1936 keine örtliche Glaubensgemeinschaft mehr bestand, wurde das zu diesem Zeitpunkt baufällige Gebäude an die Gemeinde Hilbringen verkauft. Dieses diente im Anschluss als Jugendheim und wurde nach dem Krieg umgebaut und als Wohnhaus genutzt.

Brotdorfer Synagoge

Ebenfalls stand früher in Brotdorf eine Synagoge, die im Dezember 1854 eingeweiht wurde. Sie wurde errichtet, da die von der lokalen Gemeinde zuvor genutzte Gebetsstube zu klein wurde. Ab dem Jahr 1868 war Brotdorf als Filialgemeinde dem Syngogenbezirk Merzig zugehörig.

In der Reichpogromnacht 1938 wurde die Inneneinrichtung der Brotdorfer Synagoge zerstört und das Gebäude an sich in Brand gesetzt. Die Überreste der Synagoge wurden 1939 von der Stadt gekauft, im Jahr 1944 wurden sie jedoch durch einen Bombeneinschlag zusätzlich beschädigt und nach dem Zweiten Weltkrieg abgerissen.

An der Ecke Hausbacherstraße/Helenenstraße erinnert heute ein Gedenkstein an die frühere Brotdorfer Synagoge.

Das Foto zeigt den oberen Teil des Gedenksteins für die Brotdorfer Synagoge und die Metalltafel darauf.

Als Quellen für den Inhalt dienten u.a.:

Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/Synagogue Memorial Jerusalem (Hrsg.), Synagogen. Rheinland-Pfalz, Saarland, Mainz 2005.
Wilhelm Laubenthal, Die Synagogengemeinden des Kreises Merzig. Merzig – Brotdorf – Hilbringen; 1648-1942, Saarbrücken 1984.
Aktion 3. Welt Saar e.V., Gegen das Vergessen. Orte des NS-Terrors und Widerstandes im Landkreis Merzig-Wadern, 3. überarbeitete Auflage, Losheim am See 2021.

 

Weiterführende Informationen:

Die historischen Aufnahmen der Merziger Synagoge sowie weitere Informationen zu den früheren Synagogen im Stadtgebiet finden Sie in der Broschüre „Gegen das Vergessen“, die Sie HIER herunterladen können.

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