Startseite    Tourismus & Kultur    Erinnerungskultur    Reb Mosche Merzig
.

Reb Mosche Merzig

Einer der bekanntesten jüdischen Bürgerinnen und Bürger Merzigs war Reb Mosche Merzig, mit bürgerlichem Namen Moses Isack Levy, auch genannt Rabbi Moses oder Rabbi Moise Merzig. Im 19. Jahrhundert wirkte er in der Stadt als jüdischer Gelehrter und Talmud-Lehrer.

Biografie

Moses Isack Levys Eltern kamen 1789 nach Merzig, er selbst wurde dort am 23. März 1804 in eine der wohlhabendsten jüdischen Familien der Stadt geboren. Im Alter von 16 und 17 Jahren studierte er in Mainz bei Hirtz Schijar, einem bekannten Rabbi und Vorsteher des jüdischen Gerichtshofs sowie der Talmudhochschule Mainz. Dort erweiterte Levy sein Wissen über die Lehre des Talmudes. Mit 20 Jahren heiratete er die Kaufmannstochter Maria Weil. Im Alter von 25 Jahren war er bereits selbst als jüdischer Gelehrter tätig, im Folgejahr wurde er zum Schulvorstand gewählt. Zudem setzte er sich vermutlich für den Bau der Synagoge in Merzig ein. Ab 1846 war er zudem Mitglied im Gemeinderat Merzigs.

Das Bild zeigt die Grabtafel von Reb Mosche Merzig. Darauf ist zu lesen: Moses Isack Levy genannt Reb Mosche Merzig zum seligen Andenken. Er starb am 25. Tischri 5622 (29. September 1861) im Alter von 57 Jahren und wurde hier begraben. Mit Ausnahme seiner Studienzeit in Mainz verbrachte er sein Leben in seiner Heimatstadt Merzig, wo er als jüdischer Gelehrter und Talmudlehrer in hohem Ansehen stand.

Tafel für Reb Mosche Merzig auf dem jüdischen Friedhof

Levy war der Gründer der Merziger Talmud-Schule und lehrte Schüler, die hierfür zu ihm kamen, in seinem Haus in Merzig. Er nahm eine Rolle vergleichbar zum Gemeindehaupt ein und fungierte als Rabbiner, Lehrer und Seelsorger in der jüdischen Gemeinde der Stadt. Erste Bezeichnungen Levys als Rabbi finden sich in Akten des Jahres 1855. Um diese Zeit war er als Talmudlehrer bereits in Frankreich und Deutschland bekannt.

Levy bildete sich ein Leben lang fort und besaß eine umfassende private Bibliothek. Ihm wird Bescheidenheit zugeschrieben.

Am 29. September 1861 verstarb Moses Isack Levy in Merzig. Seine Beisetzung fand auf dem örtlichen jüdischen Friedhof statt. Viele Schriften des Reb Mosche Merzig wurden mit ihm beerdigt, so wie er es in seinem Testament verfügt hatte. Bei seiner Beerdigung warf sein erster Sohn Isaack, der den Trauerzug anführte, die Schriften ins Grab. Levys Grabstein ist seit der Verwüstung des Friedhofes im Jahr 1938 nicht mehr zu finden, jedoch wurde eine Tafel für ihn auf dem Friedhof angebracht.

Gedenken und Erinnern an Moses Isack Levy

Gedenkorte in der Stadt

Im Park der Andersdenkenden befindet sich zu Ehren des Reb Mosche Merzig ein von Prof. Paul Schneider gestalteter Gedenkstein. In den Granitstein in Form einer Synagoge sind Levys Lebensdaten sowie auf hebräisch das Bibelzitat „Moses aber war ein bescheidener Mann“ eingraviert. Zudem ist darauf das Dreieckssymbol, das Zeichen vieler jüdischer Synagogen, zu erkennen. An der Oberseite weist der Stein als Hinweis auf die Klagemauer in Jerusalem neun Narben auf.

Die Mosche-Merzig-Straße am Merziger Gipsbergs erinnert seit 2004 ebenfalls an den Sohn der Stadt.

Im Jahr 2011, dem Jahr seines 150. Todestages, wurde in der Nähe von Levys Geburtshaus in der Wagnerstraße eine Gedenktafel für ihn angebracht.

Das Bild zeigt den Reb-Mosche-Stein im Park der Andersdenkenden.

Gedenkveranstaltungen in Merzig

Im Jahr 2011 fanden aus Anlass des 150. Todestags von Moses Isack Levy verschiedene Aktionen statt. Die Arbeitsgruppe jüdische Geschichte der Stadt Merzig veranstaltete gemeinsam mit der Synagogengemeinde Saar unter Beteiligung der Kreisstadt Merzig eine Gedenkandacht auf dem jüdischen Friedhof mit Gedenkfeier im Gustav-Regler-Zentrum.

Zum 200. Geburtstag des Talmud-Lehrers fand eine Matinée mit verschiedenen Musikdarbietungen und einer Laudatio im Gustav-Regler-Zentrum statt.

 

Als Quellen für den Inhalt dienten u.a.:

Alfred Diwersy/Hans Herkes (Hrsg.), Reb Mosche Merzig und die jüdische Geschichte der Stadt, Merzig 2012.
Wilhelm Laubenthal, Die Synagogengemeinden des Kreises Merzig. Merzig – Brotdorf – Hilbringen; 1648-1942, Saarbrücken 1984.

Das Bild zeigt die Gedenktafel für Reb Mosche in der Wagnerstraße.
Kontakt
Öffnungszeiten
facebook
Instagram