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Volkstrauertag 2020

Stilles Gedenken ohne Bürgerbeteiligung

 

Ohne die Öffentlichkeit wurde aufgrund der Corona-Vorschriften vergangenen Sonntag in Merzig an die Toten gedacht. Daher war der Volkstrauertag 2020 ein hauptsächlich stilles Gedenken, das vielerorts im kleinen Rahmen oder gar nicht durchgeführt wurde.

Das zentrale Gedenken an die Toten findet in Merzig jährlich auf dem Propsteifriedhof statt und konnte lediglich in kleiner Runde abgehalten werden. So nahm neben Bürgermeister Marcus Hoffeld, Lutwin Scheuer und Silvia Lauer vom Sozialverband VdK, die Chefin der 8. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 26, Major Janet Bohrmann, sowie der Kompaniefelwebel der 8. Kompanie, Oberstabsfeldwebel Sascha Ditz und Ortsvorsteher Alexander Boos am Gedenken anlässlich des Volkstrauertages teil. Begleitet wurde das Gedenken von der Freiwilligen Feuerwehr Merzig. Die musikalische Umrahmung übernahm Michael Friedrich auf der Trompete.

In Gedenken an die Opfer der Weltkriege hielt Bürgermeister Marcus Hoffeld einleitende Worte. Er gedachte der Opfer von Krieg und Terror und den vielen Menschen, die unnötig gestorben sind. Er gedachte den vielen Frauen, die auf ihre Männer warteten und machte deutlich, dass der Volkstrauertag uns ins Gedächtnis rufe, wofür die Menschen gestorben sind. Diese Zeit ist ein unvorstellbares Kapitel in unserer Geschichte und betonte, dass sich so etwas nie mehr wiederholen darf. Man müsse Nein sagen gegen Fremdenhass. So seien alle Menschen die in unserer Stadt leben ein Teil unserer Gesellschaft und unserer Stadt.

Im Anschluss daran sprach Bürgermeister Hoffeld das Totengedenken und legte den Kranz der Kreisstadt Merzig am Denkmal auf dem Propsteifriedhof nieder.

Weil aufgrund der Corona-Pandemie das Totengedenken in diesem Jahr ohne die Bevölkerung durchgeführt werden musste, hat sich die Kreisstadt Merzig dazu entschlossen, das Gedenken medial zu begleiten. Vor diesem Hintergrund kann ein Video zur Gedenkveranstaltung über die städtische Facebook-Seite oder die Internetseite www.merzig.de abgerufen werden.

 

Darüber hinaus ist im Folgenden die Rede des Bürgermeisters veröffentlicht:

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in diesem Jahr ist vieles anders als in den Jahren zuvor.

Unter anderem halten wir Abstand voneinander.

Auch wenn es paradox klingt, so bringt uns das Voneinander-Abstand-Halten einander näher, weil wir uns dadurch gegenseitig Respekt erweisen.

So halten wir auch am heutigen Volkstrauertag respektvoll Abstand voneinander – und doch stehen wir eng zusammen, um wie schon seit vielen Jahrzehnten gemeinsam zu gedenken.

Der Volkstrauertag erinnert uns an die gewaltsamen Brüche des 20. Jahrhunderts – aber auch an schreckliche terroristische Anschläge und an gewaltsamen Extremismus, auch in unserer Zeit.

Er erinnert an die Toten, die ihr Leben verloren haben.

Und er erinnert an die Trauernden, die zurückgeblieben sind mit ihrem Verlust.

Der Volkstrauertag ruft uns ins Gedächtnis, wofür Menschen gekämpft haben und gestorben sind:

Für nationale Werte, für eine Vormacht gegenüber ihren Nachbarstaaten in Europa, für territoriale Ausdehnung, für die Verteidigung von Kolonien, die Aufrechterhaltung von Reichen oder kaiserlichen Herrscherhäusern -und gegen Autonomiestreben in der Bevölkerung.

Auch wenn uns das heute in Deutschland fast fremd erscheint ist ein Teil unserer Geschichte.

Es ist nicht selbstverständlich, dass wir uns heute leiten lassen wollen von dem Gedanken der europäischen Verständigung, von der friedlichen Konfliktlösung.

Der Volkstrauertag übermittelt uns daher die Botschaft, dass wir den Einsatz für nationale Überlegenheit und Kriegsverbrechen nicht gutheißen dürfen.

Der Volkstrauertag übermittelt uns aber auch die Botschaft, dass wir hier in Deutschland, im Saarland, hier in Merzig, also weit weg von kriegerischen Auseinandersetzungen, friedlich zusammen leben sollen – und dass wir gegen jegliche Form von Extremismus eintreten müssen.

Denn alle Menschen, die auch in unserer Stadt friedlich leben, sind unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe, ihrer Religionszugehörigkeit Teil unserer Gesellschaft – ein Teil unserer Stadt.

So ist der heutige Volkstrauertag ein Gedenktag, der uns mahnt in unserer Stadt und in der Welt für ein friedliches Miteinander und für Menschlichkeit einzutreten.

Dass Menschlichkeit von vielen gelebt wird, erleben wir auch in den derzeitigen außergewöhnlichen Tagen.

Viele Menschen zeigen in dieser Pandemie Solidarität, Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe anderen gegenüber.

Wir beobachten weltweit, aber auch bei uns in Merzig, wie viele Menschen helfen.

Stellvertretend für alle möchte ich die Menschen erwähnen, die in den Krankenhäusern, in den Arztpraxen, in den Pflegeeinrichtungen oder aber in den ambulanten Pflegediensten aufopfernd für andere da sind – und ich möchte auch die Menschen nicht unerwähnt lassen, die unter anderem bei der Tafel oder im Bereich der Nachbarschaftshilfe anderen Menschen helfen.

Sie alle leben Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe vor.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

aus der Stunde des Totengedenkens wird auch eine Stunde der Völkergemeinschaft, die im Leid, aber auch in der Suche nach Frieden und Mitmenschlichkeit vereint ist.

Die Toten, derer wir heute gedenken, sind Verpflichtung zum Frieden.

Wir brauchen diese Mahnung, um nachzudenken und immer wieder neu zu suchen, was wir für Frieden, für Freiheit und für Menschlichkeit aktiv tun können.

Es bleibt das Hoffen und das aktiv dafür eintreten, keinen Krieg erleben zu müssen und dass die Menschenwürde eines jeden gewahrt wird, weil wir alle so sehr für das Leben und für ein friedliches Miteinander sind.

 

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