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Vergnüglicher Abend in Lothringer Mundart in der Stadtbibliothek

Am Donnerstag vergangener Woche war der Autor Jean Louis Kieffer in der Stadtbibliothek Merzig zu Gast. Er stellte verschiedene seiner Werke in Lothringer Mundart vor. Zunächst brachte er sein großes Publikum mit besinnlichen Texten aus seinem neuesten Buch „Óf der Zóng“, das bereits in der zweiten Auflage erschienen ist, zum Nachdenken.

Am Tag der Einschulung, ohne je ein französisches Wort auf den Lippen gehabt zu haben, instruierte ihn die Mutter: „Wenn der Lehrer dich nach deinen Namen fragt, sagst Du: je m’appelle Jean Louis…“

Seine große Verbundenheit zum Lothringer Dialekt regte ihn zu vielen Texten an, die davon berichten, wie zu seiner Kindheit „platt schwätze“ verpönt war und der Lehrer, aus dem Süden Frankreichs stammend, die Kinder unter Strafe zwang nur noch französisch zu sprechen.

Darunter litt sogar die Beziehung zu seinem besten Freund, was bis ins Erwachsenenalter einen Nachklang hatte.

In der heutigen Zeit ist längst klar, dass dies ein falscher Weg war und die Menschen aus Lothringen durch die „Zweisprachigkeit“ nur Vorteile erfahren hatten. Seine Muttersprache hat er jedoch nie aufgegeben und setzt sich seither für diese ein.

Kieffer wird 1986 Gründungsmitglied und Präsident des Vereins Gau un Griis, der sich grenzüberschreitend für die „Erhaltung und Förderung der fränkischen Sprache“ einsetzt und Bücher und Kalender sowie die Literaturzeitschrift „Paraple“ herausgibt. Parole: „Schwätze platt c’est chic!“ Der Verein hat durchgesetzt, dass das Fränkische offiziell als Regionalsprache anerkannt wurde.

Unter anderem gewinnt er 1992 den Mundartpreis des Saarländischen Rundfunks „Goldener Schnawwel“ sowie 1999 den Hans-Bernhard Schiff-Preis.

Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde es dann sehr lustig.

In seinem Gedicht zur „Heiligen Oranna“ bedauert er, dass diese sich mit einem kleinen Kapellchen oberhalb von Berus begnügen muss, während ihr Bruder, der „Heilige Wendelin“ gleich zum Namensgeber für einen Kreis, eine Stadt sowie eine Basilika wird. Ja sogar mit einem jährlichen Pilgerfest geehrt wird.

Besonders die Geschichten über die „zerstrittenen Dörfer Boulay und Bouzonville“, sowie mit „De Scheng un em Schenken em Schorschden“ trieb er den Zuhörern vor Lachen die Tränen in die Augen.

Ein hoch vergnügtes Publikum verließ am Ende der Veranstaltung den Saal, wenn auch hier und da ganz genau hingehört und manchmal Begrifflichkeiten erklärt werden mussten.

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 Autor Jean Louis Kieffer zu Gast  in der Stadtbibliothek Merzig
 Autor Jean Louis Kieffer zu Gast  in der Stadtbibliothek Merzig
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