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Tag des offenen Testfeldes gab Einblick in zukünftige Technologien

Erstmalig fand ein zweitägiger Mobilitätskongress in Merzig statt

Seit 2012 ist das „ITS Testfeld Merzig – ITeM“ in Merzig in Betrieb und bietet ideale Voraussetzungen, um unter realen Bedingungen intelligente Verkehrssysteme zu testen und zu erforschen. Um dieses Thema der breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, haben die Kreisstadt Merzig und die htw saar in der vergangenen Woche zwei Veranstaltungen durchgeführt, die einen Einblick in zukunftsweisende Technologien ermöglichten.

Unter dem Motto „Mobilität ohne Grenzen“ begann am vergangenen Donnertag ein zweitägiger Kongress, der in der Merziger Stadthalle durchgeführt wurde. Im Rahmen der Begrüßung hieß Moderatorin Isabel Sonnabend alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, unten denen sich unter anderem Dr. Torsten Geißler von der Bundesanstalt für Straßenwesen befand, in Merzig herzlich willkommen. Anschließend übergab die Moderatorin das Wort Prof. Dr. Horst Wieker von der htw saar, der mit seiner Forschungsgruppe Verkehrstelematik den Kongress organisiert und mit Leben gefüllt hat. Dabei stellte Prof. Dr. Wieker die wichtige Bedeutung des Testfeldes heraus und dankte der Kreisstadt Merzig für die bereits seit Jahren bestehende vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Bürgermeister Marcus Hoffeld sah dem Kongress gespannt entgegen, da erstmalig ein Kongress mit dem Thema Mobilität in Merzig durchgeführt wurde und der Bürgermeister in der Entwicklung intelligenter Verkehrssysteme ein erhebliches Zukunftspotential für Merzig sieht. Darüber hinaus sprach Hoffeld Prof. Dr. Wieker sowie seinem Forschungsteam für die Umsetzung des Kongresses den Dank und die Anerkennung der Kreisstadt Merzig aus.

Per Videobotschaft richtete sich auch der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesverkehrsministerium, Oliver Luksic, an die Kongressteilnehmerinnen und -teilnehmer. Für Luksic ist das Testfeld Deutschland-Luxemburg-Frankreich ein Reallabor für grenzüberschreitende Forschung und somit ein Leuchtturmprojekt des automatisierten und autonomen Fahrens.

Im Anschluss trug Prof. Gerd Riegelhuth einen Vortrag über die Verkehrsinfrastruktur und autonomes Fahren vor, auf den ein Vortrag über grenzüberschreitende autonome Mobilität von Prof. Dr. Raphael Frank folgte. Darüber hinaus referierte Dr. Stefanie Wolff über das Thema „Weniger Verkehr. Mehr Mobilität“. Abgerundet wurden die Vorträge von Franz Schober, der über die funktionale Sicherheit eine Rede hielt, und Peter Busch, der das Thema „SSI und DLT als Enabler für neue Mobilität“ erläuterte.

Nach den Vorträgen folgte eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion, bevor eine gemütliche Abendveranstaltung das Ende des ersten Kongresstages einläutete.

Nachdem der erste Tag theoretisch geprägt war, stand am zweiten Tag des Kongresses die live erlebbare Praxis im Fokus der Veranstaltung. So hatten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, im Rahmen einer Demofahrt einen eigenen Einblick in die Forschungsprojekte in Merzig zu erhalten. So bot die htw saar Testfahrten in Fahrzeugen, die mit zukünftiger Technik ausgerüstet waren, auf einem Rundkurs durch die Merziger Innenstadt an.

Mit dem Ende der Rundfahrten endete auch der Kongress „Mobilität ohne Grenzen“, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern tiefe Einblicke in die Welt des vernetzten Fahrens bot.

Am Samstag stand dann der Tag des offenen Testfeldes auf dem Programm. Dabei konnten von 10:00 bis 16:00 Uhr die Besucher auf dem Christian-Kretzschmar-Platz viele interessante Erfahrungen im Bereich des vernetzen und automatisierten Fahrens live erleben. Bei der Eröffnung konnte Bürgermeister Marcus Hoffeld zahlreiche Besucherinnen und Besucher willkommen heißen. Besonders begrüßte der Bürgermeister die neue saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die Landtagsabgeordneten Martina Holzner, Sebastian Schmitt und Frank Wagner, die Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, die Vizepräsidentin für Forschung, Wissens- und Technologietransfer der htw saar, Prof. Dr. Charis Förster sowie den Leiter der Forschungsgruppe Verkehrstelematik der htw saar, Prof. Dr. Horst Wieker. „Merzig ist eine innovative Stadt, die aktiv an zukünftigen Entwicklungen mitwirkt und damit einen bedeutenden wissenschaftlichen Beitrag leistet“, erklärte Hoffeld und freute sich, dass im Rahmen des Tages des offenen Testfeldes Projekte und Technologien für jedermann erlebbar gemacht werden. Diesbezüglich sprach der Bürgermeister allen Beteiligten seinen Dank aus.

Für Ministerpräsidentin Anke Rehlinger ist der Tag des offenen Testfeldes ein Zuversichtssignal, dass wir etwas Neues entwickeln können. „Ziel ist es, die Forschung und die Lehre so zu entwickeln, dass daraus neue Arbeitsplätze entstehen“, erklärte Rehlinger und freut sich, dass auf dem Testfeld in Merzig Forschungen unter realen Bedingungen ermöglicht werden.

Prof. Dr. Charis Förster stellte heraus, dass sich viele Projekte der htw saar durch Bürgernähe auszeichnen und dies auch beim Tag des offenen Testfeldes wieder der Fall sei. Diesen Worten schloss sich auch Prof. Dr. Horst Wieker an, der seinen besonderen Dank an die Bürgerinnen und Bürger der Stadt richtete, da seine Forschungsgruppe in Merzig eine hohe Akzeptanz erfährt und jederzeit unterstützt wird. „Wir denken über neue Mobilitätskonzepte nach und wollen einige neue Projekte in die Region bringen“, warf Prof. Dr. Wieker einen Blick in die Zukunft.

Als Höhepunkt der Veranstaltung hatten interessierte Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, an einer Demofahrt über die Teststrecke teilzunehmen, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Der erste Programmpunkt dieser Demorunden wurde auf dem Baltesparkplatz (gegenüber der Merziger Stadthalle) präsentiert, wo ein Fußgängersimulator aufgebaut war. Damit demonstrierten die Forscher ein Warnsystem, das Autofahrer auf Fußgänger aufmerksam macht, die beispielweise hinter einem parkenden Lastkraftwagen oder einer nicht einsehbaren Ecke hervorkommen. Darüber hinaus wurde eine V2X Authentifizierung auf dem Platz gezeigt, bei dem das Fahrzeug mit der weiteren Verkehrsinfrastruktur kommuniziert. Zudem bekamen die Fahrgäste einen Einblick in automatisiertes Fahren im Bereich der Fahrsicherheit und Sicherheit von Mitarbeitern in Baustellen zu sehen. Von dort ging die Rundfahrt über die Hilbringer Brücke, wo auf eine Geschwindigkeitswarnung aufmerksam gemacht wurde, weiter in Richtung Sport- und Freizeitpark, wo die Kommunikation mit einem landwirtschaftlich genutzten Traktor sowie einem Einsatzfahrzeug der Feuerwehr veranschaulicht wurde. Zurück Richtung Innenstadt und an der Kreuzung vorbei erfolgte die nächste Demonstration in der Schankstraße in Höhe des Landratsamtes. Dort bekamen die Fahrgäste einen Eindruck, dass die Kommunikation zwischen den Fahrzeugen frühzeitig auf Gefahrenstellen aufmerksam machen kann, wodurch Gefahrensituation für die Verkehrsteilnehmer deutlich entschärft werden können. Um eine Falschfahrererkennung zu simulieren, ohne den Verkehr zu gefährden, wurde die Einbahnstraße „Bahnhofstraße“ für die Testfahrzeuge virtuell umgekehrt. Richtig fahrende Fahrzeuge wurden vom System als „Falschfahrer“ erkannt. Ein Fahrzeug wurde dafür auf dem Parkplatz des Landratsamtes in die entgegengesetzte Richtung gestellt, damit die vorbeifahrenden Testfahrzeuge eine Gefahrenmeldung über einen Geisterfahrer erhielten. Ein weiterer Anwendungsfall zeigte in der Straße „Am Gaswerk“ die Simulation einer Baustellenwarnung. Als letztes wurde im Rahmen der Rundfahrt eine Fußgängerwarnung an einer unübersichtlichen Straßenkreuzung simuliert. In diesem Fall soll durch die Kommunikation die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer deutlich erhöht werden.

Darüber hinaus gab es aber auch auf dem Veranstaltungsgelände viel zu entdecken. So erhielten die Gäste auf dem Kretzschmarplatz weitere Einblicke in die Forschung sowie die Studiengänge der htw saar und hatten auch die Möglichkeit moderne Mobilitätsformen auszuprobieren. Zudem wurde für die Kinder ein Rahmenprogramm mit kreativem Malen und Lego Mindstorms angeboten.

Der Landesbetrieb für Straßenbau (LfS), der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) sowie die automotive.saarland waren ebenfalls vor Ort und informierten die Besucherinnen und Besucher über wissenswerte Dinge ihrer Arbeit. Aber auch aktiv konnte man sich am Tag des offenen Testfeldes beteiligen. So waren das Radsporthaus Boos, die E-motion e-Bike Welt Merzig sowie das Radwerk Saar ebenfalls vertreten und präsentierten Fahrräder mit alternativem bzw. elektrischem Antrieb, die auch getestet werden konnten. Abgerundet wurde der Tag des offenen Testfelds mit Fahrten auf sogenannten Segways, die von Segway Saar angeboten wurden. Dabei handelt es sich um ein Transportmittel für eine Person, das durch eine elektronische Antriebsregelung selbst die Balance hält. Für das leibliche Wohl war durch einen Foodtruck ebenfalls bestens gesorgt.

Bildergalerie

Das Foto zeigt Prof. Wieker beim Mobilitätskongress vor interessierten Zuschauern in der Stadthalle.
Das Foto zeigt Bürgermeister Marcus Hoffeld bei der Eröffnung des
Das Foto zeigt eine Simulation zum autonomen Fahren auf dem Baltesparkplatz.
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