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Städtebaulicher Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Gustav-Regler-Platzes beendet

Wie soll der Gustav-Regler-Platz in Zukunft aussehen? Wie soll der Seffersbach erlebbar werden? Wie soll der Stadtraum weiterentwickelt werden? Mehrere Wochen diskutierten Merzigs Bürgerinnen und Bürger intensiv darüber und formulierten in insgesamt drei Bürgerworkshops ihre Wünsche. Die Wünsche spannten einen weiten Borgen von mehr Begrünung auf dem Platz, Möglichkeiten für Kinderspiele, Zugang zum Seffersbach, weniger Verkehr im „Am Werthchen“ und einer langfristigen Belebung des Platzes und vieles mehr. Des Weiteren wurde festgehalten, dass auf dem Platz keine Wohnbebauung errichtet wird. All diese Wünsche wurden von Stadtplanerin Judith Nägeli, die die Workshops betreute, zusammengefasst und unverändert an die drei Planungsbüros übergeben, die an dem Ideenwettbewerb zur Umgestaltung des Gustav-Regler-Platzes und des Umfeldes teilnahmen. Diese mussten mit all ihrer Erfahrung und ihrem Wissen die Wünsche der Bürger Merzigs berücksichtigen und städtebauliche Skizzen entwerfen. Ende Februar stellten sie erste Ideenskizzen in einer Zwischenpräsentation vor, rund vier Wochen später am vergangenen Freitagabend endete mit der öffentlichen Präsentation der Entwürfe, dem Votum der anwesenden Bürger und der Wettbewerbsjury der Ideenwettbewerb offiziell.

Die Idee der Stadtplaner vom Büro M.E.S.S. Stadtplaner Kaiserslautern und Bochem_Schmidt Architekten, Merzig sieht vor, den gesamten Gustav-Regler-Platz um etwa 1,80 Meter abzusenken. Durch den unmittelbaren Zugang zum Seffersbach wird dieser erlebbar. Mittels Treppen- und Sitzstufen auf der kompletten Länge des Platzes könnten die Bürger von der verkehrsberuhigten  Promenade, die die Straße „Am Werthchen“ werden soll, auf den Platz kommen, für Einsatzfahrzeuge und den barrierefreien Zugang sollte eine Rampe entstehen. Mit Blick auf den Hochwasserschutz erinnerte Florian Groß vom Büro M.E.S.S. daran, dass sich das Wasser im Hochwasserfall durch die Absenkung auf der gesamten Fläche des Platzes stauen und nicht auf die erhöhte Promenade übertreten würde. In seiner Nutzung beließen die Stadtplaner den Platz neutral und gänzlich unbegrünt. Um die Hinterhofkulisse der angrenzenden privaten Grundstücke zu beseitigen, empfahlen sie eine Wohnbebauung, die mit Berücksichtigung des Hochwasserschutzes auf Sockeln stehen sollte. Die baulich zusammenhängenden, dreigeschossigen Stadthäuser würden giebelständig angeordnet werden und hätten spitz zulaufende Dächer. Im Erdgeschoss sind die Stellplätze angeordnet. Durch den Sockel würden die unteren Wohnungen über eine kleine Terrasse verfügen, die mit Hecken vom öffentlichen Verkehrsraum abgetrennt sind. In Richtung Poststraße verfügten sie über begrünte Balkone. Fußgänger, Fahrrad- und Autofahrer sollten die Straße „Am Werthchen“ gleichberechtigt als „shared-space“ (gemeinsamer Bereich) nutzen können.

Für eine klare Baulinie zwischen Platz und Straße sprach sich auch die Bürogemeinschaft arus Willy Latz Püttlingen und Dutt & Kist Saarbrücken aus. Hierfür schlugen sie ebenso eine Wohnbebauung vor. Zum Schutz vor Hochwasser empfahlen sie, den Platz vom Seffersbach hin zu den Gebäuden leicht ansteigen zu lassen. In den Erdgeschosszonen wäre Platz für bis zu 80 Stellplätze, darüber lägen auf drei Etagen Wohnungen. Mittels Baumtoren sollte die Straße „Am Werthchen“ als verkehrsberuhigter Bereich gekennzeichnet werden. Den Gustav-Regler-Platz teilten sie in drei Bereiche auf: Während rechts und links der Bach durch eine terrassierte Abtreppung erlebbar werden sollte, wäre in der Mitte Platz für Aktivitäten. Möglich wäre auch ein Lesecafé mit Bezug zum Namensgeber des Platzes. Zudem schlugen sie vor, auch das andere Ufer des Baches barrierefrei zu gestalten. Gleichwohl wollten sie in das Bachbett kleine Staustufen einbauen, die für eine beruhigende Geräuschkulisse sorgen und gleichzeitig die Fließgeschwindigkeit des Baches da drosseln, wo Kinder im Bachbett spielen könnten. Außerdem stellten sie das Konzept „Mobiles Grün“ vor, das aus größeren, transportablen Pflanzkübeln besteht.

Andrea Wandel vom Büro Wandel-Lorch aus Saarbrücken stellte am Freitagabend ebenfalls ihren Entwurf zur Gestaltung vor. Dabei sollte die linke Seite des Platzes weitestgehend unberührt und in seinem jetzigen Zustand belassen werden. Ihr Fokus lag auf dem Herzstück des Platzes, der Mitte, die wie ein baumbestandenes Oval geformt werden sollte. Weitere Bäume sollten zu einer weiteren Beschattung des Platzes beitragen. Gegenüber der Liebesinsel, die, wie von allen Teams betont, unzugänglich bleiben soll, schlug Andrea Wandel ebenfalls eine terrassierte Abtreppung zum Bach hin vor. Zudem wünschte sie sich eine Renaturierung eines Teilbereichs des Seffersbachs. Im Gegensatz zu den ersten beiden Entwürfen äußerte Wandel die Idee, einzelne Baukörper entlang der Brandschutzgassen zu errichten, deren Fassaden und Dächer begrünt werden könnten. Während im Erdgeschoss dieser Gebäude Raum für Stellplätze wäre, liegen darüber drei Etagen mit barrierefreien Wohnungen.

Alle drei Büros berücksichtigen den Erhalt der historischen, stadtbildprägenden Brandschutzgassen.

Nach der Vorstellung der Ideen konnten die Bürger ihr Votum abgeben und der Idee, die ihr am meisten zusagte, Punkte zuteilen. Zu bewerten waren die Kriterien für das Gestaltungs- und Nutzungskonzept des öffentlichen Freiraums, das städtebauliche und architektonische Konzept, die Gestaltung des fließenden Verkehrs sowie die Ökologie und der Hochwasserschutz. Alle Entwürfe fanden Zustimmung. In der Summe lag das Team M.E.S.S. mit Bochem_Schmidt bei Abschluss des Votums vorne.

Allerdings ist das Votum nicht bindend für die abschließende Entscheidung des Merziger Stadtrates zur Neugestaltung des Areals, ebenso wenig wie das Urteil der Wettbewerbsjury, die zwei zweite Preise und einen dritten Preis vergeben hat. Einen zweiten Preis erhalten jeweils das Team arus, Willy Latz und Dutt&Kist sowie das Büro Wandel Lorch. Den dritten Preis erhält der Entwurf des Teams M.E.S.S und Bochem_Schmidt Architekten. Alle drei Entwürfe folgen unterschiedlichen Ansätzen und bieten eine breite Palette an interessante Ideen, die in der Folge weiterentwickelt und vertieft werden können.

Die Wettbewerbsjury bestand aus zwei Gruppen: Zu den vier Fachpreisrichtern zählen der Vorsitzende der Jury, Gerd-Rainer Damm, ehemaliger Leiter der Landesplanung im Saar-Umweltministerium, der Merziger Architekt Kurt Kühnen als Vertreter der saarländischen Architektenkammer und Hilmar Naumann vom Umweltministerium. Zu den Sachpreisrichtern gehörten Bürgermeister Marcus Hoffeld sowie der Vorsitzende des Merziger Vereins für Handel und Gewerbe (VHG), Peter Schill und ein Vertreter der Grundstückseigentümer entlang des Seffersbachs. In beratender Funktion, aber ohne Stimmrecht, waren Hannah Spanier von der Bürgerinitiative Seffersbach Stadtmitte und die Arbeitsgruppe mit Vertretern aus dem Stadtrat in der Jury vertreten.

Zum Abschluss des Ideenwettbewerbs und Bürgervotums zog Bürgermeister Marcus Hoffeld ein positives Fazit: „Ich freue mich, dass so viele Bürgerinnen und Bürger in den vergangenen Monaten die Gelegenheit nutzten, um sich aktiv und konstruktiv in die Planungen einzubringen. In einem offenen und transparenten Verfahren konnten sich alle Interessierten mit ihren Ideen und Anregungen einbringen und somit Einfluss auf die Gestaltung des Gustav-Regler-Platzes nehmen.“ Hoffeld bedankte sich in diesem Zusammenhang ausdrücklich bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre demokratische Beteiligung zur Umgestaltung. Seinen besonderen Dank richtete er an die Bürgerinitiative Seffersbach Stadtmitte.

Nachdem die Bürgerinnen und Bürger ihr Votum und die Wettbewerbsjury ihr Urteil zu den drei Vorschlägen der Planungsbüros abgegeben haben, wird der Merziger Stadtrat am 11. April 2019 darüber beraten, wie bei der Gestaltung des Gustav-Regler-Platzes und des angrenzenden Umfeldes entlang des Seffersbachs weiter verfahren werden soll.

Die Entwürfe aller drei Planungsbüros sind ab 3. April 2019 im Foyer des Neuen Rathauses ausgestellt. Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, sich während der Öffnungszeiten der Stadtverwaltung Merzig über die Gestaltungsvorschläge zu informieren.

Bildergalerie

arus GmbH Willi Latz, Architektur und Stadtplanung; Dutt & Kist GmbH, Landschaftsarchitekten
arus GmbH Willi Latz, Architektur und Stadtplanung; Dutt & Kist GmbH, Landschaftsarchitekten
MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB; BSA Bochem.Schmidt Architekten PartGmbB
MESS Stadtplaner Amann & Groß PartGmbB; BSA Bochem.Schmidt Architekten PartGmbB
Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken/Frankfurt, Stefan Laport Landschaftsarchitekt
Wandel Lorch Architekten, Saarbrücken/Frankfurt, Stefan Laport Landschaftsarchitekt
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