Startseite    Rathaus & Bürgerservice    Pressemitteilungen    Seniorenbeirat der Kreisstadt Merzig informierte über Organspende

Seniorenbeirat der Kreisstadt Merzig informierte über Organspende

Eine ganz persönliche Entscheidung: Organspende ja oder nein?

Sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen und den eigenen Willen mitzuteilen macht Sinn und erspart Angehörigen im eigenen Todesfall eine schwere Entscheidung.

Zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Organspende hat der Seniorenbeirat der Kreisstadt Merzig am 10. März in das Merziger Vereinshaus im Rahmen der Veranstaltungsreihe Seniorenforum 60plus eingeladen. Sabine Strauch von der AG Altenhilfe und Raimund Braun, Vorsitzender des Seniorenbeirates, begrüßten die zahlreichen Besucherinnen und Besucher und freuten sich über das große Interesse der Bevölkerung.

Jedoch ist das Thema Organspende keine Frage des Alters, sondern hängt im Wesentlichen vom Gesundheitszustand der Organe ab. Was viele Bürgerinnen und Bürger nicht wissen: Organspende ist bis ins hohe Alter möglich, denn auch ältere Patientinnen und Patienten sind auf Spender/innen angewiesen.

In Deutschland erfolgen Organspenden seit 2012 auf der Basis der freiwilligen persönlichen Entscheidung. Erst kürzlich hat sich der Deutsche Bundestag mehrheitlich dafür ausgesprochen, die bestehende Regelung der ausdrücklichen Zustimmung beizubehalten. In Deutschland stehen rund 10.000 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan, jedoch nur knapp 10 % der Betroffenen konnten in den letzten Jahren eine Organtransplantation erhalten, da es nicht ausreichend viele Spender gab.

Bis zu sieben Organe können einem Menschen nach seinem Tod entnommen werden und somit bis zu neun Menschen – Organe wie Leber und Lunge können geteilt werden – das Leben retten! Hinzu kommen noch mögliche Gewebespenden.

In der Veranstaltung wurden wichtige Fakten benannt und persönliche Fragen höchst sensibel von der fachkompetenten Referentin Anne-Bärbel Blaes-Eise, Koordinatorin der Deutschen Stiftung für Organspende, beantwortet.

Eine Organspende kommt nur dann infrage, wenn die Spenderin/der Spender im Krankenhaus an einem Hirntod verstorben ist. Menschen, die zu Hause oder bei einem Unfall außerhalb eines Krankenhauses versterben, kommen für die Organentnahme in der Regel nicht infrage. Entscheidend ist, dass der Hirntod von zwei unabhängigen Ärzten festgestellt wird und das Herz noch schlägt. Bis zur Organentnahme muss dann das Herz-Kreislauf-System maschinell erhalten werden bis ein passender Organempfänger gefunden und die Transplantation vorbereitet ist. Dies kann einige wenige Stunden bis zu 2-3 Tagen dauern.

Die Koordinatorin der Deutschen Stiftung für Organspende schilderte den Ablauf des Verfahrens und die Betreuung in der Klinik vor und besonders nach der Organentnahme. Besonders wichtig, so Blaes-Eise, sei das Abschiednehmen sowohl vor als auch nach der Entnahme. Für Angehörige sei es wichtig zu sehen, dass der geliebte Mensch nach der Organspende nicht entstellt sei. Denn dieses Bild des Verstorbenen würden die Familien immer mit sich tragen. Darum sei es so wichtig, dass man sich nach der Organentnahme nochmals von dem geliebten Menschen verabschieden könne.

Desweiteren berichtete eine Angehörige sehr bewegend über den Umgang mit dem wichtigen Thema Organspende. Eine weitere Möglichkeit der Organspende ist die Lebendspende innerhalb einer Familie. Hier berichtete ein Elternpaar über ihre umfangreichen Erfahrungen im Umgang mit dem Thema; über die gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Tochter vor der Transplantation, über die eigenen Zweifel der Mutter, bevor sie der Tochter ihr Organ spendete, aber auch über den Weg zurück ins Leben nach der Transplantation. Das Thema hat die Familie so geprägt, dass das Ehepaar heute ehrenamtlich in Schulen und bei Veranstaltungen über die eigenen Erfahrungen informiert und aufklärt.

Wer Fragen zum Thema Organspende hat, kann sich an den Transplantationsbeauftragten des SHG-Klinikums MerzigDr. Daniel Ostertag, Tel. 705-1651, E-Mail: sekretariat.neurologie@mzg.shg-kliniken.de wenden oder das Infotelefon der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kostenfrei anrufen, Tel. 0800-90 40 400.

Das nächste Seniorenforum 60plus findet am 13. Oktober 2020 um 15 Uhr im Vereinshaus Merzig statt und befasst sich mit einem ebensolchen sensiblen Thema, der Bestattungsvorsorge.

Ansprechpartner des Seniorenbeirates: Raimund Braun, Vorsitzender, Tel. 1296, E-Mail: raimundbraun@web.de oder Sabine Strauch, Geschäftsführung Seniorenbeirat, c/o AG Altenhilfe Merzig, Friedrichstraße 1, Merzig, Tel. 78630, E-Mail: seniorenbuero-merzig@arcor.de

Bildergalerie

Informationsveranstaltung zum Thema Organspende des Seniorenbeirates der Kreisstadt Merzig
Logo Seniorenbeirat
Kontakt
Öffnungszeiten
facebook
Instagram