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Schlammmassenreduzierung im Blättelbornweiher hat begonnen

Der in Merzig gelegene Blättelbornweiher ist ein städtisches Naherholungsgebiet. Durch seinen gepflegten äußeren Zustand und die Nähe zum Tierpark Merzig gilt er als beliebtes Ausflugsziel für Familien. Jedoch hat sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte das ökologische Gleichgewicht im Gewässer verändert. Der Algenbefall und der Eintrag zu vieler Nährstoffe (z.B. durch verrottetes Laub) im Gewässer führten zur
Anhäufung von organischem Schlamm am Gewässergrund. Die Folgen sind sinkender Wasserspiegel, erhöhte Sauerstoffzehrung und eine steigende Schlammschicht mit einem zunehmenden Freisetzungspotenzial von Nährstoffen aus dem Sediment. So hat sich in den vergangenen Jahren eine Sedimentdecke zwischen einigen Zentimetern bis hin zu zwei Metern ergeben.
Mehrere Untersuchungen ergaben, dass insgesamt mit rund 4500 m³ Schlammmassen zu rechnen ist. Auch in Zukunft birgt ein zu hoher Nährstoffeintrag im Zusammenwirken mit dem Klimawandel die Gefahr, dass die Qualität des Blättelbornweihers sich weiterhin
verschlechtert. Um dieser Problematik entgegen zu wirken, wurde von Seite der Kreisstadt Merzig bereits ein Hochleistungsbelüfter eingebaut, der auch an langanhaltenden heißen Sommertagen genügend Sauerstoff in den Weiher pumpt und somit ein Umkippen des Weihers verhindert. Jedoch ist dies keine langfristige Lösung für den Blättelbornweiher. Eine Lösung besteht darin, den vorhandenen Schlamm bis
auf den Gewässergrund maschinell zu entfernen. Diese Verfahrensweise ist mit hohen Kosten und auch einem Risiko für die Lebewesen im Gewässer verbunden. Eine innovative Alternative
zur Schlammreduktion wurde in dem patentierten Produkt „SchlixX-Plus“ der Firma SÖLL aus Hof/Oberfranken (Tochterfirma von Oase GmbH) gefunden. Es besteht aus natürlichen Stoffen wie Sauerstoff und Kalzium sowie heimischen Wasser-Mikroorganismen. Zu Beginn der Maßnahme wird hierbei der Gewässerschlamm im Labor untersucht, um die Wirksamkeit der Mikroorganismen zu prognostizieren und die Dosierung zu ermitteln. Von einem Boot aus wird die Substanz in das Gewässer eingebracht. Dort werden die Nährstoffe wasserunlöslich gebunden, mit der Folge, dass die Schlammschicht schrittweise
abgebaut wird. Durchgeführt wurde die Maßnahme von der Firma INOPUR Hygienetechnologie und Dienstleistung mit Sitz in Frankfurt am Main. Die Arbeiten wurden am vergangenen Donnerstag
durchgeführt.
Die Gewässersanierung mit Mikroorganismen ist eine ökologisch schonende Methode, da es keine Auswirkungen auf den Fischbestand im Blättelbornweiher mit sich führt. Die im Gewässer lebenden Tiere können im Gegensatz zur Ausbaggerung in dem Gewässer bleiben.
Bereits in vielen Kommunen außerhalb des Saarlandes wurde die Gewässersanierung mit Mikroorganismen durchgeführt. Berichtet wurden hierbei stets positive Entwicklungen. Ende des Sommers erfolgt eine erste Auswertung des Ergebnisses. Die ersten Ergebnisse der Schlammreduktion durch Mikroorganismen werden nach dem Sommer 2020 von der Firma INOPUR ausgewertet.

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