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Reichspogromnacht – Gedenkveranstaltungen in Merzig und Brotdorf

Am 9. und 10.11.2021 fanden in der Kreisstadt Merzig Gedenkveranstaltungen zur Reichspogromnacht statt. So wurden an der Gedenktafel in der „Synagogenstraße“ in Merzig sowie an dem Gedenkstein an der Ecke „Hausbacher Straße“/“Helenenstraße“  in Brotdorf an die Ereignisse des 7. bis 13.11.1938 gedacht und somit ein Zeichen gegen Antisemitismus, Gewalt und Hass gesetzt.

In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10.11.1938 wurden in Deutschland und Österreich Synagogen niedergebrannt und die Geschäfte jüdischer Besitzer geplündert und zerstört, wobei sich bereits ab dem 7.11. die ersten Ausschreitungen ereigneten. Spätestens dadurch wurde deutlich, dass zur damaligen Zeit auch auf staatlicher Seite Rassismus und Antisemitismus beabsichtigt waren. Für Millionen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger begann mit dieser Nacht zudem ein grausamer Leidensweg, der für viele von ihnen im Konzentrationslager endete.

Auch die jüdische Gemeinde in Merzig war von diesem nationalsozialistischen Terror betroffen. In der Reichspogromnacht wurden die Synagoge und Häuser jüdischer Mitbürger geplündert und zerstört. Der jüdische Friedhof wurde verwüstet und jüdische Geschäfte in der Poststraße beschädigt. Ihre Eigentümer erfuhren Beschimpfungen und Misshandlungen. Ebenfalls war Merzig vom Völkermord an der jüdischen Gemeinde betroffen. Während Anfang der 1930er Jahre noch 200 Personen zur lokalen jüdischen Gemeinde zählten, war diese nach dem Kriegsende nicht mehr existent.

Mit den Veranstaltungen in Merzig und in Brotdorf rief die Kreisstadt Merzig zum Gedenken an diese furchtbaren Ereignisse auf und erinnerte daran, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf. Gleichzeitig sollen allen Bürgerinnen und Bürger sich für Menschenrechte und gegen Ausgrenzung und Hass einsetzen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der in Teilen wieder eine aus der Zeit des Nationalsozialismus bekannte Rhetorik verwendet wird und auch extremistische Gewalttaten zu beobachten sind, sollen sich alle ihrer Verantwortung bewusst sein und sich gegen jegliche Form der Diskriminierung und Hetze einsetzen. Auf diese Weise können alle gemeinsam zu einem friedlichen Umgang miteinander beitragen.

Während der Andacht an beiden Gedenkveranstaltungen dankte Bürgermeister Marcus Hoffeld allen Merziger Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften, die sich aktiv um Integration und ein friedvolles Miteinander in der Gesellschaft bemühen. Ebenfalls lobte er das große Engagement aus der Mitte der Bürgerschaft, welches das Verantwortungsbewusstsein der Beteiligten erkennen lässt.

Bei beiden Gedenkveranstaltungen richteten neben Bürgermeister Marcus Hoffeld auch Vertreter der Synagogengemeinde Saar, die Vorsitzende Ricarda Kunger und Kantor Benjamin Chait, das Wort an die die Anwesenden. In Merzig wurde das Gedenken zudem durch Wortbeiträge der Vereinigung „Omas gegen Rechts“ sowie von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Stefansberg und des Peter-Wust-Gymnasiums ergänzt. In Brotdorf erinnerte außerdem Pastor Klaus-Bernhard Stankowitz an die Ereignisse der Reichspogromnacht.

Bildergalerie

Das Bild zeigt Bürgermeister Marcus Hoffeld und Pastor Klaus-Bernhard Stankowitz bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht in Brotdorf.
Das Bild zeigt Bürgermeister Marcus Hoffeld und weitere Mitwirkende bei der Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht in Merzig.
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