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Schritt für Schritt zum Radwegnetz in Merzig

Im letzten bundesweiten Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) 2016 haben das Saarland und auch die Kreisstadt Merzig eher durchschnittlich abgeschnitten. Grund und Ansporn genug für Bürgermeister Marcus Hoffeld und den zuständigen Ressortleiter Dieter Ernst, sich die Gründe für die Bewertungen in diesem Test und das bestehende und in Teilen nicht mehr aktuelle Radverkehrskonzept, welches vom Rat 1995 verabschiedet wurde, nochmals genau anzuschauen und zu aktualisieren.

In den letzten Jahren wurden wichtige Rechtsgrundlagen zugunsten des Radverkehrs geändert und auch die dazu gehörigen Verwaltungsvorschriften wurden angepasst. Genauso ist vor einigen Jahren eine aktualisierte Ausga-be der „Empfehlungen für den Bau von Radverkehrsan-lagen“ der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Ver-kehrswesen in Köln herausgegeben worden, die als Leit-faden für die sichere Radverkehrsplanung zur Anwen-dung kommt. Im Bereich der Kreisstadt Merzig werden nun Schritt für Schritt einzelne Routen des Radverkehrs-konzeptes auf Aktualität überprüft und gegebenenfalls angepasst. So soll in den nächsten Jahren durch eine Angebotsplanung eine deutliche Steigerung des Radver-kehrs in Merzig erreicht werden. Dies gilt sowohl für den Freizeit-, als auch im Besonderen für den Alltagsradver-kehr.

„Wenn mehr Menschen auf das Fahrrad umsteigen, gibt es weniger Autos auf den Straßen, und entsprechend entspannter ist die Verkehrslage in Bezug auf Staus, Lärm und Abgase“, erklären Marcus Hoffeld und Dieter Ernst. Vor diesem Hintergrund genieße die Förderung des Radverkehrs in der Kreisstadt Merzig bei der Stadt-planung eine hohe Priorität.

Routenausbau
Hier wurden in den letzten Monaten und Wochen durch die Abmarkierung von sogenannten Schutzstreifen an drei verschiedenen Hauptrouten wesentlich sicherere Radwegeführungen ermöglicht. Schutzstreifen sind Rad-verkehrsanlagen, die durch eine unterbrochene dünne Markierung und dem Sinnbild Fahrrad auf der Fahrbahn markiert werden. Schutzstreifen heißen nicht umsonst Schutzstreifen. Sie müssen grundsätzlich vom Kfz-Verkehr freigehalten werden. In der Straßenverkehrsord-nung heißt es: „Wer ein Fahrzeug führt, darf auf der Fahrbahn durch Leitlinien markierte Schutzstreifen für den Radverkehr nur bei Bedarf überfahren. Der Radver-kehr darf dabei nicht gefährdet werden.“ Auf dem Schutz-streifen darf gehalten, aber nicht geparkt werden.
Erneuert bzw. neu aufgetragen wurden die Schutzstrei-fen in der Saarbrücker Allee, im Harlinger Weg Richtung Harlingen mit einer Radfahrerfurt auf dem Rad- und Gehweg sowie in der Waldstraße Richtung Wolfspark. Dort, wo die Straßenbreite eine beidseitige Markierung von Schutzstreifen nicht zuließ, wurde die Strecke nur einseitig markiert, und zwar auf der Bergauf-Seite, da der Platzbedarf eines Radfahrers bergauf durch die Aus-gleichsbewegung des Rades bei langsamer Fahrt größer ist als bergab.

Sonderform Saarbrücker Allee
Eine Sonderform der Radwegeführung findet in einem Teilbereich der Saarbrücker Allee Anwendung. Hier wur-de ein längerer Bereich von dem Schutzstreifen ausge-spart und als Parkbucht gekennzeichnet. In diesem Be-reich wird der Radverkehr um die parkenden Autos mit einer so genannten Piktogrammkette herum geleitet. Die-se Zeichen sollen die Aufmerksamkeit der Kfz-Fahrer auf den dort ungeschützten Radverkehr lenken. Langsam fahren und gegenseitige Rücksichtnahme sind dort an-gesagt.

Sichere Radabstellanlagen
Mit dem Rad sicher fahren, ist die eine Seite. Die andere ist das sichere und möglichst komfortable Abstellen des Rades am Zielpunkt. Hier hat die Stadt schon bei der Neumöblierung der Fußgängerzone, der Umgestaltung des Kirchplatzes sowie der Neugestaltung des Bahnho-fes für neue Abstellanlagen gesorgt.

E-Bike-Ladestationen
E-Bikes werden immer beliebter und verbreiteter. Kein Wunder, sorgen sie doch dafür, dass steile Strecken wie z.B. der Gipsberg oder der Bietzerberg für alle Fitnessgra-de und jedes Alter mit dem Rad bequem zu erreichen sind. Deshalb wurden in der Fußgängerzone, am Bahn-hof und auch am neugestalteten Wolfspark Werner Freund bedienungsfreundliche Ladestationen für E-Bikes mit Safe-Funktion eingerichtet. Eine ähnliche An-lage entsteht auch im Rahmen des Stadtpark-Umbaus im Eingangsbereich zwischen Stadthalle und Bahnbrücke.

Fahrrad-Bahn-Merzig
Noch nicht aufgegeben hat die Stadt das Vorhaben, die alte MBE-Strecke zwischen Bahnhof Merzig und Merzig-Ost (Malteserbahnhof) im Rahmen eines hochgeförder-ten Pilotprojektes so auszubauen, dass sowohl langsa-mer Museums-Zugverkehr als auch sicherer Radverkehr stattfinden kann.

Bildergalerie

Zu sehen ist eine Straße mit neu aufgezeichnetem Radfahrerweg. Auf diesem fährt ein Radfahrer davon.
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