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Open-Air-Wortgottesdienst mit Autos

Erste ökumenische Weihnachtsandacht wurde von der Bevölkerung gut besucht

Corona sorgt derzeit für viele Probleme und jede Menge Einschränkungen. Das macht vielen Menschen zu schaffen, lebt doch unsere Gesellschaft von Kontakt, Kommunikation und Nähe. Für viele ein großes Problem – insbesondere an Weihnachten.

In Zeiten der Not rücken die Menschen zusammen, auch die Kirchen. Daher boten die katholische und evangelische Kirche in Zusammenarbeit mit der Kreisstadt Merzig zu Weihnachten eine ganz besondere Alternative zu ihren herkömmlichen Gottesdiensten an. So fand in diesem Jahr am Heiligen Abend eine ökumenische Weihnachtsandacht als Open-Air-Wortgottesdienst im Auto statt.

200 Fahrzeuge waren von der Kreisstadt Merzig für den außergewöhnlichen Gottesdienst auf dem großen Parkplatz von DAS BAD zugelassen. Rund 150 Autofahrer nutzten mit ihren Autos die Gelegenheit, um alleine, mit Partner oder gar mit der ganzen Familie auf diese nicht alltägliche Art und Weise den Heiligen Abend zu begehen und durchaus stimmungsvoll in die Weihnachtsfeiertage einzusteigen.

13 Feuerwehrleute und fünf Mitarbeiter des Ordnungsamtes standen trotz Dauerregens und Temperaturen nur knapp über dem Nullpunkt bereit, um den Gläubigen den Weg zu zeigen und sie auf dem Parkplatz einzuweisen. Keiner musste aussteigen oder das Fenster öffnen, jeder konnte coronakonform im Trockenen und Warmen diesen Wortgottesdienst in seinem Auto verfolgen.

Viel Organisationsarbeit und großes Engagement vieler waren nötig, um diese nicht alltägliche Weihnachtsandacht überhaupt möglich zu machen. Die Hauptlast hatten Pfarrer Klaus Künhaupt von der evangelischen Kirchengemeinde Merzig und die Gemeindereferentin  Pia Reckel-Feilen zu tragen, um nach umfangreichen Vorbereitungen bei widrigen Witterungsverhältnissen den Autogottesdienst am frühen Heiligen Abend auch durchzuführen.

Technisch möglich machte dies die Merziger Firma Audio Check, um mit modernster Technik den Ton über UKW auf der Frequenz 106.5 in die Autos zu übertragen. Dazu hatte man eigens eine Sondergenehmigung erworben, um den Gottesdienst mit minimaler Sendeleistung temporär und stationär in die Autoradios zu schicken.

Ein außergewöhnlicher Gottesdienst in außergewöhnlichen Zeiten an einer außergewöhnlichen Stelle, stellte Pia Reckel-Feilen Punkt 17:00 Uhr in ihrer Begrüßung fest, – ebenso außergewöhnlich wie das Ereignis in der Heiligen Nacht vor rund 2000 Jahren – und spannte damit den Bogen in die Gegenwart. „Fürchtet Euch nicht“ hieß es damals im Stall von Bethlehem, was insbesondere auch heute in Zeiten von Corona noch gelte.

Pfarrer Klaus Künhaupt ließ die Gottesdienstteilnehmer an seinen Erinnerungen vom Besuch der Geburtsgrotte von Jesus in Bethlehem teilhaben und würdigte das Tun und Handeln aller von der Corona-Pandemie unmittelbar betroffenen Personen, indem er ihnen Mut, Kraft, Hoffnung und stets die richtige Entscheidung wünschte.

„Der Corona-Virus ist gefährlich, aber auch die Einsamkeit“, hob er hervor und mahnte die Menschen, in diesen schwierigen Zeiten nicht die Alten und Kranken zu vergessen.

Der Pfarrer war an diesem Abend gleich mehrfach gefordert, denn er gehörte auch zu den vier Akteuren des Posaunenchors der evangelischen Kirchengemeinde, die trotz Kälte, Nässe und Dunkelheit den Wortgottesdienst musikalisch umrahmten.

Mit dem „Vater unser“ und der „Stillen heiligen Nacht“ klang dann nach knapp 30 Minuten diese außergewöhnliche Weihnachtsandacht aus.

Mit einem lauten und anhaltenden Hupkonzert dankten die Teilnehmer in ihren Autos allen, die an dem Gelingen und dem Zustandekommen dieses ganz besonderen Weihnachtsgottesdienstes beigetragen hatten.

Auch Bürgermeister Marcus Hoffeld war vor Ort und erlebte in seinem Auto einen außergewöhnlichen Heiligen Abend. „Ich finde es toll, dass die katholische und evangelische Kirche in diesen schwierigen Zeiten zusammengefunden haben und mit diesem ökumenischen Autogottesdienst ein starkes Signal der Hoffnung gesetzt haben“, betonte Hoffeld abschließend.

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