Startseite    Rathaus & Bürgerservice    Pressemitteilungen    „Neue Kontexte“ in der Fellenbergmühle

„Neue Kontexte“ in der Fellenbergmühle

Seine Hände zerreißen die riesigen Werbeplakate in mehrere Einzelteile, erst noch groß, dann immer kleiner. Weiter zerstören seine Hände die Wörter und Buchstaben auf dem Plakat, nehmen ihnen mit jedem Riss ihren Sinn und Bedeutung. Das Plakat verliert durch die Form der Zerstörung seine Aussage, gewinnt aber in einer anderen grafischen Form wieder an Bedeutung. Denn jedes kleine Einzelteil klebt Thomas Schneider wieder als Collage zusammen und lässt so etwas ganz Neues mit einer eigenen, neuen Bedeutung entstehen.

Thomas Schneider, freier Grafiker und Künstler, erklärt, dass ein Plakat zuvor eine Bedeutung hat und Informationen vermittelt. Weiter erläutert er, dass durch seine Kunst, diese Information neu zusammengesetzt wird und eine neue Form mit einer neuen Bedeutung entsteht.

Und weil aus alten Kontexten neue werden, heißt Schneiders Ausstellung in der Fellenbergmühle „Neue Kontexte“. Es ist die erste Vernissage von Thomas Schneider, die am Sonntag in den alten geschichtsträchtigen Räumen des Feinmechanischen Museums Eröffnung feierte. Mehr als 40 seiner Collagen und Decollagen sind ausgestellt.

Der Vorsitzende des Fördervereins Fellenbergmühle, Jürgen Blasius, dankte dem Künstler für sein Interesse, seine Bilder in der Fellenbergmühle ausstellen zu wollen, und wünschte ihm viel Erfolg. Dr. Manfred Kost hieß die Gäste im Namen der Kreisstadt Merzig willkommen und dankte zunächst dem Förderverein der Fellenbergmühle für seinen Einsatz und dem Künstler für die Präsentation seiner Werke, die, wie Kost betonte, farblich und kontextuell gut ins Museum passen.

Als Ausgangsmaterial der typografischen Collage dienen dem Künstler Plakatfragmente mit Schrift. Schneider schneidet dann die einzelnen Buchstaben auseinander und komponiert diese formal neu, so dass am Ende ein neues „Schriftbild“ entsteht.

Im Gegensatz zu seinen Collagen steht die Decollage. Die Methode, „Papier aufzukleben und wieder abzureißen“, stammt aus der Nachkriegszeit in Frankreich und heißt „Affichismus“. Durch dieses Aufkleben und Abreißen erlebt der vorhandene Inhalt eine Auflösung. Es entstehen auf verschiedenen Ebenen eine Farb- und Flächenkomposition, die an abstrakte Gemälde erinnern und die innere Zerrissenheit der Gesellschaft veranschaulicht, insbesondere in der Nachkriegszeit.

Thomas Schneider wuchs in Schwemlingen auf, machte eine Gärtnerlehre und studierte Grafikdesign und Typografie an mehreren Fachhochschulen Deutschlands, wie in Trier und Düsseldorf. Nach seinem Abschluss als Diplom-Grafikdesigner arbeitete er lange als Art Director in Werbeagenturen, heute ist er freier Grafiker und Künstler und lebt in Frankfurt.

Die Ausstellung „Neue Kontexte – Collagen und Decollagen“ ist noch bis zum 15. September 2019 im Feinmechanischen Museum Fellenbergmühle in der Marienstraße 34 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 14.30 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Kontakt
Öffnungszeiten
facebook
Instagram