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Kreisstadt Merzig erhält Bescheid für den „Erhalt von Biotopbäumen“

Die Kreisstadt Merzig ist mit ca. 2.500 ha größter kommunaler Waldbesitzer im Saarland und bewirtschaftet seit 1990 ihren Wald naturnah. In Zusammenarbeit mit den großen Umweltverbänden wurde ein Naturwaldbewirtschaftungskonzept entwickelt. Dieses Konzept erfüllt die vielfältigen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Ansprüche an den Wald mit einem hohen ökologischen Standard. Ziel ist es, die natürliche Waldgesellschaft zu fördern.

Am 1. April 2018 trat die sogenannte Förderrichtlinie-Öko-Wald in Kraft. Sie enthält die Fördergegenstände Lichtwaldstrukturen, Biotopbäume, Verbesserung von Waldlebensräumen auf Sonderstandorten und Anlage von Biotopen. Im Laufe des Jahres 2019 liefen die ersten Anträge zur Anerkennung von Biotopbäumen ein.

Für die zweijährige Förderperiode stehen 600.000 € zur Verfügung (EU/Saarland mit gleichem Anteil).

In der Richtlinie heißt es: „Das Saarland gewährt Zuwendungen für die Durchführung von Maßnahmen zur ökologischen Aufwertung des Waldes“. Da auch EU-Mittel eingesetzt werden, war ein recht komplexer Vorlauf inklusive Dokumentations- und Prüfungsanforderungen erforderlich. Nichtstaatliche Waldbesitzer erhalten Fördergelder, wenn sie in ihrem Wald Projekte durchführen, die der biologischen Vielfalt zu Gute kommen. Von den drei potentiellen sogenannten Fördergegenständen wurde von der Kreisstadt Merzig die Ausweisung von Biotopbäumen bevorzugt.

Biotopbäume weisen Merkmale wie Stammhöhlen, Pilzkonsolen oder besondere Wuchsformen auf. Da sie mit diesen Merkmalen nicht dem Idealbild von Wertholz entsprechen, wurden sie früher meist entnommen um eine weitere Entwertung zu vermeiden. Solche Bäume sind jedoch Lebensraum für eine ganze Reihe von Insekten, Flechten oder Pilzen.

„Von den saarlandweit 16 vorliegenden Förderanträgen wurden bereits die Hälfte positiv beschieden“, erklärte Umweltminister Reinhold Jost. Die Kreisstadt Merzig erhalte aus dem europäischen Landwirtschaftsfond für die Entwicklung des ländlichen Raumes 62.118 €. An dieser Stelle ging der Dank des Ministers an Herrn Reget, der sich um die Fördermaßnahme von Seiten des Ministeriums gekümmert hat. Umweltminister Jost bedankte sich aber auch bei Bürgermeister Marcus Hoffeld und den Mitarbeitern des Merziger Stadtforstes. „Man habe hier in Merzig tolle Arbeit geleistet. Das Belassen von Biotopbäumen sei in Merzig schon länger ein Baustein im integrativen Bewirtschaftungskonzept“ so Jost, der sich freute, dieses Konzept mit einem Zuwendungsbescheid zu honorieren.

Bürgermeister Marcus Hoffeld bedankte sich beim Umweltministerium für die Unterstützung und machte deutlich, dass dadurch die ökologischen Aktivitäten um den Merziger Wald belohnt werden. Hierbei richtete der Bürgermeister seinen besonderen Dank an die Mitarbeiter des Merziger Forstes, die dies in der Praxis umsetzen. Im Merziger Stadtwald seien viele Projekte um den Wald auf den Weg gebracht worden. So sei es seit langer Zeit geübte Praxis ökologisch erhaltenswerte Bäume im Bestand zu belassen. Diese Biotopbäume sind mit einer stilisierten Vogelschwinge markiert. Dennoch sei es sehr leicht gefallen in den beiden bewirtschafteten Abteilungen mit einer Gesamtgröße von 35,7 Hektar im Merchinger Wald zusätzlich 357 Bäume auszuzeichnen, die die Merkmale der Förderrichtlinie-Öko-Wald erfüllen. Dies spreche für den hohen ökologischen Standard des Merziger Waldes.

Ebenso bedankte sich Revierförster Jörg Conrad beim Ministerium für die nicht alltägliche Anerkennung der ökologischen Arbeit im Merziger Forst. Er verwies gleichzeitig darauf, dass im Merziger Wald noch weitere Flächen für die Förderkulisse vorhanden sind.

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