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Gustav-Regler-Preis 2020 der Stadt Merzig für Guy Helminger, Gustav-Regler-Förderpreis 2020 des SR für Bernd Marcel Gonner

Gemeinsame Presseerklärung des SR und der Kreisstadt Merzig

Der mit 10.000 Euro dotierte Gustav-Regler-Preis der Kreisstadt Merzig geht in diesem Jahr an Guy Helminger, den mit 4.000 Euro dotierten Gustav-Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks erhält Bernd Marcel Gonner.

Den Gustav-Regler-Preis 2020 der Kreisstadt Merzig, der vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes im Rahmen seiner Programmreihe „Courage – Respekt, Toleranz, Verantwortung“ unterstützt wird, erhält der Autor, Dichter und Dramatiker Guy Helminger. Der gebürtige Luxemburger hat ein vielfältiges Werk auf Deutsch und Luxemburgisch vorgelegt, das durch eine breite Genrevielfalt und eine unverkennbare stilistische Prägnanz besticht. Die sprachlich verdichteten Erzählungen, Hörspiele und Theaterstücke, in denen das Versprechen auf Glücksmomente durch den Einbruch des Unerwünschten auf beängstigende Art und Weise revidiert wird, sind von einem verstörenden Realismus geprägt. Helminger zeigt sich dabei als politischer Autor im Sinne Gustav Reglers, der die politischen Konstellationen seiner Zeit, in Europa sowie darüber hinaus, diagnostiziert. Dies gilt insbesondere für die Texte, in denen er Flucht, Krieg und Migration in den Mittelpunkt stellt. Die in Helmingers Werk bemerkenswerte Welthaltigkeit und Weltläufigkeit sowie sein Auftreten als Botschafter sind überzeugende Aspekte seines Weltliteratentums.

Den Gustav-Regler-Förderpreis 2020 des Saarländischen Rundfunks erhält der Autor, Dichter und Dramatiker Bernd Marcel Gonner. Er hat mit der Prosacollage Transitverkehr, einem dichten Gewebe von Zitaten und Anspielungen, einen sprachlich souveränen und politisch subtilen experimentellen Text über einen Schriftsetzer vorgelegt. Die Jury ist überzeugt von der literarischen Durchdringung des Protest-Narrativs. Bernd Marcel Gonner gelingt es, den Gestus der Opposition im Widerhall der Werke und der Biographien von Nicolas Born, Ernst Meister und Anna Seghers, die auch als literarische Figuren auftreten, auf ungewohnte Art und Weise zu perspektivieren. Der von politischem Idealismus im Sinne Gustav Reglers getragene Text besticht durch eine in der Gegenwartsliteratur seltene Haltung, wonach die Vorstellungen des Protestes, des Widerstandes und des Einspruchs ebenso auf thematischer wie auch auf narrativer Ebene durchdekliniert werden.

Die Kreisstadt Merzig, unterstützt vom Ministerium für Bildung und Kultur des Saarlandes, und der Saarländische Rundfunk verleihen alle drei Jahre gemeinsam in Würdigung von Werk und Leben des Schriftstellers Gustav Regler, zur Anerkennung literarischer Verdienste um interkulturelle und internationale Verständigung sowie zur Förderung des Nachwuchses den Gustav-Regler-Preis der Kreisstadt Merzig sowie den Gustav-Regler-Förderpreis des Saarländischen Rundfunks. Mit dem Gustav-Regler-Preis wird eine bereits erbrachte herausragende literarische Gesamtleistung gewürdigt, der Gustav-Regler-Förderpreis zeichnet junge Autoren aus.

Die bisherigen Gustav-Regler-Preisträger beziehungsweise Förderpreisträger sind André Weckmann und Martin Bettinger (1999), Giwi Margwelaschwili und Ernestine Leutgeb (2002), Roger Manderscheid und Christopher Ecker (2005), Erasmus Schöfer und Susanne Schedel (2008), Arnfrid Astel und Cordula Simon (2011), Michael Buselmeier und Miriam Sachs (2014), Michael Kleeberg und Verena Mermer (2017).

Die Jury bestand 2020 aus Klaus Behringer (Vertreter des saarländischen Schriftstellerverbandes), Dr. Claude D. Conter (Leiter der Nationalbibliothek Luxemburg), PD Dr. Françoise Lartillot (Professorin für Germanistik an der Universität Lothringen/Metz), Peter König (Vertreter des SR), Annemay Regler-Repplinger (Vertreterin der Kreisstadt Merzig), Prof. Dr. Sikander Singh (Leiter des Literaturarchivs Saar-Lor-Lux-Elsaß).

Coronabedingt werden die Preise erst im kommenden Jahr verliehen, geplant ist eine Veranstaltung am Samstag, 15. Mai 2021, 11.00 Uhr, in der Stadthalle in Merzig. Ein Mitschnitt der Veranstaltung wird in Literatur im Gespräch auf SR 2 KulturRadio zu hören sein.

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