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Gespräch zu Familien auf Wohnungssuche

Als wohnortnahe Anlaufstelle bietet das Familienzentrum Beratung in Erziehungsfragen und Präventionsprojekte für Familien an. Gemeinsam mit dem Kreisjugendamt werden zudem ambulante Hilfen zur Erziehung umgesetzt. In beiden Stellen berichten Familien zunehmend, dass die Suche nach adäquatem Wohnraum im Innenstadtgebiet sehr schwierig sei. In einem Gespräch mit Bürgermeister Marcus Hoffeld schilderten Alea Strucken und Marlies Bücher-Willkomm vom Familienzentrum sowie Zeljko Kovacevic und Sandra Weber vom Kreisjugendamt die Situation einiger von ihnen betreuter Familien und fanden ein offenes Ohr für deren Anliegen.

„Es gibt Familien, die suchen monate-, manche jahrelang nach einer passenden Wohnung in der Innenstadt. Besonders heftig trifft es dabei Familien, die Tätigkeiten im Niedriglohnsektor ausüben oder staatliche Leistungen beziehen und somit günstigen Wohnraum benötigen. Gerade diese Familien brauchen oft eine stadtnahe Wohnung, da viele kein eigenes Auto besitzen und auf die städtische Infrastruktur angewiesen sind“, berichteten die Mitarbeiterinnen des Familienzentrums. Häufig seien gerade auch Familien mit mehreren Kindern von der langwierigen Wohnungssuche betroffen.

Aufgrund der ergebnislosen Suche blieben viele Familien in beengten oder inadäquaten Wohnungen wohnen. Dies führe laut Familienzentrum zu vermehrten Konflikten: „Kinder haben keine Rückzugsorte oder Platz zum Lernen“ – diese seien jedoch wichtig für die kindliche Entwicklung, erklären die Mitarbeiterinnen.

Die Vertreterin und der Vertreter des Kreisjugendamtes erläuterten weitere mögliche Folgen, die eintreten können, wenn Kinder in gesundheitsgefährdendem Wohnraum leben. Wenn sich keine Wohnalternative findet, bliebe in letzter Konsequenz nur die Herausnahme der Kinder. Um diese Trennung von Eltern und Kindern zu vermeiden, sei daher auch ausreichend verfügbarer, geeigneter Wohnraum für ganze Familien von besonderer Bedeutung.

Das Thema Wohnraumknappheit sei jedoch generell ein Thema, welches in Städten aufkomme, darüber sei man sich im Familienzentrum bewusst. „Im Sinne der Kinder wäre es dennoch ein Anliegen, sozialer Wohnungsbau würde verstärkt werden oder es fände sich privater Wohnraum, der vielleicht derzeit noch gar nicht genutzt wird“, erläuterten die Mitarbeiterinnen.

Bürgermeister Hoffeld betonte, dass die Problematik seitens der Stadt bekannt sei und dort bereits Planungen vorliegen, den Sozialen Wohnungsbau, der in den letzten Jahren wieder aufgenommen wurde, weiterzuführen. Derzeit werden darüber hinaus seitens der Stadt die Voraussetzungen geschaffen, um Investoren, die Wohnungsbauprojekte in Merzig durchführen, verpflichten zu können, auch einen Anteil an dauerhaft günstigen Wohnungen zu schaffen. Leider gebe es hier jedoch keine schnelle Lösung. Auch ihm bereiteten die Wohnverhältnisse vieler Familien und Kinder Sorge. Er appelliere vor allem auch an private Vermieterinnen und Vermieter, Familien mit Kindern günstigen und guten Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

Im gemeinsamen Gespräch wurden weitere Möglichkeiten erörtert, wie mit dieser Situation umgegangen werden kann. Alle Beteiligten waren sich einig, gemeinsam weiterarbeiten zu wollen und so die Situation für wohnungssuchende junge Familien zu verbessern.

 

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