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Gedenken an die Reichspogromnacht

Am 09. November 2020 fand, wie bereits in den letzten Jahren, die Gedenkveranstaltung der Kreisstadt Merzig zur Reichspogromnacht statt. An der Gedenktafel in der Merziger Synagogenstraße, wo früher das jüdische Gotteshaus stand, wurde der Ereignisse des 07. bis zum 10. November 1938 gedacht und somit ein Zeichen gegen Antisemitismus, Gewalt und Hass gesetzt.

In der Reichspogromnacht vom 09. auf den 10. November 1938 wurden in Deutschland und Österreich Synagogen niedergebrannt und die Geschäfte jüdischer Besitzer geplündert und zerstört, wobei sich bereits ab dem 07. November die ersten Ausschreitungen ereigneten. Spätestens dadurch wurde deutlich, dass zur damaligen Zeit auch auf staatlicher Seite Rassismus und Antisemitismus beabsichtigt waren. Für Millionen jüdischer Mitbürgerinnen und Mitbürger begann mit dieser Nacht zudem ein grausamer Leidensweg, der für viele von ihnen im Konzentrationslager endete.

Auch die jüdische Gemeinde in Merzig war durch diesen nationalsozialistischen Terror betroffen. In der Reichspogromnacht wurden unter anderem die Synagoge geplündert und zerstört. Zudem wurde der jüdische Friedhof verwüstet und jüdische Geschäfte in der Poststraße beschädigt. Ihre Eigentümer erfuhren Beschimpfungen und Misshandlungen. Ebenfalls war Merzig vom Völkermord an der jüdischen Gemeinde betroffen. Während Anfang der 1930er Jahre noch 200 Personen zur lokalen jüdischen Gemeinde zählten, war diese nach dem Kriegsende nicht mehr existent.

Mit der Veranstaltung rief die Kreisstadt Merzig zum Gedenken dieser Ereignisse auf und erinnerte daran, dass sich die Geschichte nicht wiederholen darf. Gleichzeitig sollten dadurch alle Bürgerinnen und Bürger aufgefordert werden, sich gegen Ausgrenzung und Hass und für die Menschenrechte einzusetzen. Gerade in der aktuellen Zeit, in der in Teilen wieder Rhetorik verwendet wird, die aus dem Nationalsozialismus bekannt ist, und auch extremistische Gewalttaten zu beobachten sind, sollen sich alle ihre Verantwortung bewusstmachen, sich gegen jegliche Form der Diskriminierung und Hetze einzusetzen. Auf diese Weise können alle gemeinsam zu einem friedlichen Umgang miteinander beitragen.

Während der Andacht dankte Bürgermeister Marcus Hoffeld allen Merziger Kirchengemeinden und Religionsgemeinschaften, die sich aktiv um Integration und ein friedvolles Miteinander in der Gesellschaft bemühen. Ebenfalls lobte er das große Engagement aus der Mitte der Bürgerschaft, welches das Verantwortungsbewusstsein der Beteiligten erkennen lässt.

Aufgrund der aktuellen coronabedingten Regelungen wurde die Andacht ohne Bürgerbeteiligung vor Ort durchgeführt. Damit dennoch alle Merzigerinnen und Merziger am öffentlichen Gedenken teilnehmen können, ist ein Video zur Gedenkveranstaltung auf der Startseite der Kreisstadt Merzig online verfügbar. Klicken Sie HIER, um zur Startseite zu gelangen. Scrollen Sie dort für das Video ganz nach unten.

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