Startseite    Rathaus & Bürgerservice    Pressemitteilungen    Förderprojekt zum Ausbau des Merziger Radnetzes erfolgreich umgesetzt

Förderprojekt zum Ausbau des Merziger Radnetzes erfolgreich umgesetzt

Schutzstreifen erhöhen in drei Straßen die Sicherheit im Radverkehr

Ein reger städtischer Radverkehr kann eine Alternative zum täglichen Autofahren sein. Er hat dabei das Potenzial Staus, Abgase und Lärm zu reduzieren und kann so maßgeblich zur Entspannung der städtischen Verkehrssituation beitragen. Deswegen nimmt der Ausbau des Radwegenetzes eine zentrale Rolle in der Stadtplanung der Kreisstadt Merzig ein. Zur Förderung des Alltagsradverkehrs neben dem bereits starken touristischen Radverkehr baut die Stadt das Radwegenetz daher kontinuierlich aus. Schon 1995 wurde ein Konzept für Fahrradrouten im gesamten Stadtgebiet erstellt, dessen Maßnahmen nun fortlaufend aktualisiert und umgesetzt werden. Als Teil dessen wurde im Rahmen des Förderprojektes der „Nationalen Klimaschutzinitiative“ des Bundesumweltministeriums als wichtige Neuerung der Radwegeinfrastruktur an drei Hauptverkehrsrouten Schutzstreifen für Radfahrer angelegt. Eine dünne unterbrochene Markierung und ein Fahrradsymbol kennzeichnen die Streifen auf der Fahrbahn als Anlagen des Radverkehrs und stellen eine wesentliche Maßnahme dar, um die Sicherheit der Fahrradfahrer im Straßenverkehr zu erhöhen: die Schutzstreifen dürfen nach Straßenverkehrsordnung von Kfz-Fahrern nur bei Bedarf und ohne Gefährdung des Radverkehrs überfahren werden. Weiterhin gilt auf den Schutzstreifen ein generelles Halteverbot.

Begonnen hat die Arbeit an den drei Schutzstreifenstrecken in der Saarbrücker Allee im Jahr 2018. Hier wurde ein rund 1,7 km langer Schutzstreifen geschaffen und am Übergang zum Radweg entlang der L.I.O. 174 wurden die Bordsteine abgesenkt. In einem Teilabschnitt dieses Weges wurde ein längerer Bereich als Parkbucht gekennzeichnet. Der Schutzstreifen wurde an dieser Stelle wegen der nicht mehr ausreichenden Restfahrbahnbreite in einer Sonderform gestaltet: eine sogenannte Piktogrammkette führt den Fahrradverkehr im fließenden Mischverkehr um die geparkten Autos herum. Diese Markierungen weisen die Autofahrer besonders auf den dort ungeschützten Radverkehr hin. Daher sind gegenseitige Rücksichtnahme der Verkehrsteilnehmer und langsames Autofahren in diesem Bereich von besonders großer Wichtigkeit. Erneuert beziehungsweise neu aufgetragen wurden die Schutzstreifen in der Waldstraße in Richtung Wolfspark sowie im Harlinger Weg in Richtung Harlingen mit einer Radwegefurt auf dem Rad- und Gehweg. Eine einseitige Straßenmarkierung des Schutzstreifens wurde dort vorgenommen, wo die Straßenbreite keinen beidseitigen Streifen zuließ. Dies ist auf der Bergauf-Seite der Fall, da die Ausgleichsbewegung des Rades bei langsamer Berganfahrt mehr Platz für den Radfahrer einfordert als die abwärtsgerichtete Fahrt. In der Waldstraße wurden die Piktrogramme auf der Straße zudem durch Pfeilmarkierungen ergänzt, die die Fahrtrichtung in dem Streckenabschnitt vorgeben und damit die Gefahr der Falschfahrer verhindern sollen.

Die Gesamtsausgaben für den Radwegeausbau belaufen sich auf 63.300,63 Euro. Zu den zuwendungsfähigen Kosten erwartet die Kreisstadt Merzig einen Zuschuss von 62 Prozent von der Nationalen Klimaschutzinitiative. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Die Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen oder Bildungseinrichtungen. Der Projektträger auf Bundesseite ist Projektträger Jülich.

In den letzten Jahren hat die Kreisstadt Merzig auch durch weitere Maßnahmen bewiesen, dass die Förderung des Fahrradfahrens im Stadtgebiet einen hohen Stellenwert einnimmt: durch die Investition in neue Ladestationen für E-Bikes und Abstellanlagen wurden die Möglichkeiten, am Radverkehr teilzunehmen, zusätzlich erleichtert. In Kooperation mit den Stadtwerken Merzig sind die Anlagen bereits im Stadtpark, am Hauptbahnhof, am Kirchplatz, am Wolfspark und in der Fußgängerzone eingerichtet worden. Auch in der Zukunft steht die Stärkung des Radverkehrs als nachhaltige Form der Mobilität weiter im Mittelpunkt. Daher hat die Kreisstadt Merzig den Auftrag zur Erstellung einer Projektskizze für ein Radverkehrskonzept vergeben. Durch dieses soll untersucht werden, wie die Radverkehrsinfrastruktur Schritt für Schritt weiter ausgebaut und dabei auch die Verknüpfung der Kernstadt mit den weiteren Stadtteilen erreicht werden kann. Zur Errichtung möglichst sicherer Wege wird zudem die Radwegeführung über Nebenrouten mit geringerer Verkehrsdichte in den Blick genommen. Daneben soll die Einrichtung weiterer Abstell- und Ladestationen, beispielswiese an den ÖPNV-Haltepunkten und den Haupteinkaufsbereichen, geprüft werden. Damit das Thema Fahrradverkehr noch stärker in das allgemeine Bewusstsein rückt, ist auch die Einbeziehung der Öffentlichkeit durch Veranstaltungen und Workshops angestrebt. Von Seite des Stadtrates wird das Projekt zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur durch die „Arbeitsgruppe Radverkehr“ begleitet, der auch Vertreter des Radelkollektivs, des NABU, des ADFC und des Senioren- und Behindertenbeirates angehören.

Kontakt
Öffnungszeiten
facebook
Instagram