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Ehrenvolle Erinnerung an Naturschützer Paul Haffner

Am 12. Oktober 2020 wird der saarländische Umweltminister Reinhold Jost Persönlichkeiten mit der Paul-Haffner-Naturschutzmedaille auszeichnen, die sich intensiv für den Erhalt und die Pflege der saarländischen Natur und Landschaft eingesetzt haben. Diese Verleihung bietet den Anlass, an den Namensgeber der Auszeichnung, Dr. h. c. Paul Haffner, zu erinnern und in diesem Zusammenhang seine Persönlichkeit, insbesondere sein Wirken und ökologisches Denken im Umgang mit der Natur genauer vorzustellen.

Paul Haffner wurde am 17.06.1905 in Beauregard/Thionville geboren und zog gemeinsam mit seiner Familie nach dem ersten Weltkrieg nach Merzig. Da Haffner bereits in jungen Jahren seine Begeisterung für Naturwissenschaften entdeckte, studierte er nach seinem Abitur die Fächer Biologie, Chemie und Physik und schloss dieses Studium mit dem Staatsexamen für das Höhere Lehramt ab. Nach erfolgreich bestandenem Staatsexamen startete Paul Haffners beruflicher Werdegang, der sich unter anderem durch seine Tätigkeit als Studienrat am damaligen Knaben-Realgymnasium in Merzig auszeichnete. Dabei charakterisierte er sich als äußerst engagierter Biologielehrer, der seine Schüler durch seinen naturnahen Unterricht zu begeistern wusste und somit ganze Schülergenerationen in Merzig nachhaltig prägte. Darüber hinaus erweiterte Haffner seine Lehrtätigkeit durch mehrjährige Beschäftigungen als Dozent an unterschiedlichen Hochschulen im Saarland. Paul Haffner war immer bestrebt, auch noch während seines Ruhestandes seine Begeisterung und sein vielfältiges Wissen zur Biologie im Allgemeinen und insbesondere zur Biologie der Pflanzen an viele Menschen weiterzugeben.

Die Leidenschaft Paul Haffners für die Biologie der Pflanzen entwickelte sich auch neben seinem Beruf in Form von wissenschaftlichen Studien weiter. Zu seinem wissenschaftlichen Lebenswerk zählte die Erforschung von Flora und Vegetation seiner Heimat, insbesondere der Stadt Merzig und deren Umfeld. Dabei dehnte Haffner seine Forschungen bis in die Täler von Saar und Mosel mit deren wichtigsten Nebenflüssen im Saarland und Rheinland-Pfalz aus, so dass er sich unter anderem zum „Allround-Kenner“ der heimischen Flora entwickelte. Sein wissenschaftliches Lebenswerk kennzeichnete sich durch viele Arbeiten und Beiträge zu Pflanzenfunden sowie zahlreiche Veröffentlichungen über die Flora und Vegetation des Saarlandes aus, von denen einige bis heute über die Landesgrenzen hinweg bekannt sind. Darüber hinaus gelangen dem Botaniker im Rahmen seiner floristischen Arbeiten mehr als 30 Neufunde von Pflanzenarten für das Saarland. Da insbesondere die heimischen Orchideen zu seinen Lieblingspflanzen gehörten, war Paul Haffner auch als „Orchideen-Vater“ bekannt.

Die Verbundenheit des Botanikers mit Merzig spiegelte sich insbesondere durch sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Naturschutz wider. Paul Haffner war 23 Jahre lang Kreisbeauftragter für Naturschutz und Landschaftspflege im Kreis Merzig, arbeitete bei der Ausweisung zahlreicher Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete mit und verfügte über eine Gutachtertätigkeit über Kreis- und Landesgrenzen hinweg. Als Beispiel kann hierbei das älteste Naturschutzgebiet Merzigs, auch eines der ältesten bundesweit, welches auf dem „Nackberg“ bei Hilbringen und Fitten liegt, aufgeführt werden, bei der die Ausweisung als Naturschutzgebiet auf die Initiative von Paul Haffner zurückgeht. Des Weiteren war Haffner als wissenschaftlicher Berater im Beirat für Naturschutz beim Landrat des Kreises Merzig-Wadern zuständig. Als Anerkennung an das Wirken Haffners in Merzig wurde eine Straße im Neubaugebiet Gipsberg nach Paul Haffner benannt.

Wie wertvoll Paul Haffner für den Naturschutz im Saarland war, wird zudem durch seine zahlreichen Auszeichnungen und Ehrungen für ehrenamtliche Tätigkeiten und wissenschaftliche Leistungen verdeutlicht. Demnach wurde Paul Haffner beispielsweise 1973 für seine langjährige Mitarbeit und hervorragenden Verdienste im Naturschutz mit der saarländischen „Naturschutzeule“ ausgezeichnet und war im Jahre 1974 Träger des Bundesverdienstkreuzes. Des Weiteren zeichnete die Loki-Schmidt-Stiftung Haffner 1980 zum Schutz bedrohter Pflanzen mit der „Silberpflanze“ aus. Durch sein Geschick als erfahrener Imker wurde Paul Haffner Vorsitzender und Ehrenmitglied im Bienenzuchtverein in Merzig und vom Verein für Heimatkunde der Kreisstadt Merzig in Anerkennung seiner Verdienste mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet. Eine weitere Auszeichnung Paul Haffners als Ehrendoktor und Ehrenvorsitzender geht auf die Arbeitsgemeinschaft „DELATTINIA“ zurück, die sich mit der tier- und pflanzengeographischen Heimatforschung im Saarland beschäftigt.

Der Botaniker Paul Haffner starb am 12.10.2001 im Alter von 96 Jahren und gilt bis heute als Nestor der Floristik und Vegetationskunde im Saarland und über die Landesgrenzen hinweg. Aufbauend darauf strebt die saarländische Landesregierung mit der Verleihung der Paul-Haffner-Naturschutzmedaille an, durch die Vorbildwirkung Paul Haffners das Interesse zahlreicher Menschen für ehrenamtliche Aktivitäten im Naturschutz wecken zu können. Somit wird die Paul-Haffner-Naturschutzmedaille jedes Jahr am 12. Oktober, dem Todestag von Paul Haffner, verliehen, so dass mit dieser Verleihung der Botaniker Paul Haffner als wichtiges Vorbild des Naturschutzes im Saarland in ehrenvoller Erinnerung bleibt.

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