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Die Rangnick-Methode – drei große K und außergewöhnlicher Weitblick

Ein viertes „K“ müsste man den ersten dreien in der Erfolgsformel von Ralf Rangnick noch hinzufügen: Klarheit. Denn der erfolgreiche Trainer und seit 2019 Head of Sport & Development Soccer, bei Red Bull Media House Germany, nahm beim Sparkassen-Sportforum des Landkreises am vergangenen Freitag kein Blatt vor den Mund. Das muss er auch nicht, schließlich scheint er gemeinsam mit Red Bull eine Formel für den Erfolg gefunden zu haben. Der neue Aufgabenbereich umfasst die Förderungen in Nord- und Südamerika sowie in Leipzig und Salzburg.

Wie er bei Hoffenheim und dann bei Leipzig das bis dahin scheinbar Unmögliche geschafft hat, erzählte Rangnick im Gespräch mit Moderator Roman Bonnaire in der Merziger Sparkasse den rund 200 Zuhörern gerne. „Was es braucht sind im Prinzip die drei großen K: Kompetenz, Konzept und Kapital. Wobei man am ehesten auf das Kapital verzichten kann und mit einem guten Konzept am wahrscheinlichsten Erfolg hat. Das kann man zum Beispiel gut an der Entwicklung von RB Leipzig ablesen“, führte der Erfolgstrainer aus. Fußballvereine müssten strukturell gut aufgestellt sein, ähnlich wie ein Wirtschaftsunternehmen. Auf die Wertung innerhalb der drei Ks von Roman Bonnaire angesprochen, findet Rangnick direkt ein gutes Beispiel, das seine Annahme bestätigt: „Der Ostermann hat über viele Jahre beim 1. FC so viel Kapital mit einer Beharrlichkeit verbrannt, dass man schon fast den Hut davor ziehen muss“.

Zudem setzt Ralf Rangnick auf talentierte, junge Spieler, die gerade erst am Anfang ihrer Profikarriere stehen. „Wir gehen mit unseren Scouts auf die Suche nach Spielern, die gerade ihren ersten oder zweiten Vertrag unterschrieben haben. Die bauen wir dann mit den Trainern und durch die bestmögliche Ausbildung auf zu Top-Stars, die wir dann im zweitstelligen Millionen-Bereich verkaufen können“, erklärte Rangnick. So sei man nun gezielt in Brasilien dabei junge Talente zu finden und im neu erworbene Fußballclub bestmöglich auszubilden. So dass sie später nach Europa gehen und dort in den Top-Clubs spielen können.

Dass dieses Prinzip funktioniert, hat Rangnick als Trainer mit seinen großen Erfolgen bei der TSG Hoffenheim und RB Leipzig bereits bewiesen. Beide Vereine führte er in kurzer Zeit an die Spitze der ersten Bundesliga. „Wichtig war dabei vor allem, dass uns die Chefs der Vereine freie Hand gelassen haben. Auch wenn wir vieles gemacht haben, was bis dahin noch niemand gemacht hat“, sagte Rangnick in Merzig. Man müsse auch mal gegen den Strom schwimmen und dürfe sich nicht von Berichterstattungen und kleineren Rückschlägen entmutigen lassen. Hier seien Beharrlichkeit und Nachhaltigkeit von großer Bedeutung.

Ob Ralf Rangnick sich vorstellen könnte, Nachfolger von Jogi Löw zu werden? Ganz klar nein, sagt der Erfolgstrainer. Die Zukunft der Nationalmannschaft sieht er dabei zwiegespalten. Zwar habe Löw gerade noch rechtzeitig den Umbruch geschafft, indem er die Mannschaft deutlich verjüngt hat und auf frische Talente setzt. Jedoch sei in vier bis fünf Jahren damit zu rechnen, dass die Talentdichte in Deutschland spürbar abnimmt. Da werde es für den deutschen Fußball sicher schwieriger.

Bei einer Frage aus dem Publikum wird der ehemalige RB-Leipzig Trainer überdeutlich. Es ging um den Angriff auf einen Schiedsrichter kürzlich bei einem Jugendspiel. Dort war ein Elternteil eines Spielers nach dem Spiel auf den Schiri losgegangen und hatte ihn erheblich verletzt. Den DFB sieht Rangnick hier nicht gefragt, aber: „Hier braucht es Zivilcourage. Da müssen die anderen Eltern eingreifen und den Schläger outen. Da braucht es ganz klare Ansagen! Bis in die Lokalzeitung müsste ein Bild dieses Vaters abgedruckt werden“. Es fehle da eindeutig an Respekt.

Für die Ideengeberin und Initiatorin, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, steht bei dem Veranstaltungskonzept ganz klar die Sportförderung in all ihren Facetten im Vordergrund. So wolle man Menschen zusammenbringen, die im Sport aktiv sind, möglichst viele Menschen aus dem Landkreis in Bewegung bringen und den vielen ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern für ihr großes Engagement danken. Solch tolle Vorbilder aus dem Profisport, seien sie aktiv oder Trainer, wie Ralf Rangnick seien ein toller Anreiz, um selbst im Sport seinen Weg zu machen.

Dies bestätigte ebenfalls Hausherr und Vorsitzender des Vorstandes der Sparkasse Merzig-Wadern, Frank Jakobs. Ihn freue sehr, dass es für die Veranstaltung, die seit 2006 durchgeführt wird, ein großes Stammpublikum gibt. Denn auch er sieht darin einen großen Dank für die ehrenamtlich engagierten Vereinsmitglieder. Diese Tätigkeiten verdienten höchsten Respekt und großen Dank.

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