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Bürgerversammlung zum Haus Sonnenwald

Kreisstadt Merzig stellt Vorhaben der Bevölkerung vor

Am Montag, 25. April 2022, hat die Kreisstadt Merzig zu einer Informationsveranstaltung über das ehemalige VDK-Heim Haus Sonnenwald eingeladen. Dabei konnten Bürgermeister Marcus Hoffeld und der Erste Beigeordnete Christian Bies im Bürgerhaus Besseringen rund 70 interessierte Bürgerinnen und Bürger begrüßen und ging auf die Bedeutung des Hauses für die ganze Stadt ein.

Im Anschluss an die Begrüßung stellte Werner Gasper vom Fachbereich Stadtentwicklung, Bauwesen und Umwelt der Kreisstadt Merzig die vorgesehenen Planungen vor und ging dabei zunächst auf die Historie des Hauses ein.

So wurde der Gebäudekomplex 1954 vom Sozialverband VdK als Erholungsheim errichtet und sukzessive zu einem hotelähnlichen Erholungs- und Wellnesszentrum ausgebaut. Dabei zählte das Gebäude mit bis zu 20.000 Übernachtungen im Jahr zeitweise zu den wichtigsten touristischen Einrichtungen der Kreisstadt Merzig.

Nach der Schließung des Hauses Sonnenwald im Jahr 2013 wurde das Gebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen (unbegleitete Jugendliche) genutzt. Im Februar 2016 erwarb die Kreisstadt Merzig die Liegenschaft mit einer Fläche von rund 13.480 m² für den gleichen Zweck. Nachdem dieser Bedarf aufgrund des Rückgangs der Flüchtlingszahlen nicht mehr vorhanden war, wollte die Kreisstadt Merzig das Gebäude veräußern und führte diesbezüglich im Jahr 2019 ein Interessenbekundungsverfahren durch, dass letztendlich ohne Ergebnis blieb und daher aufgehoben wurde. Daraufhin entschloss sich der Merziger Stadtrat am 30.09.2020 ein zweites Interessenbekundungsverfahren durchzuführen.  In beiden Interessenbekundungsverfahren wurden die folgenden Nutzungsschwerpunkte definiert: Hotel (z.B. Kur- und Tagungshotel), Wellness-/Erholungsresort, Gastronomie/Restaurantbetrieb, Erholungsbereich für Kinder und Jugendliche (z. B. Jugendherberge, Sportschule, usw.), soziale Einrichtung (Frauenhaus, Mutter-Kind-Haus, usw.), Einrichtung der Gesundheitspflege (z. B. Fach- oder Kurklinik, Therapiezentrum, Erholungsheim usw.), Formen des betreuten Wohnens (für Senioren, Menschen mit Handicap und/oder Demenz), Forschungs- und Entwicklungszentrum, Umnutzung durch Dienstleistungsunternehmen (z. B. Dienstleistungszentrum).

Darüber hinaus schloss die Kreisstadt Merzig die folgenden Nutzungen aus: Reines Wohnen, Nutzung durch einen Handwerks- oder einen sonstigen lärmintensiven Gewerbebetrieb, Vergnügungsstätten (wie z. B. Casino, Spiel- und Automatenhalle sowie entsprechend ausgestattete Wettbüros), Einrichtungen jeglicher Art, deren Zweck auf Darstellung mit sexuellem Charakter ausgerichtet ist (wie z. B. Bordelle, Swinger-Clubs, Nachtlokale, FKK usw.), Diskothek.

Im Rahmen des zweiten Interessenbekundungsverfahrens meldeten sich insgesamt 29 Interessenten, von denen acht ein schriftliches Angebot abgaben. Hiervon kristallisierten sich letztendlich zwei aussichtsreiche Bewerbungen heraus, mit denen die Kreisstadt Merzig weitere Gespräche führte und von denen letztlich nur noch ein Bewerber sein Angebot aufrechterhielt. Der Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nach einer touristischen und gastronomischen Nutzung konnte trotz intensiver Bemühungen nicht erfüllt werden.

In der Bürgerversammlung stellte die Kreisstadt Merzig nun das Angebot einer Investorengruppe vor, die eine Privatklinik mit medizinischem Versorgungszentrum, betreutem Wohnen sowie Ferien- und Personalwohnungen an diesem Standort vorsehen. Zielgruppe sollen dabei Privatversicherte, Selbstzahler und gesetzlich Krankenversicherte sein. Dabei sollen akute und rehabilitative stationäre, teilstationäre und ambulante Behandlungen psychosomatischer Beschwerden durchgeführt werden. Ebenso sind aber auch Coachings, betriebliches Gesundheitsmanagement sowie medizinische Gutachten vorgesehen. Um diese Leistungen perfekt anbieten zu können, sollen 80 vollstationäre Betten entstehen, die aus Ein- und Zwei-Bettzimmern bestehen. Zudem sollen zwei Übernachtungsbetten im Pflegestützpunkt und zehn tagesklinische Behandlungsplätze entstehen. Die Schwerpunkte sollen unter anderem in den Bereichen Sportpsychiatrie, Berufs- und Stressfolgeerkrankungen, Gesundheitsbewusstsein, Vergesslichkeit sowie der Natur und Waldmedizin liegen. Dabei soll auch eine Zusammenarbeit mit dem Gesundheitscampus Merzig sowie den Praxen vor Ort angestrebt werden. Zudem soll sich aber auch das Erscheinungsbild des Areals durch einen modernen Gebäudekomplex verändern. So soll das Gebäude nach dem vorliegenden Konzept zum Wald hin fünfgeschossig und zum Ort hin sechsgeschossig werden.

Im Rahmen der Bürgerversammlung wurden noch mehrere Fragen zu dem Projekt gestellt. Dabei stellte sich heraus, dass der Bevölkerung insbesondere der weitere Zugang zum Wald von besonderer Bedeutung ist, der auch in Zukunft weiterhin gewährleistet sein wird.

Im weiteren Verlauf der Projektabwicklung hat der Besseringer Ortsrat am 2. Mai 2022 über den Verkauf des Areals beraten. Am 3. Mai 2022 war dies auch Thema in der Stadtratssitzung. Im Anschluss sollen die Projektplanungen vertieft und diverse Voruntersuchungen durchgeführt werden. In diesem Zusammenhang werden auch die Vorplanungen zur Verkehrsführung während und bei Regelbetrieb thematisiert und die Vorbereitungen für das Bebauungsplanverfahren eingeleitet. Dabei werden im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens auch die Bürgerinnen und Bürger bei den Planungen beteiligt.

 

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