Startseite    Kinder-Weihnachtsseite
Adventskranz mit Kerzen am 3. Advent

Kinder-Weihnachtsseite

Um den Kindern in der aktuellen Situation die Wartezeit bis Weihnachten zu verkürzen, veröffentlichen wir in der Adventszeit an dieser Stelle eine „Mitmach-Geschichte“ in vier Teilen. Geschrieben wurde sie von der städtischen Mitarbeiterin Sarah Klemm. Viel Spaß!

 

Muma – das kleine Mutmach-Monster (Teil 1)
(Eine Geschichte für Kinder ab 3 Jahren)

„Nein, Mami, ich will nicht“, krampfhaft klammerte sich die kleine Sina an die Hand ihrer Mutter Marie. Erst vor wenigen Tagen war Sina mit ihrer Familie in die Stadt gezogen und nun sollte sie ganz alleine im Kindergarten bleiben, bei den vielen fremden Kindern. „Ach Sina“, Marie strich ihrer Tochter liebevoll über den Kopf, „du weißt doch, dass Mami arbeiten muss!“ Sina schaute ihre Mutter traurig an: „Ja, aber ich habe Angst!“ „Schau mal, mein Schatz, ich habe etwas für dich“, Marie zog ein kleines buntes Etwas heraus, „das ist Muma, ein kleines Mutmach-Monster! Es wird dich in den ersten Tagen im Kindergarten begleiten. Muma passt auf dich auf und du kannst ihm alles anvertrauen!“ „Danke Mami“, zaghaft ließ Sina Maries Hand los und drückte das kleine bunte Stofftier fest an sich. „Wollt ihr es jetzt gemeinsam versuchen? Du und Muma?“ fragte Marie und schaute ihre Tochter aufmunternd an. Sina nickte: „Jetzt bin ich nicht alleine. Jetzt können wir reingehen!“ und stapfte durch den Schnee in Richtung Kindergartentür.

 

Muma – das kleine Mutmach-Monster (Teil 2)

„Brr, ist das kalt“, Sina schüttelte sich. Eine junge Frau erwartete Sina und ihre Mutter schon an der Eingangstür: „Hallo! Kommt erst mal rein ins Warme. Ich bin die Laura, ich bin die Erzieherin. Sina kommt in meine Gruppe.“ Dann beugte sie sich zu Sina hinunter und reichte ihr die Hand: „Herzlich willkommen, Sina! Möchtest du mit mir gehen? Ich zeige dir alles!“ Sina nickte zögernd. Laura gab Marie ein Zeichen, diese verabschiedete sich von ihrer Tochter: „Bis nachher, mein Schatz!“ sie drückte ihr einen dicken Schmatzer auf den Kopf und schloss die Tür hinter sich zu. Sina war den Tränen nahe. Mami hätte doch noch bleiben können! Was, wenn die Kinder mich nicht mögen? Was, wenn die Kinder nicht mit mir spielen wollen? Sina drückte Muma so fest, dass ihre kleinen Fingerchen schmerzten. In der Blumengruppe, zu der Sina jetzt gehört, warteten die Kinder schon neugierig auf ihre neue Spielkameradin. „Hört mal kurz her!“ rief Laura, „das ist die Sina!“ „Hallo Sina!“ ertönte es laut aus allen Ecken und viele Kinderaugen waren plötzlich auf Sina gerichtet. Das machte ihr etwas Angst und sie wich erschrocken zurück. „Komm“, Laura zupfte an ihrer Mütze, „zieh mal deine dicke Jacke aus!“ Artig folgte Sina der Anweisung der Erzieherin – Muma legte sie dabei keine Sekunde aus den Händen. „Möchtest du lieber etwas spielen? Oder willst du malen?“ erkundigte sich Laura, nach dem sie gemeinsam die Jacke aufgehängt hatte, behutsam. „Mmh, malen“, entschied Sina. Sie setzte sich auf einen freien Stuhl. Muma durfte auf dem Tisch sitzen, gleich neben der Dose mit den Buntstiften. Kleine Mutmach-Monster dürfen nämlich auf dem Tisch sitzen! Die dürfen alles – vor allem, alles was Spaß macht!

 

Muma – das kleine Mutmach-Monster (Teil 3)

„Was ist das?“ wurde Sina plötzlich von einem Mädchen angesprochen, das mit dem Finger auf das kleine bunte Stofftier zeigte. „Das ist Muma!“ antwortete Sina. „Muuumaaa?“ das kleine Mädchen betonte jeden Buchstaben und lachte, „was ist das denn für ein Name?“ „Ja, das ist Muma, mein Mutmach-Monster. Dem kann ich alles sagen! Es passt auf mich auf und es erzählt nix weiter!“ „Cool!“ „Und wer bist du?“ fragte Sina nun ganz mutig. „Ich bin die Lara und ich bin schon 5! Sollen wir zusammen malen?“ Sina nickte. Lara setzte sich zu ihr an den Mal-Tisch. „Ich male mir jetzt ein Muma!“ erklärte sie bestimmt. Ein klitzekleines mini bisschen freute sich Sina am nächsten Tag auf den Kindergarten. Gestern hatte sie erst mit Lara gemalt, später noch etwas mit Lena und Alina gespielt und beim Mittagessen neben Emma gesessen, die nur Quatsch gemacht hat. Das fand Sina lustig und sie lachte viel. Laura fand das nicht so witzig und schimpfte mit Emma, aber nur ein klein wenig. Jeden Tag traute Sina sich mehr und mehr zu und irgendwann durfte Mami im Auto sitzen bleiben, denn Sina sprang jetzt jeden Morgen fröhlich raus, rannte zur Tür und war schnell wie der Blitz in ihrer Gruppe verschwunden. Mittlerweile war Sina seit ein paar Wochen im Kindergarten. Sie war sogar schon bei Emma, die beim Essen (und sonst auch) immer so viel Quatsch machte, zu einem Kindergeburtstag eingeladen.
Die Zeit verging und Weihnachten rückte Stück für Stück näher… Sina durfte beim Krippenspiel mitmachen, sie war als Hirte verkleidet und sollte eine Strophe alleine singen – vor allen Kindergartenkindern, den Erzieherinnen und den Mamis und Papis, Omis und Opis der anderen Kinder. Muma durfte nun immer zu Hause bleiben und es sich dort gemütlich machen, außer wenn Sina traurig war oder beim Krippenspiel, da war Sina nämlich so doll aufgeregt, dass sie eine riesengroße Portion Mut brauchte. Und was macht einen mutiger als ein Mutmach-Monster zum Freund zu haben?

 

Muma – das kleine Mutmach-Monster (Teil 4)

Einige Monate waren vergangen. Weihnachten war längst vorbei und der Frühling hielt Einzug in der kleinen Stadt. Eines Morgens klopfte es im Kindergarten an der Tür. Auf das fröhliche „Herein!“ betraten eine Frau und ein kleiner Junge den Raum. Ganz verängstigt versteckte er sich hinter seiner Mutter. „Das ist Ben“, stellte Laura ihn vor, „schön, dass du da bist!“ Ben war anders als die anderen Kinder, das merkte Sina gleich. Ben konnte nicht richtig laufen und auch nicht richtig sprechen. Meistens spielte er alleine in der Bau-Ecke, manchmal ärgerten ihn die anderen und sagten böse Wörter zu ihm oder versteckten seine Bausteine. Das fand Sina ganz schön blöd! Eines Abends fragte Sina beim Essen: „Du, Mami, darf ich Ben Muma schenken?“ „Wer ist denn Ben?“ erkundigte sich Marie. „Ben ist neu in meiner Gruppe, niemand kann ihn leiden und keiner spielt mit ihm. Ich habe doch jetzt Freundinnen! Ben ist ganz alleine. Er tut mir leid!“ „Och Sina, du bist ein liebes Mädchen“, Marie nahm ihre Tochter in den Arm, ihre Augen glänzten vor Rührung. „Darf ich Mami?“ hakte Sina nach. „Aber natürlich, mein Schatz!“ Am nächsten Morgen begleitete Muma Sina wieder in den Kindergarten. „Was ist denn mit dir los?“ Laura war sichtlich verwirrt und machte sich Sorgen, ob Sina traurig wäre. Aber Sina ging wortlos an ihr vorbei. Kurz vor der Bau-Ecke, in der Ben wieder alleine spielte, murmelte sie: „Tschüs Muma, du musst jetzt auf Ben aufpassen“, dann marschierte sie schnurstracks auf Ben zu und hielt ihm Muma hin: „Hier! Der ist für dich!“ Mit großen Augen schaute Ben Sina an. „Das ist Muma! Er soll dein Freund sein, dann bist du nicht mehr allein!“ „Muma?“ wiederholte Ben langsam und streckte zaghaft seine kleine Hand aus. Er nahm das kleine bunte Mutmach-Monster und drückte es fest an sich. „Danke!“ Er hob einen Baustein hoch und fragte: „Spielen, ja?“ Sina überlegte kurz, eigentlich fand sie Bausteine echt doof, setzte sich aber doch zu Ben auf den Boden. Dieser baute im Handumdrehen einen kleinen Stuhl und setzte Muma drauf. „Ui“, Sina war überrascht. „Siiiiiina!“ kreischte Lara plötzlich und kam aus der Puppenecke hervor, „kommst du?“ Sina schüttelte den Kopf: „Nein, ich spiele jetzt mit Ben!“ „Was?“ neugierig kam Lara näher und sah, wie flink Ben die Bausteine zusammensteckte. „Na gut“, sie setzte sich ebenfalls auf den Bau-Teppich. Lena, Alina und Emma taten es ihr wenige Minuten später gleich. Es dauerte nicht lange und Ben war von Kindern umzingelt, heute aber nicht, um ihn zu ärgern, denn auf einmal bemerkten auch die Jungs, dass Ben zwar weder richtig laufen noch sprechen konnte, aber wirklich tolle Sachen aus den Bausteinen zauberte. Endlich war auch Ben glücklich. „Gut gemacht, Muma“, zwinkerte Sina dem bunten Stofftier zu und für einen Moment glaubte sie, dass das Mutmach-Monster ihr zulächelte. Sie war jetzt schon gespannt, welchem Kind Muma als nächstes helfen würde! Aber das ist eine andere Geschichte…

 

Liebe Kinder, was glaubt ihr, wie sieht „Muma, das kleine Mutmach-Monster“ aus?
Malt uns eure Idee und sendet diese bitte (als Foto) an s.klemm@merzig.de.
Eine Auswahl der schönsten „Muma“-Bilder wird in der nächsten Ausgabe von „Neues aus Merzig“ veröffentlicht.
Wir freuen uns auf eure Bilder!

Kontakt
Öffnungszeiten
facebook
Instagram