Kirchplatz

Kirchplatz

Nach dem Spatenstich wurden während der Umbauarbeiten aus kultur- und städtebaulicher Sicht bemerkenswerte archäologische Funde vom Landesdenkmalamt unter der Leitung von Prof. Dr. Wolfgang Adler gesichert. Es waren die Fundamente der ursprünglichen Pfarrkirche von St. Walpurgis. 

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Kirchplatz St. Peter

Kirchplatz

Anno 1617, Scan H.-G. Marschall

Der älteste Plan von Merzig zeigt die frühere Pfarrkirche St. Walpurgis (A) inmitten des Friedhofs und dicht neben der deutlich größeren, damals im Schiff ruinösen spätromanischen Propsteikirche St. Peter (C-D). Obwohl die Pfarrei von den Mönchen betreut wurde, gab es getrennte Gotteshäuser. Erst ab 1725 war St. Peter zugleich Pfarrkirche. Um 1760 wurde St. Walburga abgerissen. An ihrer Stelle entstand eine kleine, wieder Walpurgis geweihte Kapelle, die zu Beginn des 19. Jh. niedergelegt wurde. 2013 wurde bei Ausgrabungen im ehemaligen Kirchhof der Grundriss eines Zentralbaus freigelegt. Vier halbrunde Apsiden / Konchen sind um einen quadratischen Mittelteil angeordnet, über dem ein Turm zu rekonstruieren ist. An der Außenseite der Konchen weisen je zwei Vorsprünge auf die Position von Pfeilern oder Lisenen hin. Sakralbauten vom Vier-Konchen-Typ sind von der Spätantike bis zum Hochmittelalter errichtet worden. Sie sind zwar großräumig verbreitet, aber recht selten. Eine Datierung ins späte Früh- bis Hochmittelalter erscheint wegen des Grundrisses und wegen stratigrafischer Indizien gewiss. Eine Radiokarbon-Datierung bestätigt die mittelalterliche Entstehung des Mauerwerks. Eine engere zeitliche Eingrenzung allein anhand archäologischer Kriterien wird durch das geringe Fundaufkommen erschwert. Der Zentralbau wurde in einem bestehenden Friedhof errichtet, der wohl um die erste Pfarrkirche von Merzig herum im Frühmittelalter entstanden war. Dieser Kirchenbau ist bislang nicht lokalisiert (unter St. Peter?). Um 1150 siedelten sich Augustiner-Chorherren in Merzig an, denen der Pfarrdienst übertragen wurde. Sie wurden schon 1182 durch Prämonstratenser-Mönche abgelöst. Die um 1200 errichtete Kirche St. Peter ist das Werk der Prämonstratenser. Der Zentralbau dagegen entstand möglicherweise im Zusammenhang mit der Gründung der Augustiner-Chorherren im mittleren 12. Jh. Dass die ungewöhnliche Vier-Konchen-Anlage schon als Pfarrkirche geplant worden sein könnte, ist wenig wahrscheinlich. Die räumliche Trennung von Propstei- (E) und Pfarrkirche ist erst für das 16. Jh. gesichert. Spätestens seit dieser Zeit dürfte der Zentralbau die Pfarrkirche gewesen sein (bis 1725). Der Friedhof wurde noch bis 1839 genutzt.

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