Fitten

Fitten war lange Zeit Sitz einer eigenständigen Vogtei. Daher auch der Name. Bereits im frühen 10. Jahrhundert sprechen Urkunden von einem Ort namens Fvotha. Anfang des 11. Jahrhunderts ist daraus Fuotha geworden, so steht´s jedenfalls in einem Güterverzeichnis der Abtei Mettlach um ca. 1200 zu lesen. Demnach hat eine Ava von Fuotha der Abtei ein Höfchen in Tünsdorf geschenkt. Ein Verzeichnis der Rechte des Trierer Erzbischofs aus dem Jahr 1220 wird da schon konkreter: "In Vuchte sind 11 Mansen (Gehöfte), von jeder wird an St. Remigius ein Malter Korn erhoben, an St. Martin 10 Sester Hafer, ein Pfund Lein oder 12 Denare, an Ostern 2 Hühner und 14 Eier, Mitte Mai 12 Denare. Ferner zahlt alle drei Jahre jeder Mansus Mitte Mai 2 Solidi." Und so weiter und so fort sind alle Frohndienste der Fittener geregelt, darunter wer wie lange und wie oft zu roden, zu mähen und zu dreschen hat. Und alles zum Wohl des Erzbischofs...

Doch damit nicht genug der Steuern und Abgaben. Auch die sog. "Türkensteuer" zur Bekämpfung der Türken ist im Jahr 1566 in Fitten ein Thema. Insgesamt 17 Franken Steuerschuld werden an die hohen Herren entrichtet. Eine erste Kapelle in Fitten wird erstmals im Visitationsbericht von Hilbringen des Jahres 1569 erwähnt. Und auch ein dunkles Kapitel dieser Zeit verschweigt die Ortschronik nicht: Im Jahre 1603 werden die Füttener Bürger Johann Matheisen und seine Frau Marey auf Burg Montclair als Hexen hingerichtet.
Im Jahr 1689 findet erstmals die Kapelle zum heiligen Wendalinus in einer Urkunde Erwähnung. 

Das Schöne daran, diese Kapelle ist bis heute unzerstört geblieben, und mit ihrer original erhalten gebliebenen Ausstattung um 1724 ein wahres Kleinod, das einen Besuch lohnenswert erscheinen lässt. Vor allem auch wegen einer recht bemerkenswerten Episode der Geschichte, die die Französische Revolution beisteuerte: Die Kapelle wurde nämlich von den Revolutionären enteignet und in Metz versteigert. Woraufhin der Maire Petry und andere Fittener die Kapelle für 15 Franken steigerten, womit sie wieder Eigentum der Gemeinde wurde. Nicht minder sehenswert: die Kreuzwegstationen um 1730 am Dorrgarten und ein Wohnhaus von 1799 in der gleichen Straße, Am Dorrgarten 4. Zur damaligen Zeit, also um das Jahr 1750 herum, zählt Fitten rund 30 Haushalte.

Trotz eines regelrechten Auswanderungsbooms in den Jahren 1834 bis 1868 –  so wandern beispielsweise 1835 der Wilhelm Peter und der Kiefer Peter mit 14 Personen nach Frankreich aus – bleibt die Zahl der Einwohner mit rund 300 Seelen nahezu unverändert. Mehr noch: 1864 zählt Fitten sogar 448 Einwohner und besitzt eine Schankwirtschaft. Für damalige Verhältnisse ein Meilenstein! Ein eigenes Schulhaus im Jahr 1881 und die Einrichtung einer Telegrafenhilfsstelle samt öffentlicher Fernsprechstelle im Jahre 1913 läuten die neue Zeit ein.

Im Zuge der Gebietsreform kommt Fitten, das zu diesem Zeitpunkt 564 Einwohner zählt, dann 1974 als Stadtteil zu Merzig. Mittlerweile ist die Einwohnerzahl auf rund 750 gestiegen, rund 50 davon sind im örtlichen Obst- und Gartenbauverein engagiert. Kein Wunder, gibt´s im Ort doch eine Brennerei, die edle und vor allem hochprozentige Schnäpse aus dem zahlreichen Streuobst der umliegenden Hänge zu zaubern weiß...

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