Das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle und das B-Werk Besseringen öffneten am Tag des offenen Denkmals die Türen

Dienstag, 11 September 2018

Mehr als 7 500 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten öffneten am Tag des offenen Denkmals am 9. September ihre Türen für Besucher – darunter auch das B-Werk Besseringen und das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle, die sich an der bundesweiten Veranstaltungsreihe der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz beteiligten und zu kostenlosen Führungen einluden.

Der Vorsitzende des Fördervereins Fellenbergmühle, Hans Madert, begrüßte zum 25-jährigen Jubiläum des Tags des offenen Denkmals alle Gäste, zu denen die Beigeordnete der Kreisstadt Merzig, Rosi Gruhn, Dr. Hans Bolz von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, Daniel Barth, Geschäftsführer der Stadtwerke Merzig und stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins Fellenbergmühle, sowie Nicole Leinen und Christopher Klein von der Stadtverwaltung Merzig zählten. Madert dankte allen Beteiligten für ihre Unterstützung, wobei er das Engagement von Brunhilde Wittke und ihrem Team besonders hervorhob.

„Heute ist ein besonderer Tag für unser Museum“, hielt Hans Madert in seiner Rede fest. „Auf Initiative von Dr. Bolz wurde es als saarländisches Fokusprojekt anlässlich des Tages des offenen Denkmals ausgewählt und vom Tourismus-Team der Stadtverwaltung und Frau Wittke von der Fellenbergmühle hervorragend umgesetzt“, sagte er. Im vergangenen Jahr feierte die Mühle ihr 250-jähriges Bestehen und ist heute die einzig übriggebliebene Mühle von ursprünglich über 20 am Seffersbach. Sämtliche der feinmechanischen Maschinen werden mit Wasserkraft angetrieben. Jahrzehntelang hat die Francis-Turbine dem Museum treue Dienste geleistet, doch mit der Zeit setzte der Rost an und sie stand nach Worten von Madert kurz vor dem Infarkt. Durch den starken Rost an den Schaufeln der Turbine konnte die nötige Drehzahl zum Betrieb nicht mehr erreicht werden. Zusammen mit Daniel Barth und seinem Team von den Merziger Stadtwerken wurde ein Projekt ins Leben gerufen, um die Turbine rundum zu erneuern und dem Museum die Antriebskraft zu geben, die bis heute live erlebbar macht, wie früher in der Mühle gearbeitet wurde. „Wenn wir so ein Projekt angehen, muss es für die nächsten 100 Jahre erhalten bleiben“, äußerte Daniel Barth sein Bestreben und erklärte, man wolle mit der neuen Turbine in Zukunft auch regenerativen Strom erzeugen. Dafür wird in die Turbine ein Generator eingebaut, die Kosten dafür übernehmen die Stadtwerke Merzig. Die neue Turbine der Mühle, die noch dieses Jahr installiert werden soll, wurde durch die Unterstützung der Stadt Merzig und mit einer Spende in Höhe von 15 000 Euro von der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, dem Saarländischen Museumsverband, dem Ministerium für Bildung und Kultur sowie den Stadtwerken finanziert.

Als Getreide- und Ölmühle 1767 entstanden, wurde die Fellenbergmühle 1927 zu einer feinmechanischen Werkstatt umgebaut. Dieser Betrieb ist für Besucher heutzutage authentisch nachvollziehbar, denn noch immer treiben surrende Lederriemen die Maschinen der Metallwerkstatt an - so werden zum Beispiel in wenigen Minuten Trauringe mit einer persönlichen Gravur versehen.

Rosi Gruhn überbrachte die Grüße der Kreisstadt Merzig an den Vorstand des Fördervereins Fellenbergmühle und zeigte sich erfreut über die zahlreichen Spenden, die dem Erhalt der Mühle zugutekommen. „Die Maschinen der Mühle sind das Herzstück und müssen erhalten bleiben“, betonte die Beigeordnete in Vertretung für Marcus Hoffeld und unterstrich besonders das hohe Engagement aller Beteiligten in der Fellenbergmühle. „Davon lebt so ein historisches Haus und ich wünsche mir, dass solche Einrichtungen noch lange bewahrt bleiben.“

„Mit diesem Tag wollen wir nicht nur die Denkmäler gezielt fördern, sondern auch das Bewusstsein dafür wecken, dass ein Denkmal etwas Wertvolles ist“, sagte Dr. Hans Bolz.

Besucher der Fellenbergmühle hatten an diesem Tag die Gelegenheit, sich über die Arbeit in der Mühle zu informieren und den Handwerkern beim Schleifen und Gravieren über die Schulter zu schauen. Des Weiteren wies Madert darauf hin, dass die Mühle zur Verstärkung ihres Teams Handwerker sucht, die gerne an Maschinen arbeiten oder Dreher waren.

Auch das B-Werk Besseringen öffnete am Sonntag anlässlich des Tages des offenen Denkmals seine Pforten und lud zu Führungen durch die Bunkeranlage ein. Sie ist eines der 32 B-Werke des 630 km langen Verteidigungsstreifens des Westwalls und das einzige noch in seiner Originalbausubstanz mit allen Waffenkuppeln erhaltene Bauwerk.

Der Tag des offenen Denkmals ist eine bundesweite Veranstaltungsreihe der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz, die als größte private Initiative Denkmalpflege neben der öffentlichen Hand betreibt. Sie setzt sich für den Erhalt bedrohter Baudenkmäler in privater Hand ein und förderte bislang die denkmalgerechte Restaurierung von mehr als  5 000 Denkmalen in Deutschland.

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