125 Jahre Pfarrkirche St. Petrus in Ketten in Hilbringen

Montag, 6 August 2018

Mit einem Festgottesdienst im Rahmen des Pfarrfestes feierte die Hilbringer Pfarrgemeinschaft am vergangenen Sonntag das 125-jährige Jubiläum der Pfarrkirche St. Petrus in Ketten. Die Kirche wurde 1890/91 erbaut, nachdem der damalige Pastor Karl Krämer das alte Gotteshaus wegen Baufälligkeit vom 8. Dezember 1884 bis 6. Januar 1885 schließen ließ. Dies verursachte Druck auf den Kirchenvorstand, der nur wenige Tage später, am 18. Januar 1885, einen Antrag zum Kirchenneubau stellte. Die Architektur der Kirche im späthistorischen Stil entwarf Wilhelm Hector aus Roden, der bereits ähnliche Kirchen in Differten, Köllerbach, Marpingen, Pachten, Theley, Wehrden und Alf an der Mosel erbaut hatte. Mit der Grundsteinlegung am 23. April 1891 begann die kurze Bauphase der Kirche, die am 29. August 1891 vom Dechant Matthias Reiß von Merzig benediziert wurde und deren Konsekration durch Bischof Felix Korum am 9. Mai 1893 erfolgte.

„In diesem Jahr wollen wir das Jubiläum unserer Pfarrkirche, die das seltene Patronat ‚St. Petrus in Ketten’ hat, feiern. Diese Ketten sind auch im Hilbringer Ortswappen versinnbildlicht“, sagt Pastor Peter Frey, der sich beim Anblick des Turmes seiner Kirche von der Autobahn her stets darüber freue, bald daheim zu sein. Er weist auf eine Erzählung aus der Apostelgeschichte hin, in der Petrus, der im Gefängnis in Ketten gefesselt ist, von einem Engel herausgeführt wird. Die Ketten fielen von ihm ab und er konnte das Evangelium frei verkünden. „Schon im Mittelalter hatte Hilbringen eine Kirche und es gab hier religiöses Leben“, sagte Frey, „und so Gott will, wird es dieses auch noch in Jahrhunderten geben“. Sinnbildlich zum Patronat ‚St. Petrus in Ketten‘ forderte Pastor Frey dazu auf, sich von quälenden Gedanken zu befreien und diese Ketten ebenfalls fallen zu lassen. „Wenn Beziehungen scheinbar kaputt sind und unsere Seele in Ketten eingeschlossen ist, gibt Gott Mut und öffnet diese Ketten. Gott ist für Überraschungen gut“, sagte der Pastor in seiner Predigt und erinnerte daran, an Gottes Kraft und Wirken zu glauben.

Im Namen der Kreisstadt Merzig überreichte Bürgermeister Marcus Hoffeld seine besten Glückwünsche zum 125-jährigen Jubiläum dieses wichtigen Gebäudes in Hilbringen und bedankte sich zudem bei allen Bürgerinnen und Bürgern für ihre Hilfe bei der Gestaltung des Festgottesdiensts sowie dem Kirchenchor für seine musikalische Darbietung. „Lassen Sie uns hoffen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger hier in den nächsten Jahren weiterhin so geborgen fühlen wie in der Vergangenheit“, teilte er in seinem Grußwort mit. Im Anschluss an den Gottesdienst segnete Pastor Peter Frey den neuen Gedenkstein der Kirche mit den Daten der Erbauung sowie sechs Sternen, die nach Worten von Frey die sechs Pfarrgemeinden von Hilbringen repräsentieren. Beim anschließenden Pfarrfest im Jugendheim wurde das große Jubiläum bei Speis und Trank gebührend gefeiert.

Charakteristisch für die Hilbringer Kirche ist ihre Ausmalung im Stil des späten Historismus. Die Blüten und Blumenranken stehen für das Paradies. Die acht Seligpreisungen gelten den Menschen, denen es gehört. Der Verkünder dieser Botschaft ist Christus, der in der Mitte über dem Triumphbogen dargestellt wird. Die rechte Hand segnet die Menschen, und die linke Hand hält das aufgeschlagene Buch mit dem Schriftzug „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Der heutige Hochaltar kam 1984 aus Schnorbach im Hunsrück. Der 1902 geschnitzte Altar hatte in einer Scheune überlebt. Von Villeroy & Boch stammt der 1896 gefertigte Kreuzweg im Nazarenerstil. Die Kirchenfenster sind von 1963 und wurden nach Entwürfen von Jakob Schwarzkopf von der Firma Binsfeld geschaffen.

  • Wetter in Merzig

  • ° 00:00
Image