Chirurgie am Klinikum Merzig als Hernienzentrum anerkannt

Donnerstag, 7 Juni 2018
Harald Kiefer SHG Klinikium

©Harald Kiefer/SHG

Chefarzt Professor Dr. Guy Sinner freut sich über die erfolgreiche Zertifizierung

Merzig. Die Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie des Klinikums Merzig hat die offizielle Anerkennung als Hernienzentrum erhalten. Die Zertifizierung wurde von der bundesweit obersten Fachvereinigung, der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV), ausgesprochen und gilt für die nächsten drei Jahre. „Damit sind wir das bislang einzige zertifizierte Hernienzentrum im Saarland“, freut sich Chefarzt Professor Dr. Guy Sinner gemeinsam mit seinem Kollegen Dr. Matthias Schelden und dem Oberarzt Dr. Wolfgang Vogt. Diese drei sind von der DGAV als Fachchirurgen im Hernienzentrum anerkannt.
Als Zertifizierung wird ein Verfahren bezeichnet, das bestimmte Anforderungen überprüft. In der von der DGAV in Merzig durchgeführten Zertifizierung wurde geprüft, ob alle zuvor festgelegten Qualitätskriterien vorhanden sind. Es geht hierbei um die Feststellung der Qualifikation und stetige Fortbildung der Operateure, Mindestzahlen an Operationen, Strukturvoraussetzungen auf Station oder in der Ambulanz sowie optimale technische Ausstattung.      
Im Klinikum Merzig hat sich die Abteilung für Allgemein- und Viszeralchirurgie unter anderem auf die Behandlung von Bauchwandbrüchen spezialisiert. Operationen von Leistenbrüchen oder sonstigen Bauchwandbrüchen gehören zu den am häufigsten durchgeführten Eingriffen in Deutschland.
In Merzig werden im Jahr über 400 Bruchoperationen durchgeführt. Daher lag es nahe, hier die Qualität der Versorgung besonders zu überprüfen. Alle operierten Patienten werden ein Jahr nach der Operation kontrolliert um das Ergebnis der OP zu dokumentieren. Diese Daten werden in ein bundesweites Register eingegeben, damit man die eigenen Ergebnisse mit denen im restlichen Teil der Republik vergleichen kann. Dies ist die Voraussetzung für die Zertifizierung.


„Im zertifizierten Zentrum kann der Kranke sicher sein, dass die Operateure entsprechende Erfahrung in der Behandlung dieser Krankheitsbilder haben“, betont Chefarzt Sinner. Dies wird auch durch die Zertifizierungsurkunde bestätigt. Die Zertifizierung muss alle drei Jahre erneuert werden. Dann werden alle Kriterien erneut überprüft.


Stichwort: Hernien
Hernien sind  angeborene oder seltener erworbene Defekte (Löcher) in der Bauchwand oder im Zwerchfell. Männer sind häufiger betroffen auf Grund der Anatomie der Leistenregion. Bei jedem Eingeweidebruch besteht die Gefahr der Einklemmung und Verdrehung von Eingeweiden, insbesondere dem Darm.
Eingeweidebrüche sollten immer operiert werden, da sich die angeborene oder erworbene Lücke in der Bauchwand von alleine nicht wieder verschließt. Wird der Bruch rechtzeitig operativ versorgt, ist er in der Regel völlig ungefährlich. Die Operation ist daher mit einer Heilung der Erkrankung gleichzusetzen.

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