Treibhaus des Schulgartens Brotdorf wurde eingeweiht

Montag, 28 Mai 2018

Bienenstand und Schulungsraum sind ebenfalls entstanden

In der Natur lässt der Frühling Bäume und Blumen erblühen und auch im neu errichteten Gewächshaus im Schulgarten „Auf der Ritsch“ der Grund- und Förderschule Brotdorf recken sich die Tomaten dem Himmel entgegen. Die Einweihung des Treibhauses wurde zusammen mit einem ebenfalls neuen Bienenstand und einem Schulungsraum für beide Schulen am Freitag, 25. Mai, vollzogen.

Auf die Sonne und warme Temperaturen ist das Gewächshaus nicht angewiesen, denn die automatisierte Fensteröffnung, eine Heizung und ein Ventilator sorgen für ein ganzjähriges Wachstum von Tomaten und anderen Gemüsesorten. Nicht weit davon entfernt wurde der Bienenstand mit zwei Völkern errichtet und am Schulungsraum wurde selbst Hand angelegt.

Die beiden Schulleiter der Brotdorfer Grundschule und der Förderschule „Auf der Wild“, Karina Greveldinger und Helmut Meyer, empfingen zur Einweihung und Schlüsselübergabe unter anderem den saarländischen Umweltminister Reinhold Jost. Dieser hob das bemerkenswerte Engagement des Obst- und Gartenbauvereins (OGV) Brotdorf und des Kollegiums der Schulen hervor. „Dieses Projekt ist ein Beispiel dafür, was Schulen in Zusammenarbeit mit Kindern und Lehrern erreichen können“, sagte er. Den ersten Vorsitzenden des OGV Brotdorf, Klaus Massem, bezeichnete Jost als „Antreiber dieses Leuchtturmprojektes“. Er habe bewiesen, wie viel man mit dem nötigen Ehrgeiz erreichen könne. „Mit diesem Projekt wollen wir verlorenes Wissen an die Kinder vermitteln und sie erleben lassen, wie das schmeckt, was man selbst angepflanzt hat“, betonte der Umweltminister. Für die Zukunft sicherte er den Schulen und dem OGV weitere Unterstützung zu: „Halte dich mit deinen Ideen nicht zurück“, ermutigte Jost den ersten Vorsitzenden des OGV Brotdorf. Lob erhielt der Verein außerdem von der Landrätin dafür, dass der Garten Kindern offen stehe und ihnen vermittle, wie Lebensmittel produziert werden. Ähnlich sieht es Bürgermeister Marcus Hoffeld, der zugleich anerkennend hervorhob, dass viele der geernteten Produkte an die Tafel gespendet werden. „In diesem Vorzeigegarten kann man nicht nur über Natur reden, sondern sie auch erleben“, sagte Hoffeld und würdigte ebenfalls die tatkräftige Arbeit des Vereins sowie der Schulen. Der Brotdorfer Ortsvorsteher, Torsten Rehlinger, bedankte sich gleichfalls bei Klaus Massem für sein unermüdliches Engagement. „Du tust so viel für das Projekt und bringst den Kindern großes Wissen bei“, sagte er. Massem stellte darüber hinaus klar, dass er diese Arbeit ohne die Unterstützung der vielen Helfer nicht bewältigen könne und sprach diesen seinen Dank aus.

Realisiert wurden die Projekte mithilfe einer Spende der Bank1Saar in Höhe von 5.000 Euro. Durch diese entstanden das qualitativ hochwertige Treibhaus, der Bienenstand, eine Toilette und der Schutzbau für die Förderschüler der Arbeitsgemeinschaft Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), die drei- bis viermal die Woche dort arbeiten. Sie nutzen den Garten dazu, um sich auf eine Berufsausbildung als Gärtner vorzubereiten. An den 4.000 Euro für das vom Verein in Eigenregie erstellte Blockhaus, das für den Schulunterricht eingesetzt wird, beteiligten sich die Kreisstadt Merzig, der Landkreis Merzig-Wadern, der OGV Brotdorf und Saartoto.

Bereits seit dem Jahr 2011 werden „Auf der Ritsch“ Salate, unterschiedliche Arten von Kohl, Kartoffeln und Spargel angebaut. Die 5.000 Quadratmeter große Fläche hatte die Kreisstadt dem Obst- und Gartenbauverein Brotdorf kostenfrei zur Verfügung gestellt. Ehe man daran denken konnte, dort einen Garten anzulegen, mussten zunächst Hecken und Sträucher weggeräumt werden. Auf der angrenzenden Streuobstwiese befinden sich insgesamt 50 Äpfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäume. Die Erzeugnisse gelten als Bioprodukte, da sie unbehandelt bleiben. Klaus Massem verwendet ausschließlich Breitenhumus als Dünger, dieser wirke zugleich als Mittel gegen Schnecken und als Schattengare. Abgeschnittene Äste oder Pflanzenblätter bleiben auf dem Boden liegen und werden einfach umgegraben. „Alles, was im Garten wächst, bleibt auch im Garten“, sagte er.

In Zukunft möchte er für die Kinder einen Schaukasten über die Bienen errichten.

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