Schneckenhaus soll erhalten bleiben

Mittwoch, 2 Mai 2018

In der nächsten Sitzung am 03.05.2018 berät der Merziger Stadtrat über die Frage, ob die Kreisstadt Merzig die Gebäudeträgerschaft für einen Ersatzneubau der integrativen Kita „Schneckenhaus“ übernimmt. Die Fortsetzung des Einrichtungsbetriebes ist wegen baulicher Mängel am jetzigen Standort zukünftig nicht mehr möglich. Deshalb sucht die Lebenshilfe Merzig als Trägerin der Einrichtung bereits seit Jahren nach einer Möglichkeit, in einem Neubau nicht nur die beiden bestehenden Gruppen zu erhalten, sondern auch durch eine zusätzliche Gruppe den wachsenden Bedarf sowohl an Integrationsplätzen, als auch Tagesstättenplätzen für die Kernstadt zu decken. Die Lebenshilfe, die Kreisstadt Merzig, der Landkreis Merzig-Wadern und die Kita gGmbH haben in einer Reihe von Gesprächen in den letzten Monaten eine Lösung gefunden, die den Erhalt des Schneckenhauses sichert und auch den dringenden zusätzlichen Platzbedarf für die Kita St. Josef Merzig decken kann.

„Auf dem neben der Kita St. Josef und gegenüber der Pfarrkirche St. Josef gelegenen städtischen Grundstück in Richtung Trierer Straße könnte ein solcher Neubau entstehen“, erläutert Bürgermeister Marcus Hoffeld die Idee, die im Grundsatz auch schon mit dem für Zuschussfragen zuständigen Bildungsministerium besprochen wurde. Da auch für die benachbarte Kita St. Josef dringender Erweiterungsbedarf besteht, um langfristig die gestiegenen Anforderungen an den Tagesstättenbetrieb einer großen Einrichtung erfüllen zu können, mache es Sinn, beide Maßnahmen baulich zu kombinieren und so die Voraussetzung für eine spätere, möglicherweise auch inhaltliche Zusammenarbeit der beiden Kita-Träger zu schaffen. „Durch diese im Saarland in dieser Form wohl einmalige Art der Zusammenarbeit lassen sich nicht nur Übergänge zwischen den Betreuungsformen optimal gestalten, es sind auch erhebliche Synergieeffekte und damit Einsparungen durch die gemeinsame Nutzung von Gebäudeteilen zu erwarten“, verdeutlicht Bürgermeister Hoffeld den besonderen Reiz, der für die Umsetzung des gemeinsamen Projektes spricht.

Das Neubauprojekt stellt sowohl in städtebaulicher und architektonischer Hinsicht, als auch wegen der Anforderungen an die Funktionalität der Betriebsabläufe eine große Herausforderung dar. Um hierfür den besten Planer zu finden, sollen in einem beschränkten Architektenwettbewerb unterschiedliche Vorschläge erarbeitet werden, aus denen dann der geeignetste ausgewählt werden kann. Dabei spielt auch die Frage der Baukosten eine wichtige Rolle. Auf rd. 1,8 Millionen Euro schätzt das Bildungsministerium die Kosten für einen Ersatzneubau des Schneckenhauses, für die Sanierung und Erweiterung der Kita St. Josef sind weitere 700.000 € zu erwarten, so dass sich das Gesamtkosten auf rd. 2,5 Millionen Euro belaufen dürften. Durch das Ministerium ist die Förderung der Gesamtmaßnahme aus den Mitteln des Bundesprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung 2017 – 2020“ mit 40 Prozent der Baukosten in Aussicht gestellt. Neben dem Landeszuschuss von 40 Prozent sollen Landkreis und Stadt jeweils die Hälfte der restlichen Kosten, also jeweils 30 Prozent, tragen. Um die Mehrbelastung für den städtischen Haushalt auszugleichen, würde die Lebenshilfe dann das Gebäude von der Stadt mieten und hierfür für einen Zeitraum von 20 Jahren eine monatliche Miete zahlen.

Über die Frage, ob die Stadt die Gebäudeträgerschaft übernimmt, entscheidet der Stadtrat in seiner heutigen Sitzung. Dabei geht es auch um die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für die Baumaßnahme im Vorgriff auf die Haushalte der nächsten Jahre und den Auftrag an die Verwaltung, die Gespräche und Planungen mit den übrigen Beteiligten fortzusetzen sowie den für die Auswahl des Planungsbüros vorgesehenen Architektenwettbewerb vorzubereiten.

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