Biereichenfest im Merziger Stadtwald

Mittwoch, 4 April 2018

Von strömenden Regenschauern bis hin zum strahlenden Sonnenschein – so wechselhaft zeigte sich das Wetter passend zum Start in den April am Ostersonntag. Was 1956 mit einem Aprilscherz begann, ist seit Jahrzehnten zu einer festen Tradition geworden: Jedes Jahr feiern die Brotdorfer „Strammen“, die Kreisstadt Merzig sowie zahlreiche Wanderer das traditionelle Biereichenfest im Merziger Kammerforst. Dabei eignete sich der Weg zur Biereiche für einen schönen Spaziergang durch den Wald. Unterstützt wurde das Fest wie alle Jahre zuvor von der Karlsberg Brauerei Homburg, die die Feier mit dem Brotdorfer Verein „Die Strammen“ veranstaltete.

Zum offiziellen Fassanstich begrüßte der erste Vorsitzende der „Strammen“, Timo Rebmann, insbesondere die diesjährige Protektorin, Martina Holzner, Landtagsgeordnete und neue Kreisvorsitzende der SPD im Landkreis Merzig-Wadern. Darüber hinaus hieß er den Brotdorfer Ortsvorsteher Torsten Rehlinger, den Merziger Ortsvorsteher Manfred Klein, den Bürgermeister der Kreisstadt Merzig, Marcus Hoffeld, den Ersten Beigeordneten der Kreisstadt, Dieter Ernst, die Freeschenkönigin von Brotdorf, Natascha II., die Erntedankhoheiten von Orscholz, Sabine I. und ihre Prinzessin Lisa, sowie die saarländische Bierkönigin Bianca, und die Besseringer Linsenkönigin, Jana II., willkommen. Der erste Vorsitzende bedankte sich bei den Besuchern dafür, dass sie trotz des widrigen Wetters den Weg zur Biereiche auf sich nahmen und Torsten Rehlinger würdigte die „Strammen“ für ihre tatkräftigen Bemühungen.

Passend zum Fassanstich klarte dann glücklicherweise der Himmel auf. Martina Holzner waltete ihres Amtes und versenkte den Zapfhahn mit zwei gezielten Schlägen im Fass. Wie die Schirmherrin betonte, findet sie es „jedes Jahr ganz klasse, was die Strammen hier im Wald veranstalten“. Hier könne man sicher sein, dass die Besucher bestens mit Speis und Trank versorgt werden. Mit seiner Livemusik versetzte Akkordeonspieler Horst Irsch die Gäste von 10 bis 18 Uhr in Feierlaune. Er gehört ebenfalls zum festen Inventar des Biereichenfestes. Weiterhin standen kleinere Waldexpeditionen und die Kinderbelustigung durch die „Strammen“ auf dem Programm.

Die Biereiche ist mit einem Alter von zirka 300 Jahren einer der ältesten Bäume im Saarland. Im Jahr 2014 musste sie aus Sicherheitsgründen gefällt werden. Aus dem verbliebenen etwa drei Meter hohen Baumstumpf fertige der Bildhauer Pascal Wirth im Oktober des gleichen Jahres ein Denkmal an, das den Ritter Saarfürst als Symbolfigur der Saarfürst-Brauerei zeigt.

Der Brauch des Biereichenfests geht viele Jahre zurück. Ursprünglich war der Baum eine Boarn-Eiche (Grenzeiche), der die Grenze zwischen Besseringen, Brotdorf und Mettlach markierte. Der Name „Biereiche“ entstand durch mündliche Überlieferung. Am 1. April des Jahres 1956 machte die Saarbrücker Zeitung daraus einen Aprilscherz und lud zum Bier-Eiche-Fest ein. Diesen Scherz nahm der damalige Saarfürst-Chef zum Anlass, einen Kasten Bier zur Eiche bringen zu lassen. So entstand das erste Biereichenfest, das sich über die Jahre hinweg zur beliebten Tradition entwickelt hat.

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