Josefstag 2018 | In Merzig trafen sich tausende Pilger zur Josefswallfahrt

Dienstag, 27 März 2018

Die Kreisstadt Merzig stand am Montag der vergangenen Woche wieder ganz im Zeichen der Josefswallfahrt. Hier waren wieder tausende Gläubige unterwegs zum Kreuzberg, um dem Heiligen Josef, Schutzpatron der Handwerker, ihre Gebete entgegenzubringen. Der Frühlingsanfang wollte zwar noch nicht so richtig mitspielen, doch das ließ die vielen Gläubigen nicht davon abhalten, sich auf den Weg von der Josefskapelle zur Kreuzbergkapelle zu machen. Bereits in den frühen Morgenstunden machten sich die ersten Pilger auf den Weg. Sowohl in kleinen Gruppen, als auch in groß organisierten Wallfahrtsgesellschaften – aus dem gesamten Saarland und aus den Nachbarländern Frankreich und Luxemburg – waren die Pilger nach Merzig gekommen. In vielen Sprachen wurde das „Vater Unser“ gebetet und sie erklommen den steilen und beschwerlichen Kreuzweg mit den 14 Kreuzwegstationen hinauf zur Kreuzbergkapelle. Zuvor waren die Gläubigen in die Pfarrkirche St. Josef eingeladen, um bei Messen zum heiligen St. Josef aufzublicken und ihn zu verehren. Es zeigte sich auch in diesem Jahr, dass der traditionelle Wallfahrtstag nichts an Bedeutung verloren hat. Die Wallfahrt zur Anbetung des heiligen Josefs, die in jedem Jahr am Josefstag in Merzig stattfindet, geht auf das Jahr 1843 zurück. Am 19. März 1843 wurde ein einfacher Arbeiter – der „kumme Nicola“ – von seinem langjährigen Gischtleiden geheilt. In einem Brief von Pastor Johann Jakob Arns von St. Peter vom 6. Juni 1859 stehe folgendes zu lesen: „Nekla, wie Nikolaus in der Merziger Mundart heißt, schlurfte am Festtag des heiligen Josef mühsam zur Kapelle, um dem Zimmermann eine Kerze anzuzünden. Eine wage Hoffnung leitete ihn dabei, gerade bei ihm Gehör zu finden. Und siede da! Kaum hatte er in unbeholfenen Worten seine Bitte gemurmelt, da begann es in seinem Rücken zu kribbeln und zu beißen wie von Ameisen, der Tücken straffte sich, die Schmerzen verschwanden, - der krumme Nicola war geheilt, konnte wieder gerade gehen, wie der Gichtbrüchige, den Josefs Pflegesohn, Jesus, geheilt hatte.“ Schnell verbreitete sich die Kunde dieses Wunders in Merzig und die Josefskapelle erlebte noch am selben Abend einen riesigen Besucherandrang. Das Wunder sprach sich in den nächsten Wochen und Monaten nach und nach weit über die Stadtgrenzen hinaus rund und am Josefstag des Jahres 1844 pilgerten „Tausende von Fremden aus der Nähe und Ferne zu der hiesigen St. Josefs Kapelle.“

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