Buchvorstellung: Wolfgang Reget berichtet über Merchingens Geschichte

Dienstag, 2 Januar 2018

Die Geschichte der Ackerbauschule von Merchingen, die Bannteilung von 1720, die Auswirkungen der französischen Revolution in unserer Region und Berichte über bekannte Auswanderer, Kriegstote sowie über alteingesessene Merchinger Familien, wie die Familie Ludwig, thematisiert das neue Heimat- und Familienbuch des Merchinger Heimatkundevereins, welches am 19.12.2017 im Vereinshaus vorgestellt wurde. Verfasst wurde das Buch von dem ehemaligen Französischlehrer Wolfgang Reget, der rund 20 Jahre an dem Werk gearbeitet hat und auf 784 Seiten die Geschichte Merchingens mit alten Fotos von Gebäuden und Personen, alten Todes- und anderen Anzeigen aus Zeitungen erzählt. Das Buch gliedert sich in einen geschichtlichen und familienkundlichen Teil, in dem zum einen neue Aspekte zur Ortsgeschichte dargestellt werden, wie die Geschichte der Ackerbauschule in den Jahren 1846 bis 1852. Zum anderen wird die Familiengeschichte des Ortes dargestellt, die von der ersten Steuerliste 1519 bis 1912 reicht, als Merchingen aus dem Bürgermeisteramt Haustadt ausgegliedert wurde und zu Merzig kam.

Helmut Hoff, Ortsvorsteher von Merchingen, dankte dem Autor für seine Arbeit, das Buch fertigzustellen und neue Facetten des Ortes zu zeigen. „Bisher galt das Interesse oft den Merchinger Hexenprozessen“, berichtete Hoff und zeigte sich darüber überrascht, wie viel es darüber hinaus noch zu entdecken gibt. Nach seinen Worten soll mit der Lektüre die lebhafte Geschichte erhalten bleiben. „Wenn man anfängt, darin zu blättern und einem roten Faden folgt, ist es spannend wie ein Kriminalroman“, lobte Hoff die Arbeit des Autors. Zudem dankte er dem Herausgeber der Publikation, dem Heimatkundeverein Merchingen sowie den Sponsoren wie der Kreisstadt Merzig, dem Landkreis Merzig-Wadern und der Sparkasse Merzig-Wadern, den Geschäften und Privatmenschen für die Unterstützung, ohne die man das Buch nicht zu dem Preis von 45 Euro verkaufen könnte.

Für die Recherche war Wolfgang Reget kein Weg zu weit: Er ist viel und länderübergreifend gereist, um in zahlreichen Archiven der Region, darunter in Metz, Trier, Nancy, Merzig und Koblenz, Quellen zu sichten und eigens auszuwerten. Dabei ist es dem Autor insbesondere ein Anliegen, neue Erkenntnisse und Informationen über den Ort festzuhalten, die vorher noch nicht veröffentlicht wurden. So zeigte er das ursprüngliche Herzogtum, welchem Merchingen angehörte, und die unterschiedlichen Herrschaftsgeschlechter, an die die Bauern ihre Steuern zahlen mussten.

Bei seiner Vorstellung des Bandes ging Wolfgang Reget näher auf die Merchinger Ackerbauschule ein, die die einzige Schule dieser Art war, die dort gegründet wurde. Sie hatte den Zweck, jungen Leuten theoretisch und praktisch in den Hauptzweigen der Landwirtschaft zu bilden, um ein bäuerliches Gut für sich oder andere auf eine möglichst vorteilhafte Art bauen können. Neben der Kirchengeschichte beschäftigte sich Wolfgang Reget mit den Flurnamen und der genealogischen Erforschung der Merchinger Einwohner wie Caspar Hilarius Weiss. Weiss war kleinwüchsig und ging nach Amerika, wo er ein bekannter Show-Star, Tänzer und Entertainer wurde.

Detailierter beleuchtet Wolfgang Reget in seinem Buch die alteingesessenen Familien, die durchgehend in Merchingen leben. Dazu gehören die Familie Paulus, die sich 1729 aus Keuchingen in Merchingen niederließ, und die Familie Ludwig, die seit 1600 lückenlos nachweisbar ist. Die Geschichte wird durch persönliche Bilder und Fotos von Wirtschaften und Gebäuden anschaulich visualisiert.

Das Buch kostet 45 Euro und ist bei der ersten Vorsitzenden des Heimatverein Merchingens, Christina Annen, unter Tel. 75974, beim Kassierer Willibald Wächter unter Tel. (0176) 100130033 oder bei Autor Wolfgang Reget unter Tel. 1820 erhältlich.

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