70 Jahre VDK-Kreisverband Merzig-Wadern

Dienstag, 24 Oktober 2017

Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es Bestrebungen, die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen (Kriegerwitwen und Kriegerwaisen) zu unterstützen und eine Organisation aufzubauen, die die Interessen der Kriegsopfer vertreten soll. Die Not der Menschen führte dazu, dass manche gleich von 1945 an Versuche unternahmen, die Not der Kriegsgeschädigten und Kriegshinterbliebenen etwas zu lindern. Aus diesem Grund kam man auf die Idee, eine Organisation zu schaffen, die den Opfern helfen sollte, ihre Rechte durchzusetzen. Aus dieser Idee heraus bildetet sich der VDK. Als das Saarland Ende 1947 wirtschaftlich an Frankreich angegliedert wurde, konnte ab 1948 „der offene Aufbau der Organisation erfolgen“, heißt es im Organisations- und Sozialbericht von 1949. Da die Genehmigung der Verbandsgründung im März 1947 erteilt wurde, gilt dies als offizielles Gründungsjahr der VDK. Innerhalb von zwei Jahren wuchs der VDK auf 130 Ortsgruppen und mehr als 8000 Mitglieder. 

Zur offiziellen Feier des 70. Geburtstages des VDK-Kreisverband Merzig lud dieser am vergangenen Freitag zahlreiche Gäste in den Ellerhof nach Merzig ein. Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Lutwin Scheuer, begrüßte hierzu besonders die stellvertretende Ministerpräsidentin Anke Rehlinger, die stellvertretende Landesvorsitzende des VDK, Dagmar Heib, Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich, Bürgermeister Marcus Hoffeld, den stellvertretenden Landesgeschäftsführer Christian Gebhardt-Eich, die Landtagsabgeordneten Martina Holzner, Frank Wagner und Stefan Thielen, die Bürgermeister Jochen Kuttler, Wadern, Daniel Kiefer, Mettlach, Werner Hero, Weiskirchen und den Beigeordneten der Gemeinde Losheim, Norbert Müller. Zudem Edmund Kütten, vom Kreistag Merzig-Wadern, Ortsvorsteher Manfred Klein, Dechant Bernd Schneider und den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Merzig-Wadern, Frank Jakobs. 

Eine besondere Ehrung und Anerkennung erhielt an diesem Tag Maria Latz aus Wadrill, die im hohen Alter von 105 Jahren als Gründungsmitglied des Kreisverbandes geladen und anwesend war. Lutwin Scheuer ehrte sie für ihre langjährige ehrenamtliche Mitarbeit im Kreisverband und bewunderte die immer noch ansprechende Lebensqualität der Rentnerin. 

Der Kreisverbandsvorsitzende stieß mit den Gästen auf 70 erfolgreiche Jahre im VDK-Kreisverband an und gab einen Rückblick in die Geschichte des Verbandes. Der VDK sei, so Scheuer weiter, mit 1,8 Millionen Mitgliedern bundesweit Deutschlands größter Sozialverband. Er sei unabhängig, aber nicht unpolitisch. Deshalb setzte er sich für Menschen mit Behinderungen, chronisch Kranke, ältere und sozial benachteiligte Menschen aktiv ein. Finanziert werde der Verband, der im Saarland mehr als 44.000 und davon im Kreisverband Merzig-Wadern allein 3600 Mitglieder hat, ausschließlich über Mitgliedsbeiträge und Spenden.

Die Stärke des Verbands ist die Sozialpolitik. Deshalb engagiert er sich als Lobby der Benachteiligten, vor allem in der Renten-, Pflege-, Behinderten- und Arbeitsmarktpolitik. Mit öffentlichkeitswirksamen Aktionen setzt er sich für die Interessen seiner Mitglieder und gegen den Sozialabbau ein. Der VdK ist in politischen Arbeitsgruppen und Gremien vertreten, führt Gespräche mit Politikern und legt diesen seine Forderungen vor. Für seine Mitglieder ist der VdK aber auch Dienstleister und vor allem eine Gemeinschaft. In sozialrechtlichen Fragen stehen erfahrene Juristen den Mitgliedern zur Seite. Als VDK-Mitglied habe man Anspruch auf Rechtsschutz in sozialrechtlichen Angelegenheiten, er bietet Beratung zu Fragen der Sozialversicherung, er ist eine Interessenvertretung in der Politik, bietet günstige Versicherungen u.a. zu Sterbegeld, Unfall und Pflege an. Zudem bieten die Ortsverbände regelmäßig Veranstaltungen an und es gibt eine VDK-Zeitung mit vielen Themen und Informationen. 

Im Grußwort der stellvertretenden Landesvorsitzenden Dagmar Heib überbrachte diese die Glückwünsche des gesamten Landesvorstandes. Sie erwähnte auch, dass der Kreisverband Merzig-Wadern nach Ortsverbänden der größte Kreisverband des Saarlandes sei und der Vorsitzende Lutwin Scheuer ein Aktivposten an der Spitze. Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich bezeichnete den VDK als etwas Besonderes. Zum einen sei der VDK überparteilich und habe eine hohe Anerkennung in der Bevölkerung. Besonders die ehrenamtliche Arbeit könne man dabei hier besonders hervorheben. Sie bedankte sich bei allen Mitarbeitern und Mitgliedern des VDK für die geleistete Arbeit. 

Der Bürgermeister der Kreisstadt Merzig, Marcus Hoffeld, überbrachte im Namen aller Bürgermeister des Landkreises die Glückwünsche an den Kreisverband und bedankte sich sogleich für die überaus gute Zusammenarbeit besonders mit der Geschäftsstelle in Merzig. Er machte deutlich, dass in Merzig die Ideen des VDK aufgegriffen werden. Beim Thema sozialer Wohnungsbau werden in Merzig derzeit 18 neue Sozialwohnungen geschaffen, Barrierefreiheit in der Innenstadt werde in Merzig umgesetzt und der Gesundheitsstandort Merzig werde mit dem stetig wachsenden Gesundheitscampus eine erhebliche Bereicherung. 

Anke Rehlinger, stellvertretende Ministerpräsidentin des Saarlandes, war ebenfalls zu Gast und überbrachte die Glückwünsche der Landesregierung und des DRK. Die Arbeit des Sozialverbandes VDK sei ein unverzichtbares Engagement, das besonders im Saarland ausgeprägt sei. Der VDK sei ein wichtiger Ansprechpartner für seine Mitglieder, ein Dienstleister in sozialrechtlichen Fragen. Gutes Recht stehe jedem einzelnen Bürger zu, so die Ministerin weiter, der VDK helfe dabei. Die Stimme des VDK habe auch in der Politik ein großes Gewicht und sei ein Sprachrohr seiner Mitglieder. Sie äußerte sich in ihrer Rede auch zum Thema Barrierefreiheit. Dies sei ein wichtiges Thema für die Landesregierung beim Bauen und bei der Mobilität. Im überarbeiteten ÖPNV-Gesetz sei festgehalten worden, dass der gesamte ÖPNV im Saarland bis 01.01.2022 barrierefrei sein soll. Dabei werden die Kommunen mit bis zu 90 % finanziell unterstützt. 

Der Vorstand des VDK-Kreisverbands Merzig-Wadern bedankte sich für die zahlreichen Glückwünsche und lud im Anschluss zu einem Imbiss und gemeinsamen Austausch rund um das Thema VDK ein.

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