250 Jahre Fellenbergmühle

Dienstag, 13 Juni 2017

Das Feinmechanische Museum Fellenbergmühle ist ein wichtiger Bestandteil der vielfältigen Museenlandschaft in der Kreisstadt Merzig und wurde bereits 1997 mit dem saarländischen Denkmalpreis ausgezeichnet. Die Fellenbergmühle wurde vor 250 Jahren im Jahr 1767 gebaut und bis Anfang des 20. Jahrhunderts als Mahlmühle betrieben. Ihren Namen bekam sie in den 1920er Jahren, zur Erinnerung an den ersten Merziger Ehrenbürger Wilhelm Tell von Fellenberg. Im Jahr 1967 wurde durch Johann Peter Hartfuss eine feinmechanische Werkstatt errichtet, deren Produktionsschwerpunkt auf der Herstellung von Uhrmacherwerkzeugen und von Arbeitsgeräten für Goldschmiede ausgerichtet war. Später wurde die Tradition von der Familie Gottfrois weitergeführt. Die heute original erhaltene noch betriebsfähige feinmechanische Werkstatt stellt eine absolute industriegeschichtliche Rarität dar. So können heut noch auf der im Jahr 1931 zum Patent angemeldeten Trauring-Graviermaschine „Cardan“ die Initialen in den „Ring fürs Leben“ eingraviert werden. Die Einmaligkeit der Werkstatt im gesamten deutschsprachigen Raum zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher aus Nah und Fern an. Ehemalige Lehrlinge führen durch die Werkstatträume und erwecken das Museum fast täglich zum Leben. In den oberen Räumlichkeiten können wechselnde Ausstellungen regionaler und überregionaler Künstler bestaunt werden. Die Bandbreite erstreckt sich auf Kunst, Malerei, Fotographie und Handarbeit. Außerdem lädt die besondere Atmosphäre des Mühlenbistros zum Verweilen ein.

Auch Brautpaare wissen diese Atmosphäre zu schätzen, so finden seit einigen Jahren auch standesamtliche Trauungen im Mühlenbistro oder in der alten Schmiede statt. Dass das feinmechanische Museum Fellenbergmühle sich heute so lebendig präsentiert und seine Besucher so begeistert, ist all diesen Aktionen und all den Akteuren zu verdanken, die sich in den letzten 20 Jahren für die Attraktivität und den Erhalt stark gemacht haben.

Zu der Feierstunde im Feinmechanischen Museum Fellenbergmühle begrüßte der Vorsitzende des Fördervereins, Hans Madert, neben den zahlreichen Gästen besonders den Kreisbeigeordneten Frank Wagner, in Vertretung der Landrätin, den Bürgermeister der Kreisstadt Merzig, Marcus Hoffeld sowie den stellvertretenden Vorsitzenden des saarländischen Museumsverbandes, Stephan Weszkalnys.
Hans Madert überbrachte auch die Grüße des ehemaligen Vorsitzenden des Fördervereins, Oberbürgermeister a.D. Walter Anton, und bedankte sich besonders bei Bürgermeister Marcus Hoffeld für die Unterstützung der Kreisstadt Merzig.
Marcus Hoffeld freute sich über die erfolgreiche Arbeit der letzten 20 Jahre und sprach den Mitgliedern des Fördervereins Fellenbergmühle seinen Dank aus. Seit der Gründung im Jahr 1994 entwickelten die Mitglieder, Förderer und Helfer des Fördervereins das Museum stetig weiter und halten den Museumsbetrieb aufrecht. Hoffeld bedankte sich dabei besonders beim Vorsitzenden Hans Madert, aber auch bei Erwin Maull, Alfred Stutz und Peter Gottfrois, die ihre Lehre in der Mühle absolviert haben und vergaß dabei aber nicht, die Seele des Cafés und Organisationstalent Brunhilde Wittke sowie das gesamte Bistro-Team mit Aurelia Namoloiu, Andrea Seiler und Christel Marquardt. Er bedankte sich beim Landesdenkmalamt und dem Saarländischen Museumsverband für die Unterstützung in den letzten Jahren.

Der Bürgermeister richtete einen Appell an alle, die am Erhalt der Mühle interessiert sind. So stehe man derzeit vor der nicht ganz einfachen Aufgabe, die Erneuerung der maroden Antriebsturbine zu finanzieren. Hierfür benötige man rund 70.000 Euro. Der stellvertretende Vorsitzende des saarländischen Museumsverbandes, Stephan Weszkalnys, überbrachte die Grüße und Glückwünsche des Verbandes, dem neunzig Museen im Saarland angehören. Die Fellenbergmühle bezeichnete er als Perle der saarländischen Museumslandschaft. Der Vertreter des Museumsverbandes sprach mit größter Hochachtung von der erfolgreichen Arbeit hier in der Fellenbergmühle.

Zum Abschluß freute er sich, eine Ehrung vornehmen zu können: Erwin Maull, der schon als Jugendlicher seine Lehre in der Mühle absolviert hat und sich überaus aktiv für den Erhalt der Fellenbergmühle einsetzt, er macht Führungen durch die Werkstatt, wartet die Maschinen und bedient diese auch heute noch mit schlafwandlerischer Sicherheit, wurde von Stephan Weszkalnys für seine Verdienste um die Fellenbermühle mit einer Urkunde und einem Abzeichen geehrt.

  • Wetter in Merzig

  • ° 00:00
Image