Der Bildhauer Paul Schneider feierte seinen 90-jährigen Geburtstag

Dienstag, 9 Mai 2017

Am 07.05.2017 feierte der Bildhauer und Künstler Paul Schneider seinen 90. Geburtstag im Museum Schloss Fellenberg nach. Schneider, der nach dem Krieg mit der Bildhauerei anfing, initiierte 2002 das Bildhauersymposium „Steine an der Grenze“, das entlang der deutsch-französischen Grenze auf einem Höhenzug des Saargaues zwischen den Orten Büdingen und Wellingen und den lothringischen Nachbargemeinden Launstroff und Scheuerwald steht. Mit diesem Projekt bildete er das deutsch-französische Pendant zur nordsaarländischen „Straße der Skulpturen“, die von St. Wendel bis zum Bostalsee führt. Seit längerem sind die „Steine an der Grenze“ zu einem Wahrzeichen des Saarlandes geworden und Paul Schneider erhielt für seine Arbeit unter anderem den Kunstpreis der Stadt Saarbrücken und das Bundesverdienstkreuz am Bande.
Bürgermeister Marcus Hoffeld zeigte sich daher erfreut darüber, dass Schneider Merzig als seine Heimat gewählt hat und sagte, „wer sich hier im Saarland mit Kunst auseinandersetzt, kommt nicht an Paul Schneider vorbei“. Mit seinen vielfältigen Werken, die auch aus Holz und Aquarellen bestehen, zeigt Schneider sein großes künstlerisches Talent, mit dem er Spuren und Eindrücke hinterlässt und so ein Lebenswerk von unschätzbarem Wert erschafft, erklärte Bürgermeister Hoffeld. Er überbrachte ihm im Namen der Kreisstadt und aller Bürgerinnen und Bürger die herzlichsten Glückwünsche zum 90. Geburtstag.
Landrätin Daniela Schlegel-Friedrich dankte dem Künstler ebenfalls für seine Arbeit und für die, die er in der Region geleistet und die er so stark geprägt hat. Besonders begeistert zeigte sie sich darüber, den Geburtstag inmitten der von ihm geschaffenen Kunstwerke feiern zu können und bedankte sich dafür, dass der Garten des Museums Schloss Fellenberg vor fünf Jahren in den Paul Schneider Skulpturengarten umbenannt werden konnte.

Die Kulturjournalistin Anke Schäfer, die seit über 20 Jahren in Freundschaft mit Paul Schneider verbunden ist, weiß aus eigener Erfahrung, wie sehr die Steine prägen und welche Macht sie entfalten können. Denn „wer die Steine kennt, wird durch sie verändert“, erklärte sie und ergänzte, dass Schneiders Steine auch die Welt verändern. Darüber hinaus erzählte sie von Schneiders Großzügigkeit, der viele seiner Werke und Steine verschenkte, und dass der Künstler stets darauf bedacht war, nicht zu viel am Stein zu verändern, da dieser bereits im Grunde fertig ist und er sich lediglich in dessen Dienst stellt.
Der Künstler erklärte dabei selbst, dass er den Stein durch die Erschütterung von Hammer und Meißel in die gewünschte Form bringt und zeigte sich als Verehrer der Zahl Neun, die für ihn immer in der Mitte steht, die wiederum das Göttliche repräsentiert.

Um 14 Uhr fanden zwei Präsentationen der Filme „Professor Paul Schneider, ein saarländischer Bildhauer“ von 2002 mit der Idee von Gerd und Doris Kiefer sowie „Und der Stein hat mich glücklich gemacht – Eine Paul Schneider Spur“ von 2011/2013, der von Herbert Stang realisiert wurde, statt. Abgerundet wurde das Programm am Abend durch das Konzert „Pas de deux – Duette für 8 Saiten und 88 Tasten“. 

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