Grenzüberschreitendes Testfeld für automatisiertes und vernetztes Fahren

Dienstag, 21 März 2017

Ministerpräsidentin informierte sich in Merzig über den Stand der Dinge

Vergangenen Freitag war die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer in Merzig zu Gast, um sich über das digitale Testfeld Deutschland-Frankreich zu informieren. Bei diesem grenzüberschreitenden Projekt soll die Entwicklung und Erprobung von neuen Technologien für das automatisierte und vernetzte Fahren getestet und gefördert werden. Dabei wird ausgehend von Merzig das digitale Testfeld Deutschland-Frankreich errichtet, das über Saarlouis und Saarbrücken in Richtung Metz nach Frankreich führt.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Marcus Hoffeld wurde der Ministerpräsidentin in einer Präsentation im Merziger Rathaus das innovative Forschungsthema von Jonas Vogt von der Forschungsgruppe Verkehrstelematik der htw Saar, dem Kooperationspartner der Kreisstadt Merzig, vorgestellt. Dabei kam klar zum Ausdruck, weshalb die Kreisstadt ein interessanter Standort für Verkehrsforschung ist. So ist Merzig eine Mittelstadt im grenzüberschreitenden französisch-luxemburgischen Raum mit moderner Verkehrsinfrastruktur, signifikantem Verkehrsaufkommen und Autobahnanschluss. Darüber hinaus verfügt Merzig aufgrund laufender Projekte mit der htw Saar und der T-Systems bereits über Erfahrungswerte im Bereich intelligenter Verkehrssysteme. „Die Schwerpunkte des bundesweiten Forschungsthemas werden in Merzig in der Kommunikation, der Erkennungs- und Fahrzeuginnenraumsensorik liegen“, erklärte Vogt.
Nach den vielfältigen und aufschlussreichen Informationen im Rathaus konnte sich Annegret Kramp-Karrenbauer vor Ort selbst ein Bild über das bereits bestehende Projekt der htw saar in Merzig machen. Dabei wurde in einem praktischen Anwendungsfall eine Falschfahrererkennung simuliert. Hierzu wurde die Einbahnstraße der Bahnhofstraße systemintern in die entgegengesetzte Fahrtrichtung gekehrt, sodass bei dem Testfahrzeug die beabsichtigte Warnmeldung bei laufendem Verkehr erfolgen konnte. Darüber hinaus fuhr diese Strecke auch ein zweites Testfahrzeug ab, sodass bei der Einfahrt in die Bahnhofstraße das erste Testfahrzeug eine Gefahrenmeldung erhielt, dass sich in der Straße ein Geisterfahrer befindet. In diesem konkreten Fall wird durch die gegenseitige Kommunikation der Verkehrsteilnehmer die Sicherheit deutlich erhöht.

Für die Ministerpräsidentin ist das bundesweite Forschungsprojekt ein zukunftsweisender Technologiezweig für das Saarland und Merzig ein idealer Ausgangspunkt für solch eine Maßnahme. „Der große Vorteil an der Teststrecke Merzig liegt darin, dass in einem engen Raum der innerstädtische Verkehr samt der Autobahnzu- und -abfahrten getestet werden kann. Außerdem stellen die Nähe zu Luxemburg und Frankreich einzigartige Rahmenbedingungen für die Erforschung des automatisierten Fahrens dar“, erklärte Annegret Kramp-Karrenbauer.

Marcus Hoffeld sieht in der Beteiligung dieses bundesweiten Projektes einen enormen Imagegewinn für die Kreisstadt Merzig. „Die Entwicklung intelligenter Systeme des automatisierten und vernetzten Fahrens ist ein sehr innovatives Forschungsthema, in dem in unserer heutigen digitalen Welt ein erhebliches Zukunftspotenzial steckt. Als Teil des digitalen Testfelds Deutschland-Frankreich kann sich hier die Kreisstadt Merzig als attraktiver Standort auf dem Gebiet der Verkehrsforschung etablieren“, erklärte der Verwaltungschef die positiven Auswirkungen des Projektes.

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