Premierenfeier des Filmprojekts "Merhaba" in der CEB Akademie in Hilbringen

Dienstag, 21 Februar 2017

In Zusammenarbeit mit der Villa Fuchs und der Landesmedienanstalt des Saarlandes fand am 18.02.2017 in der CEB Hilbringen die Premierenfeier des Filmprojekts „Merhaba“ statt.

Gefördert wurde der Dokumentarfilm, der die Geschichte der türkischen Gastarbeiter in Merzig zeigt, von der Landesmedienanstalt, der Kreisstadt Merzig und vom Landkreis Merzig-Wadern. Seit 2013 wurde unter Projektleitung von Birgit Bach zusammen mit 12 Jugendlichen aus den türkischen Gastarbeiterfamilien an dem Film gearbeitet. Die Regisseurin Andrea Lötscher diente dabei als Unterstützung, denn sie überließ den Jugendlichen freie Gestaltung. Die Idee für dieses Projekt hatte Sernaz Diri, die als erstes türkisches Mädchen 1975 in Merzig geboren wurde und als Projektassistentin tätig war. Da sie feststellte, dass die junge Generation nicht weiß, wer ihre Urväter sind, wollte sie mit diesem Film die Erinnerung an die erste Generation von Gastarbeitern für die künftigen Generationen festhalten, damit diese verstehen, wieso sie hier sind und welche Hürden es zu bewältigen gab. Die Hürden, vor denen die türkischen Gastarbeiter, die in den siebziger Jahren nach Merzig kamen, standen, sind jene, die jedem Fremden in einem unbekannten Land begegnen: Man muss eine neue Sprache lernen und trifft auf eine andere Kultur, in die man sich integrieren muss. Anfangs fiel es schwer, wieder bei null zu beginnen und überhaupt Fuß zu fassen, da viele zunächst nur für fünf Jahre bleiben wollten.

Der 42-minütige Film zeigt neben Bildern der Arbeitserlaubnis auch Interviews mit den Protagonisten und Familienmitgliedern, um ihre Geschichten kennenzulernen und ihre Beweggründe besser verstehen zu können. Dadurch erfährt man auch, dass die Türken ihre Kultur und Religion nicht verlieren wollten und so Ali Cakmak die erste Moschee in Merzig gründete und dort später auch Imam wurde. Für viele wurden aus den fünf Jahren mittlerweile 30 Jahre. In zwei Kulturen aufzuwachsen, macht allerdings auch die Zuordnung zu einer Staatsangehörigkeit schwierig, denn viele sehen sich nicht nur als Türkisch oder Deutsch an: Sie sind beides und ihre Heimat ist hier.

An diesem Filmprojekt arbeiteten sowohl deutsche als auch türkische Mitbürgerinnen und Mitbürger zusammen und es ist damit für Michael Rauch, Geschäftsführer der Villa Fuchs, ein perfektes Beispiel für gelebte Integration.

Auch Bürgermeister Marcus Hoffeld zählte zu den Gästen und betonte in seiner Rede, dass es nicht ausschlaggebend ist, welche Nationalität man hat: „Wer friedlich in Merzig lebt, gehört zu Merzig. Wir alle sind Merziger!“

Nach der Premiere wurden die Protagonisten und die Jugendlichen, die an dem Film beteiligt waren, mit Präsenten und einem Zertifikat geehrt. Im Anschluss daran wurden noch weitere Kurzfilme aus vorherigen Projekten gezeigt.

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