Abschlussveranstaltung „Merzig rockt“ in der Stadthalle Merzig

Dienstag, 31 Januar 2017

Beste Unterhaltung bot sich am vergangenen Freitag den Besuchern der Stadthalle in Merzig. Dort setzte die Ausstellung „Merzig rockt“ mit einem Live-Konzert ihren Schlusspunkt.
Als am Ende der 1950er-Jahre die Welle der amerikanischen und britischen Musik nach Deutschland überschwappte, entstand auch im Landkreis Merzig-Wadern eine lebendige Musikszene mit vielen jungen Bands. Der Initiator von „Merzig rockt“, Reinhold Busch, hat über 80 Musikgruppen aus dieser Zeit bis in die jüngere Vergangenheit ausfindig gemacht. Seit November des letzten Jahres wurde im Museum Schloss Fellenberg mit zahlreichen Fotografien, Zeitungsberichten und Musikinstrumenten nicht nur ein Bild der Musikszene der vergangenen Jahrzehnte gezeichnet, sondern auch das neue Lebensgefühl dieser Zeit vermittelt. Zudem spielten einige der ausgestellten Bands dort Konzerte, die allesamt auf großes Interesse stießen.
Als Gemeinschaftsveranstaltung der Kreisstadt Merzig, des Kulturzentrums Villa Fuchs und des Museums Schloss Fellenberg rockten am vergangenen Freitag zum Abschluss gleich fünf Bands die gut gefüllte Stadthalle. Den Anfang machte das Duo „Solexx“, bestehend aus Sonja Hewer und Alexandra Schwarz. Gemeinsam feierten die beiden Gitarristinnen vor kurzem ihr 20-jähriges Bühnenjubiläum. Mit altbekannten Hits wie Michael Jacksons „Billie Jean“ machten sie dem gut aufgelegten Publikum Lust auf mehr. Die 1990 gegründete Heavy Metal Band „The Terrible Headache“ aus Beckingen folgte ihnen auf die Bühne. Mit ihren politisch motivierten Songs konnten sie 1996 sogar einen bundesweiten Musikpreis für sich entscheiden. Die tief gestimmten Gitarren und der trotzig klingende Gesang, zwei charakteristische Merkmale für diese Musikrichtung, erschlossen sich auf Anhieb nicht jedem Zuschauer. Nichtsdestotrotz verließ die 4-köpfige Kombo die Bühne unter tosendem Applaus der anerkennenden Konzertbesucher. Um wieder etwas melodischere Töne anzuschlagen, trat das Blues-Quintett „BBWN“ (Blues Band Without Name) vor das Publikum. Ihre Interpretation der von Afroamerikanern erfundenen Musikrichtung war „mundgetöpfert und handgemacht“, wie Reinhold Busch es passend beschrieb. Mit unverwechselbarem Groove und einer extrem charismatischen Stimme, verwandelten sie den hinteren Teil der Halle in eine große Fläche, auf der Dutzende das Tanzbein schwangen. „The Scamps“ lautete der Name der vierten Band, die die Zuschauer mit auf eine Zeitreise in die 60er und 70er Jahre nahm. Die Gruppe formierte sich schon 1965 und feierte demzufolge nach längerer Pause und dem Wiederzusammenschluss um die Jahrtausendwende vor zwei Jahren ihr 50-jähriges Bühnenjubiläum. Den stimmungsvollen Schlusspunkt eines sehr launigen Abends setzte „The Silver“, die mit lauten, rockigen Tönen noch einmal zum Mitsingen alter Klassiker einluden.

Standing Ovations gab es am Ende eines langen Konzertabends, der unterstrich, dass die Kreisstadt Merzig stolz auf ihre lebendige Musikszene sein kann.

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