Neujahrsempfang der Kreisstadt Merzig

Dienstag, 24 Januar 2017

In Merzig pulsiert das Leben - Vieles entwickelt sich

Beim Neujahrsempfang der Kreisstadt Merzig, der nur noch alle zwei Jahre stattfindet, begrüßte Bürgermeister Marcus Hoffeld neben rund 1.000 Besuchern aus Politik, Wirtschaft, Banken, Behörden, Bundeswehr, Handel, Gewerbe, Vereinen und Hilfsorganisationen, Schulen und Kirchen auch die Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, Anke Rehlinger, den Landtagsabgeordneten Stefan Krutten, die Bevollmächtigte des Saarlandes für Europaangelegenheiten, Helma Kuhn-Theis, Landrätin Daniela Schlegel Friedrich, den Bürgermeister der Kreisstadt St. Wendel, Peter Klär, den Bürgermeister der Gemeinde Perl, Ralf Uhlenbruch, eine dreiköpfige Delegation aus der Partnerstadt Luckau, darunter Bürgermeister Gerd Lehmann, die neue Leiterin des Finanzamtes, Alexandra Merkel, den neuen Leiter des Amtsgerichtes, Gisbert Lasotta sowie alle „Majestäten“ wie das Viezdreigestirn mit der Viezkönigin Dorothée Selzer mit ihren Prinzessinnen Salome Lackas und Isabelle Schwab.

Ein Blick zurück
An den Anfang seiner Ausführungen stellte Marcus Hoffeld einen Rückblick auf die vergangenen zwei Jahre, die ereignisreich verlaufen sind. Ein trauriges Ereignis zu Beginn des Berichtszeitraumes war der in kurzer Folge eingetretene Tod von zwei bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Kreisstadt: Oberbürgermeister a. D. Dr. Alfons Lauer und Bürgermeister a. D. Manfred Horf gingen von uns.
Eine bleibende Herausforderung des Jahres 2015 war der unerwartet hohe Zugang an Flüchtlingen. Aus einem erwarteten Zugang von 100 Personen wurden 700 Menschen, die ihre Heimat verloren hatten. Bewältigt wurde die Aufgabe durch eine gemeinsame Kraftanstrengung von vielen ehrenamtlichen Bürgern, Institutionen, Hilfsorganisationen, Unternehmen und der Stadtverwaltung. „Es war eine äußerst anstrengende und teilweise auch nervenaufreibende Zeit“, sagte Hoffeld, „aber sie hat auch gezeigt, dass wir in Merzig ein tolles Miteinander leben“.

Neue Arbeitsplätze sind entstanden
Es sind zahlreiche neue Dinge in Angriff genommen worden, trotz der angespannten finanziellen Situation. Herausragend dabei ist die Fertigstellung des neuen Gebäudes der BARMER GEK auf dem Markthallengelände, wo 250 neue Arbeitsplätze entstanden sind. Signalwirkung verspricht man sich von diesem Projekt, in Bezug auf das restliche Markthallengelände. 
Wirtschaftlich hat es eine Reihe von weiteren positiven Entwicklungen gegeben. So wurde die Firma DEUBA auf dem ehemaligen Drahtcord-Gelände angesiedelt. Damit ist die Erhaltung und die Entwicklung von Arbeitsplätzen verbunden. Zukunftsinvestitionen hat ebenfalls der Globus-Baupark vorgenommen, der mehrere Millionen Euro in den Um- sowie den Erweiterungsbau gesteckt hat. Auch das Modehaus Ronellenfitsch präsentiert sich in teilweise neuem Look. 
Im Gewerbegebiet „Auf der Haardt“ in Besseringen wurden die Weichen für einen neuen Gewerbepark gestellt. Hier sollen sich ab 2019 neue Firmen ansiedeln und für neue Arbeitsplätze sorgen. Kontrovers diskutiert wurde die Weiterentwicklung der Rieffstraße. Hoffeld machte deutlich, dass eine fundierte Untersuchung deutlich gezeigt habe, dass Innenstadt und Rieffstraße als Einheit zu sehen sind. Gemeinsam mit dem VHG und Vertretern des Stadtrates sei ein zukunftsfähiges Konzept entwickelt worden, das sich ausschließlich am Wohl der Einkaufsstadt Merzig orientiert.
Messen spiegeln die Bedeutung einer Stadt wieder. Mit dem Bausalon, der Seniorenmesse, der Messe Immigra, der Vereinsmesse, der Messe Einheit, der Orchideenausstellung sowie der für 2017 geplanten Gesundheitsmesse „La Vita“ präsentiert sich Merzig als eine attraktive Messestadt.

Baufortschritte
Mit dem „Wohnpark Hochwaldstraße“ beginnt ein weiteres städtisches Großprojekt in der Innenstadt Gestalt anzunehmen. Die AM Immobilien GmbH errichtet hier 52 Eigentumswohnungen inklusive Tiefgarage und Seniorenwohnanlage. An vielen weiteren Stellen entsteht attraktiver Wohnraum, auch in den Stadtteilen.
Einen hohen Stellenwert besitzt weiterhin die Gesundheitsversorgung, betonte der Bürgermeister. So hat sich der Gesundheitscampus in den vergangenen Monaten weiterentwickelt. Die Streit-Gruppe hat sich dort niedergelassen und weitet ihre Tagespflege zur größten Einrichtung dieser Art in Deutschland aus. Nach der Rettungswache des ZRF steht die neue DRK Kreisgeschäftsstelle vor der Fertigstellung, die Arbeiten am Neubau der Forensischen Psychiatrie gehen voran. In der Trierer Straße soll ein neues Gesundheitszentrum mit Ärzten, Apotheke und einem Anbieter für Orthopädietechnik entstehen. „Der Gesundheitscampus hat hohe Bedeutung für unsere Stadt, der wir mit Herzblut und viel Energie auch in Zukunft gerecht werden wollen“, hielt Hoffeld fest.
Die Bildung steht weiterhin ebenfalls im Blickpunkt. Der Kindercampus Besseringen wurde eröffnet, der Ersatzbau der KiTa St. Marien befindet sich im Bau, Umbauten an der Kreuzbergschule stehen an und auf einigen Schulhöfen sind neue Spielgeräte aufgestellt worden.
Auch in der Infrastruktur hat es vielerlei Entwicklungen gegeben. In Schwemlingen wurde ein neues Feuerwehrgerätehaus eröffnet, die Stadthalle wurde umfassend modernisiert, das Haus Sonnenwald in Besseringen wurde erworben und soll mittelfristig einer touristischen Nutzung zugeführt werden. Seit April 2015 drehen sich die Windräder im Windpark Merchingen und seit Juni ebenso die Windräder Silwingen/Büdingen. Somit wird ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet. 

Reizvolle Veranstaltungen
Im Sport- und Freizeitpark ist mit dem Kletterhafen Europas größter freistehender Kletterpark entstanden. Darüber hinaus wird in diesem Bereich ein modernes Hotel der Kette Holiday Inn Express mit über 75 Zimmern und bis zu 150 Betten entstehen, das bis 2019 fertiggestellt sein soll. 
Blumenmarkt, Markt der Köstlichkeiten, der Mondscheinmarkt, kulturelle und sportliche Großveranstaltungen wie der Sparkassen-Cup oder der Zender-Cup, das Open-Air Konzert neben der Stadthalle, der Nikolausmarkt und der Weihnachtsmarkt sind nur einige Ereignisse , die einen Blick auf ein breit gefächertes gesellschaftliches Leben werfen.
„Die Entwicklungen sind so vielfältig“, betonte der Bürgermeister „dass sie gar nicht alle aufgeführt werden können“. Stattdessen und zur Verdeutlichung zeigte ein kleiner Filmzusammenschnitt die zahlreichen Ereignisse, zu denen natürlich auch die vielfältigen gesellschaftlichen Ereignisse und Feste gehörten.

Ein Blick nach vorne
Ausführlich ging Marcus Hoffeld auch auf zukünftige Projekte ein. Auch in diesem Jahr wird ein Balanceakt zwischen Sparen und Investieren notwendig sein. Die Kreisstadt Merzig werde 2017 zusammen mit ihren Gesellschaften und Eigenbetrieben rund 15 Mio. Euro in zukunftsweisende Projekte investieren. In Merzig und in Ballern wird der Neubau von 18 Wohnungen im Bereich des sozialen Wohnungsbaus auf den Weg gebracht. Die Arbeiterwohlfahrt errichtet im Bereich „Klosterkuppe“ ein hochmodernes und architektonisch anspruchsvolles neues Wohnheim.
Ein Thema, das nach wie vor unter den Nägeln brennt ist die Verbesserung der Verkehrssituation. Der Umbau des Kauflandkreisels ist zunächst zurückgestellt, die Abschnitte Losheimer Straße/Merchinger Straße/Gipsberg sowie der Bereich Marienkapelle werden vorgezogen und die sich daraus ergebenden Auswirkungen auf den Verkehrsfluss werden vor weiteren Entscheidungen analysiert. Klar ist, dass erst der Lückenschluss der Nordsaarlandstraße, der die A 8 mit dem Hochwald verbindet, die endgültige Lösung sein kann. Auch wenn das Projekt, unter anderem bedingt durch EU Gesetze, nicht einfach zu lösen ist, bleibt es wichtig für Merzig. Neue Vorschläge hierzu möchte Bürgermeister Hoffeld gemeinsam mit dem Ersten Beigeordneten Dieter Ernst nach der Landtagswahl präsentieren.
Visionär ist die Entwicklung intelligenter Systeme des automatisierten Fahrens. Nachdem sich Merzig durch zwei Pilotprojekte auf dem Gebiet der Verkehrsforschung etabliert hat, wird T-Systems ein Pilotprojekt in der Entwicklung intelligenter Parkraumsysteme durchführen. Mit Hilfe einer Smartphone-App soll es dann möglich sein, freie Parkplätze zu finden. Daneben hat sich Merzig gemeinsam mit der HTW beim Bundesverkehrsministerium als Teststadt für ein bundesweites Modellvorhaben in der Verkehrsforschung beworben – und steht dabei in Konkurrenz mit Großstädten wie München, Dresden, Hamburg oder Düsseldorf.

Merzig und der Apfel
Wesentlich bodenständiger ist das nächste Thema: Merzig und der Apfel. Und der soll stärker in den Mittelpunkt rücken. Schritt für Schritt sollen mehr Apfelbäume im Stadtbild auftauchen, zunächst im Stadtpark.
Auch im Tierpark soll es ein gewisses „Retour a la nature“ entstehen. Hier sollen zukünftig überwiegend heimische Tiere leben, die es früher auf jedem Bauernhof gab.
Der Stadtpark soll im Rahmen des Projektes Saarpark attraktiver werden. Ein Stadtpavillon mit vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten wie ein überdachter Fahrradabstellplatz, Lademöglichkeit für E-Bikes und ein öffentlicher Grillplatz soll entstehen. Im Wolfspark ist ein Informationscenter geplant, im Sport- und Freizeitpark sowie an der Auffahrt zum Autobahnkreuz Schwemlingen entstehen insgesamt rund 300 Park&Ride Plätze. 2,4 Mio. € fließen in die Modernisierung von Kitas, Schulen, Bürgerhäusern, Hallen, Jugendzentren und Spielplätze im gesamten Stadtgebiet. Baulanderschließungen in Schwemlingen und Merzig sollen für erschwingliche Grundstücke sorgen.
Begonnene Projekte werden in diesem Jahr fortgeführt: der Wohnpark Hochwaldstraße soll sich gegen Jahresende der Vollendung nähern, in Ballern entsteht ein großer Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment. 

Zahlreiche Veranstaltungen finden statt
Auch in diesem Jahr wartet eine Vielzahl von Veranstaltungen auf Besucher. Zum einen bewährte wie der Blumenmarkt, der Markt der Köstlichkeiten, das Oktoberfest, das Viezfest, der Weihnachtsmarkt, zum anderen gibt es aber auch viele neue Programmpunkte. Das Neujahrsspringen hat vor wenigen Tagen bereits ein erstes Highlight gesetzt. In diesem Jahr wird der Gustav Regler Preis verliehen, die Deutschen Meisterschaften im Jugend-Triathlon finden statt. Erstmals wird es im Rathausinnenhof in Zusammenarbeit mit den Familien Puhlmann und Spangenberger einen Ostermarkt geben, in dessen Rahmen die Merziger Igelkönigin oder der Merziger Igelkönig gekrönt wird.
Viele Menschen haben eine hohe Identifikation mit ihrer Heimatstadt, manche noch etwas mehr. Ihre Berichte über die Stadt wirken als Multiplikatoren. Die Multiplikatoren möchte man zukünftig in die Stadtmarketingaktivitäten einbeziehen, sie werden zu Markenbotschaftern der Kreisstadt Merzig ernannt. Dazu gehören: Esther Heidari, Diana Reinle, Ilse Sorg, Burkhard Giersberg, Türkan Sahin, Roland Lamest, Tatjana Schneider, Marvin Hoff, Julian Setter, Frank Paqué und Familie Tinnes.
Zum Schluss seiner Ausführungen dankte Bürgermeister Hoffeld den Sponsoren, ohne deren Unterstützung ein Neujahrsempfang dieser Größenordnung nicht zu realisieren wäre: der Firma Dekoba, der Karlsberg Brauerei, der Streit-Gruppe, der Firma kohlpharma, den Stadtwerken Merzig und den Merziger Fruchtgetränken. Zudem dankte der Bürgermeister den Mitarbeitern seiner Verwaltung, die auch diesmal den Service übernommen hatten. Ein herzlicher Dank ging auch an die beiden Gruppen, die den Abend musikalisch umrahmt hatten: die Band „Against Remain“, die bereits als Vorgruppe von Nena auftrat und die Big-Band des GaS unter der Leitung von Christa Caspar-Hort.

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