„Miteinander – in guter Nachbarschaft“

Freitag, 10 Juli 2015

Gisela Lohmüller, die lange Jahre in Perl lebte und mittlerweile in Trier beheimatet ist, stellte Ende Juni ihre Aufzeichnungen über die Flüchtlingsarbeit in den 1980er Jahren, unterstützt durch Gerhard Michel aus Saarhölzbach, vor.

Einen Leuchtturm und großes Vorbild nannte Dr. Kost, der Bürgermeister Hoffeld vertrat, in seiner Begrüßung die Autorin.

Während der Flüchtlingswelle der 80er Jahre, die aus Sri Lanka, Afghanistan, den Kurdengebieten etc. ins Land schwappte, sah sie sich, die durch ihr Engagement in der Israelisch-Deutschen Begegnung über ein großes Erfahrungspotential im Umgang mit Menschen aus anderen Herkunftsländern verfügte, mit überforderten Behörden und verängstigten Flüchtlingen konfrontiert.

Gisela Lohmüller ging entschlossen Ihren Weg, sie wusste, dass nur gegenseitiger Respekt, Toleranz und Verständnis die Garanten für eine gelungene  Integration sind.

Immer wieder sorgte sie,  unter der tätigen Mithilfe verschiedener Frauengemeinschaften dafür, dass die Flüchtlinge menschenwürdig untergebracht wurden. Sie begleitete die Menschen zu Behörden und arrangierte Arztbesuche und Krankenhausaufenthalte.

Das Projekt „Schule im Wohnzimmer“ zeigt mit wieviel Energie und Überzeugung sie zu Werke ging. Es gelang ihr mit Unterstützung des Arbeitsamtes und der Christlichen Erwachsenenbildung im  Kreis Merzig-Wadern  e.V. – der damalige Leiter der CEB, Herr Georg Hasenmüller, war während der Lesung anwesend – junge Lehrerinnen zu motivieren, den Flüchtlingsfamilien Deutschunterricht in den eigenen vier Wänden zu geben. Die Vorteile hierbei: es waren keinerlei Hemmschwellen zu überwinden und alle waren voller Freude an der Sache dabei.

Frau Lohmüller freute sich sehr, dass die erste Lehrerin, Elisabeth Weber,  und die erste Familie, die sie betreute, in der Lesung zugegen waren.

„Menschen, die Brücken bauen wollen, stehen oft zwischen zwei Fronten“, sagte sie, aber der Erfolg gibt Recht.  Der Kontakt zu den damals betreuten Familien ist nie abgerissen.

Ganz wichtig war Gisela Lohmüller, dass Menschen, die gerne ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung tätig sein möchten, sich nicht von Sprachbarrieren abschrecken lassen sondern mit der „Sprache des Herzens“ die Hilfe angehen sollten.

Die Stadtbibliothek Merzig verfügt über 2 Exemplare des Buches „Miteinander – in guter Nachbarschaft“, außerdem ist es im Buchhandel zum Preis von 9.90 € erhältlich.

Aktuell sind der Kreisstadt Merzig 158 Flüchtlinge zugewiesen worden.

Qualifizierungsmaßnahmen für Ehrenamtliche zum Thema Flüchtlingsbetreuung im Landkreis Merzig-Wadern sind gerade angelaufen; zuständig ist Frau Wilbois.

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