Kneipp-Anlage im Stadtpark eröffnet
 

Eröffnung Kneipp-AnlageNach sechswöchiger Bauzeit ist eine neue Kneipp-Anlage im Merziger Stadtpark in unmittelbarer Nähe zur Saline fertiggestellt worden. Am Donnerstag vergangener Woche (27. Mai 2004) wurde die Wassertretanlage offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Oberbürgermeister DR. ALFONS LAUER begrüßte zur Vorstellung der Kneipp-Anlage unter anderem neben Mitgliedern des Stadtrates und des Ortsrates Merzig die Staatssekretärin im saarländischen Wirtschaftsministerium, DANIELA SCHLEGEL-FRIEDRICH, Ortsvorsteher BERND SEIWERT, HEINRICH PEIFER von der Energis, ROBERT RUFFING, Landesvorsitzender des Kneipp-Verbandes Saarland, sowie HANS-WALTER ANELL, Vorsitzender des Kneipp-Vereins Merzig.

Mit der Kneipp-Anlage erhält der Stadtpark einen zusätzlichen Anziehungspunkt von hohem gesundheitlichen Wert, der sicherlich nicht nur von Einheimischen, sondern auch von vielen Touristen genutzt werden wird“, erklärte LAUER im Rahmen seiner Ansprache und betonte insbesondere die hervorragende Ergänzung zur Saline. „Die zahlreichen Gäste der einzigen saarländischen Saline können ihren Besuch künftig mit einem Kneipp-Gang kombinieren“, so der Oberbürgermeister, was den Stadtpark als Naherholungszentrum in unmittelbarer Nähe zur Innenstadt zweifelsohne weiter aufwerte. „Gesundheitsbewusste finden jetzt hier in herrlicher Umgebung ein umfassendes Angebot“, hob DR. LAUER hervor. Der Stadtpark sei in den letzten Jahren stetig aufgewertet worden. Mit Saline, Kneipp-Anlage, dem herrlichen Brunnen, einem großen Spielplatzangebot und seinen attraktiven Grünanlagen zähle er mittlerweile zu den schönsten Parks im Saarland.

Die Idee, im Merziger Stadtpark eine Kneipp-Anlage zu errichten, stammt vom Vorsitzenden des Kneipp-Vereins Merzig, HANS-WALTER ANELL. Diese Anregung habe er gerne aufgegriffen, unterstrich der OB. Der Stadtrat hatte bereits im Rahmen der Haushaltsplanberatung 2003 einen Ansatz in Höhe von 30.000 € für den Bau der Wassertretanlage veranschlagt, wobei dieser Betrag ausschließlich fremdfinanziert ist. Wie bereits zuvor die Saline konnte auch die Kneipp-Anlage ohne Inanspruchnahme städtischer Haushaltsmittel realisiert werden. Die Wassertretanlage kostete insgesamt 30.000 Euro. Aus dem Landesprogramm zur Förderung von öffentlichen Tourismusmaßnahmen übernimmt das Land 70 Prozent, also 21.000 Euro. Daneben beteiligen sich das Unternehmen Energis mit 6.000 Euro und der Kneipp-Verein Merzig mit 3.000 Euro an diesem für Merzig positiven Projekt. OB LAUER bedankte sich im Namen der Stadt Merzig bei den Zuschussgebern und Sponsoren für ihre Unterstützung.

Planung, Ausschreibung und Bauleitung erfolgte durch das Bau- und Umweltamt der Kreisstadt Merzig. Die Arbeiten wurden durchgeführt von der Erkelenzer Bohrgesellschaft mbH aus Überherrn (Bohrarbeiten und Ausbau des Brunnenkopfes), der Firma Paul Hoffmann aus Brotdorf (Wasserbecken mit Beton- und Oberflächenarbeiten) und der Stadtwerke Merzig GmbH (Wasser- und Elektroversorgung).

Eröffnung der Kneipp-Anlage ScheckübergabeDie Kneipp-Anlage sei nach der Eröffnung des Sport- und Freizeitbades „DAS BAD“ ein weiterer Mosaikstein zur Aufwertung des Gesundheitsangebotes und auch ein wichtiger Schritt zur Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur in der Kreisstadt Merzig. Ideal sei es, so LAUER, wenn alle Angebote miteinander verbunden wären. Aus diesem Grund habe er sich von der Vorstellung, dass die beiden Bereiche Sport- und Freizeitzentrum sowie Stadtpark und Innenstadt einmal durch eine Fußgängerbrücke in kurzer Zeit erreichbar sind, noch nicht verabschiedet.

Ursprünglich war vorgesehen, die Wassertretanlage mit Frischwasser aus dem Leitungsnetz zu speisen. Aufgrund der prognostizierten Betriebskosten wurde nach anderen Versorgungsmöglichkeiten gesucht. Die Verwendung des Bietzer Heilwassers schied aus, weil dieses Wasser rutschige Ablagerungen im Becken verursacht hätte. Schließlich reifte die Entscheidung, die Anlage durch Niederbringung einer Bohrung mit Grundwasser zu betreiben. Hierfür wurde  durch das Ministerium für Umwelt als oberste Wasserbehörde die wasserrechtliche Erlaubnis erteilt.

Die Entnahmemenge beträgt 0,5 l/s. Das Wasser wird mit einer kleinen Pumpe aus einer Tiefe von 6,50 m zutage gefördert. Das Becken hat die Maße 2,50 x 5,00 x 0,60 m und besteht aus Stahlbeton. Der Betrieb der Anlage erfolgt während der Monate Mai bis Oktober.

OB DR. LAUER wies ebenfalls auf die positiven Wirkungen einer Kneipp-Anlage hin, „die einen Gewinn für die Lebensqualität der Merziger Bürgerinnen und Bürger“ bedeute. Regelmäßig durchgeführte Kneippgänge regen die Körperfunktionen an, fördern die Durchblutung, steigern die Leistungsfähigkeit und die Abwehrbereitschaft des Körpers und stabilisieren Herz- und Kreislauf. Neben der wohltuenden Ergänzung für die Gesundheit bieten sich regelmäßige Besuche der Kneipp-Anlage auch zur Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens an. 

Staatssekretärin SCHLEGEL-FRIEDRICH erläuterte, warum die Merziger Kneipp-Anlage mit Tourismusmitteln gefördert wurde. Demnach sei ein Gesamtkonzept erforderlich, das dazu geeignet sei, Besucher und Gäste anzuziehen. Der Stadtpark weise optimale Rahmenbedingungen zur Förderung des Tourismus vor. „Im Stadtpark ist so klug investiert worden, dass er nicht nur Naherholungsort ist, sondern auch Anziehungspunkt für Gäste und Besucher“, erklärte die Staatsekretärin.

Eröffnung Kneipp-Anlage GästeSEIWERT sprach davon, dass die Eröffnung der Kneipp-Anlage auch ein „Festtag“ für ihn als Ortsvorsteher sei. Anell habe viel Ausdauer bewiesen bei der Umsetzung der Idee, in Merzig eine Kneipp-Anlage zu errichten. Der Kneipp-Verein Merzig habe dieses Ansinnen immer wieder, bei unterschiedlichen Anlässen, den Kommunalpolitikern in Erinnerung gerufen. Die Inaussichtstellung eines Zuschusses seitens des Landes habe dann bei der Umsetzung geholfen. Bemerkenswert, so SEIWERT, sei es, dass sich auch der Kneipp-Verein finanziell beteilige, womit dieser unterstreiche, wie wichtig ihm die neue Wassertretanlage ist. Weiterer Dank gelte der Energis, die die Stadt zum wiederholten Male unterstütze. Auch SEIWERT unterstrich, wie positiv sich der Stadtpark entwickelt habe.

Anell erinnerte an seine im Rahmen der Kneipp-Saarland-Gesundheitstage 1996 geäußerte Vision „Bad Merzig“. Wenn er den heutigen Ist-Stand betrachte, behaupte er, „dass wir meiner damaligen Vision wieder ein Stück näher gekommen sind“. Beispielhaft nannte er das Merziger Gesundheitswesen, das einen sehr hohen Standard habe, DAS BAD in den Saarwiesen, das im Umfeld einzigartig sei, das Freibad Heilborn, die sehr aktiven Sportvereine, die Bietzener Heilquelle, die Saline und nun die neue Kneipp-Anlage. Der Slogan, „Merzig, die Stadt mit mehr Möglichkeiten“, treffe damit auch im Gesundheits- und Freizeitbereich voll und ganz zu.

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