Bietzer Heilquelle

Die Bietzener Salzquelle, so der Name einst, war Gegenstand zahlreicher ärztlicher Empfehlungen, und viele Merziger zapften und tranken regelmäßig von dieser Quelle und verspürten die heilende Wirkung. Die Quelle versiegte jedoch, als im Rahmen des Saarausbaus das Gelände angehoben wurde.

Bietzener Heilwasser

Ein wertvoller Bodenschatz

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Mit dem Bietzener Heilwasser, das den Wässern renommierter Bäder wie Baden-Baden, Bad Säckingen oder Bad Bellingen nicht nachsteht, verfügt die Kreisstad Merzig über einen wertvollen Bodenschatz. Seine heilsame Wirkung, die bereits seit 1985 im VdK Haus Sonnenwald in Besseringen für Trink- und Badkuren eingesetzt wird, kann seit Frühsommer 2003 auch in der einzigen saarländischen Saline im Merziger Stadtpark und nach der Eröffnung des neuen Merziger Sport-, Freizeit- und Gesundheitsbades "DAS BAD" im Juli 2003 auf breiter Basis therapeutisch genutzt werden. Als wichtiges Alleinstellungsmerkmal wird es zum Erfolg des Bades einen wesentlichen Beitrag leisten. In Merzig, der "Stadt mit mehr Möglichkeiten", verbinden sich damit ein weiteres Mal positive Merkmale wie reizvolle Lage, gute Umweltqualität mit einem Grünflächen-anteil von über 80 Prozent und ein reiches Kultur- und Veranstaltungsleben zu hoher Wohn- und Lebensqualität. Nicht umsonst wurde bereits 1997 für den Stadtteil Besseringen die staatliche Anerkennung als Erholungsort ausgesprochen, für die Bietzerbergstadtteile ist dieses Prädikat ebenfalls angestrebt. Die Bietzener Heilquelle bietet mit ihrer Fülle therapeutischer Einsatzmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt eine hervorragende Möglichkeit zur Gesundheitsvorsorge und Therapie, bedeutet darüber hinaus aber auch eine große Chance für die touristische Entwicklung der Stadt.

Was ist das Heilwasser?

Natürliches Heilwasser ist Teil des immerwährenden Wasserkreislaufs unserer Erde. Regenwasser dringt in die Erde ein, durchsickert verschiedene Gesteinsschichten und reichert sich in Jahrtausenden in tiefen Erdschichten mit Mineralien an. Durchfließt es auf seinem Weg ins Erdinnere vulkanisches Gestein, nimmt es Kohlensäure auf, aus Kalkstein löst es Hydrogenkarbonat und aus mineralischem Gestein Natrium, Kalzium oder Magnesium. Solch ein Wasser ist unverwechselbar und auf Grund seiner speziellen Kombination aus Mineralstoffen und Spurenelementen ganz besonders wertvoll für unseren Organismus.

Die gesundheitsfördernde Wirkung eines Heilwassers liegt im Besonderen in seinen Bestandteilen, und so macht erst die für eine Quelle so charakteristische Kombination der verschiedenen Mineralstoffe die besondere Wirkung im Organismus aus. Diese einzigartige Wirkstoffkombination ist es, die belebt, schützt und stärkt. Heilwasser entfaltet eine Rundum-Wirkung. Es verhindert das Austrocknen des Gewebes, aktiviert den Energiestoffwechsel, gewährleistet den Abtransport der Stoffwechselprodukte und dämpft das Hungergefühl. Da die Mineralien im Wasser gelöst sind, können sie besonders gut vom Körper aufgenommen werden. Heilwasser sind darüber hinaus wertvolle Durstlöscher ohne Kalorien mit ganzheitlichem Nutzen für die Gesundheit.

Geschichte

Bereits im Mittelalter als Quell der Heilung bekannt

Seit vielen Jahrhunderten war die Heilquelle  den Bewohnern der umliegenden Dörfer bekannt und wurde genutzt. Im Jahr 1333 fand an dem Ort um die Quelle eine für die Geschichte Merzigs bedeutendes Ereignis statt. Hier verlief die Grenze zwischen Kurtrier und Lothringen, hier stand die Gerichtslinde, und hier wurde am 19. Januar 1333 ein Mannengericht abgehalten, bei dem es um die Klärung der Gebietsansprüche der fürstlichen Landesherren ging. Der trierische Erzbischof und Kurfürst Balduin forderte den Herzog von Lothringen, mit dem er im Streit um die Herrschaftsrechte über das Merziger Land lag, auf, seine Ansprüche geltend zu machen. 

Die Bietzener Salzquelle, so der Name einst, war Gegenstand zahlreicher ärztlicher Empfehlungen, und viele Merziger zapften und tranken regelmäßig von dieser Quelle und verspürten die heilende Wirkung. Die Quelle versiegte jedoch, als im Rahmen des Saarausbaus das Gelände angehoben wurde. Eher zufällig wurde die Quelle wieder angebohrt, als für die Wasserversorgung der Gemeinden am Bietzer Berg bei den bekannten Grund-wasservorkommen nach neuen Wasservorräten gesucht und gebohrt wurde. 1961 wurde die Aufschlussbohrung Bietzener Wiesen 162 m tief bis in den Mittleren Buntsandstein niedergebracht. Für die Aufbereitung als Trinkwasser war der Mineralgehalt jedoch zu hoch. Mit anderen Worten: Die Quelle ist für die Trinkwasseraufbereitung zu kostbar und wurde deshalb bis zum Hauptwassereintritt in 70 m Tiefe abgedichtet.

In den 80er Jahren wurde dieser Bodenschatz genauer untersucht. Die Stadtwerke Merzig kauften im November 1985 das Grundstück, pumpten 14 Tage lang unablässig Quellwasser an die Oberfläche und gaben dann eine Wasseranalyse an das Institut Fresenius in Auftrag. Im Jahr 1993 wurde der Förderkreis Bietzener Heilquelle gegründet, der sich seither mit großem Engagement für die Belange der Heilquelle einsetzt.

Der Deutsche Wetterdienst gelangte in einem Klimagutachten zu dem Ergebnis, dass Merzig in einem klimatisch und landschaftlich bevorzugten Gebiet liegt und insoweit das Prädikat "Erholungsort" verdient habe.

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