Gustav Regler aus den 40er Jahren

Gustav Regler

Der Lebenslauf Reglers liest sich selbst wie ein Abenteuerroman: als Sohn eines Merziger Buchhändlers wurde er hineingeboren in eine Zeit großer Umbrüche und des Widerstreits der Weltideologien... 

Gustav Regler

Gustav-Regler

1937 in Paris

Gustav Regler, am 25. Mai 1898 in Merzig geboren, ist nicht nur der berühmteste Sohn der Stadt, sondern auch der bedeutendste saarländische Schriftsteller. Seine Bücher wurden in mehrere Sprachen übersetzt und sind in fast 50 Ausgaben in aller Welt erschienen. 1960 verlieh man ihm als ersten Schriftsteller den Kunstpreis des Saarlandes.

Der Lebenslauf Reglers liest sich selbst wie ein Abenteuerroman: als Sohn eines Merziger Buchhändlers wurde er in eine Zeit großer Umbrüche und des Widerstreits der Weltideologien hineingeboren. 
1929 trat Regler als Gegner der Nazis der KPD bei. Der  Kampf gegen den Faschismus wurde das entscheidende Motiv von Reglers schriftstellerischer Tätigkeit und seinen Aktivitäten in den 30er Jahren. Bereits seit November 1934 stand Regler auf der Ausbürgerungsliste des Deutschen Reiches. Er engagierte sich für den Status quo gegen Hitler im Saargebiet. Nach dem Abstimmungsergebnis musste er auch von dort endgültig ins Exil fliehen. 1936 schloss er sich als Freiwilliger den Internationalen Brigaden zur Verteidigung der spanischen Republik an und wurde schwer verwundet. In Spanien begann auch seine Freundschaft mit Ernest Hemingway.
Nicht zuletzt unter dem Eindruck des Hitler-Stalin-Paktes brach Regler 1939 mit der KP. 1940 konnte er nach Mexiko emigrieren.
Ab Beginn der 50er Jahre hielt sich Regler zunehmend wieder in Europa auf, arbeitete an verschiedenen Romanen, die auch größtenteils publiziert wurden. Ebenso wurden Rundfunkbeiträge und Filme von ihm gesendet.    
Großes Echo über Deutschland hinaus fand Regler 1958 mit seinem autobiographischen Bericht  „Das Ohr des Malchus“.
Gustav Regler starb am 14. Januar 1963 auf einer Reise in Neu-Dehli / Indien. Seine letzte Ruhestätte fand er auf dem Propsteifriedhof Merzig.

Auch nach seinem Tode hält die Resonanz auf sein Leben und Werk an.
1978 wurden in Merzig zu Reglers 80. Geburtstag eine literarische Matinée und eine Ausstellung über Leben und Werk des Schriftstellers ausgerichtet, die auf großes Interesse stieß. Im gleichen Jahr wurde an der Universität des Saarlandes die Gustav-Regler-Forschungsstelle eingerichtet (heute integriert im Literaturarchiv Saar-Lor-Lux-Elsaß), deren erste Deposita aus Kopien aus den  Beständen des 1975 gegründeten Gustav-Regler-Archivs der Familie Regler bestanden. 
Das Literaturarchiv betreut auch die Gustav-Regler-Werkausgabe, deren Bände seit 1994 erscheinen. Drei Filme wurden vom Saarländischen Rundfunk über Gustav Regler gedreht: "Merzig - Moskau - Mexiko" (1972), "Brennendes Herz" (1996) und „Den Himmel auf Erden suchen“ (2011). 
Plätze und Straßen im Saarland sind nach ihm benannt. In Merzig erinnert  auf dem Gustav-Regler-Platz am Seffersbach ein Gedenkstein an den Schriftsteller. 

Fotos und Originaldokumente in Kopie sowie Ausgaben seines umfangreichen literarischen Schaffens hat die Stadtbibliothek Merzig zu einer umfangreichen „Sammlung Gustav Regler“zusammengetragen, die für Wissenschaftler und interessierte Laien zur Verfügung steht. 
Zum 100. Geburtstag Reglers 1998 hatte die Kreisstadt Merzig, gemeinsam mit der saarländischen Landesregierung, der Universität des Saarlandes, dem Saarländischen Rundfunk, den saarländischen Schriftstellerverbänden und der Familie Regler ein Veranstaltungsjahr mit einer Fülle von Aktivitäten ins Leben gerufen. 

Um Regler auch über dieses Veranstaltungsjahr hinaus in seiner wichtigen Rolle als bedeutender deutscher Exilliterat zu würdigen und Anstöße für das literarische Schaffen anderer Autoren zu geben, haben die Kreisstadt Merzig den mit 10.000 € dotierten Gustav-Regler-Preis und der Saarländische Rundfunk den mit 4.000 € dotierten Gustav-Regler-Förderpreis ins Leben gerufen. Unterstützt wird die Vergabe des Hauptpreises durch das Programm „Courage“ des Ministeriums für Bildung und Kultur des Saarlandes. Die Preise werden alle drei Jahre verliehen. Die nächste Preisverleihung findet im Mai 2017 statt.

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