Der Nachtwächter war zu Gast auf dem Merziger Weihnachtsmarkt

Montag, 18 Dezember 2017

„Hört ihr Leut und lasst euch sagen, unsere Glock hat 6 geschlagen. In 6 Tagen schuf Gott die Welt, da war alles wohlbestellt.“ Mit diesen Worten begann der Nachtwächter an zwei Tagen des Merziger Weihnachtsmarktes seine Schicht. Nach vielen Jahren ohne Nachtwächter war in diesem Jahr erstmals wieder ein Nachtwächter in der Merziger Innenstadt unterwegs. Dem Nachtwächter folgten viele Merziger Bürgerinnen und Bürger, aber auch Gäste des Weihnachtsmarktes aus der Region bei seinen Rundgängen am 7. und 15. Dezember 2017.

Der Nachtwächter machte an den beiden Tagen seine einstündige Runde durch die Fußgängerzone und vorbei am Seffersbach zurück zum historischen Rathaus. Er erzählte den begeisterten Zuhörern, dass er das Horn braucht, um auf sich aufmerksam zu machen, die Hellebarde, um sich wehren zu können und seine Laterne mit dem Licht, um auch gesehen zu werden. So werde in der Nachtwächterverordnung von 1643 die Arbeit eines Nachtwächters beschrieben.

In der dunklen Zeit des Mittelalters gab es noch keinen Strom und so war es die Aufgabe des Nachtwächters die Straßenlaternen anzuzünden und am Morgen wieder zu löschen. Der Nachtwächter hatte für Sicherheit und Vertrauen zu sorgen und hielt dabei das sogenannte lichtscheue Gesindel aus der Stadt. Dabei war es auch seine Arbeit, Trunkenbolde nach Hause zu bringen oder ins Gefängnis zu stecken.

Im Rahmen seines Rundganges erzählte er aber nicht nur von sich, sondern er zeigte den mitgehenden Besuchern der Stadt und des Weihnachtsmarktes auch besonders geschichtsträchtige Bauten. So beschrieb er das 100-jährige Haus der Ronellenfitschs und das Gustav-Regler-Haus. Er brachte den Zuhörern die Geschichte der Kirche St. Peter und die dazugehörigen Häuser näher. Und am Seffersbach beschrieb er dessen Nutzen und Geschichte. Beendet wurde der Rundgang am Stadthaus mit dem „Gedicht zum Nachtwächter“. 

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