Gedenken an die Opfer von Kriegen am Volkstrauertag

Montag, 20 November 2017

Mit einer Gedenkveranstaltung und einer Kranzniederlegung erinnerte die Kreisstadt Merzig am Volkstrauertag, 19. November, an die Kriegsopfer aller Nationen. Anwesend waren neben Bürgermeister Marcus Hoffeld, der Erste Beigeordnete der Kreisstadt, Dieter Ernst, die Beigeordnete Rosi Gruhn und Merzigs Ortsvorsteher Manfred Klein. Ebenso nahmen die Vertreter des VdK-Ortsverbandes Merzig und der Vorsitzende des VdK-Kreisverbandes Merzig-Wadern, Lutwin Scheuer, die Merziger Feuerwehr und das Fallschirmjägerregiment 26 der Bundeswehr an der Gedenkfeier teil.
„Bereits seit 1922, also seit 95 Jahren, versammeln sich in Deutschland am heutigen Volkstrauertag überregional die Menschen“, begrüßte Bürgermeister Marcus Hoffeld die versammelten Bürgerinnen und Bürger in der Trauerhalle des Friedhofs Propsteistraße. Der Volkstrauertag wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um den Kriegstoten aus dem Ersten Weltkrieg zu gedenken. „Damals, vor fast 100 Jahren, hatte wohl niemand sich vorstellen können, dass im Jahr 2017 ein deutscher Staatschef, den man nun Bundespräsident nennt, mit einem französischen Staatspräsidenten gemeinsam der Kriegsopfer gedenken würde“, erklärte Marcus Hoffeld und verwies damit darauf, dass sich beide Nationen in zwei Weltkriegen als Feinde gegenüber standen, heute aber als Freunde gemeinsam um die Opfer trauern. Ebenso konnte wohl niemand erahnen, dass im November 2017 deutsche und englische Fußball-Nationalspieler bei einem Freundschaftsspiel der Kriegstoten gedenken, da sich am 11. November der Waffenstillstand jährte.
„Der Volkstrauertag erinnert uns an die gewaltsamen Brüche des 20. Jahrhunderts. Er erinnert an die Toten, die ihr Leben verloren haben. Und er erinnert an die Trauernden, die zurückgeblieben sind mit ihrem Verlust“, sagte der Bürgermeister. 
„Der Volkstrauertag ruft uns ins Gedächtnis, wofür Menschen – für uns heute unvorstellbar – gekämpft haben und gestorben sind“, beschwor Hoffeld. Diese Kriege und Opfer dürfen nicht vergessen werden, denn sie sind Teil unserer Geschichte. Gleichzeitig sei es seinen Worten nach nicht selbstverständlich, dass man sich heute von dem Gedanken der europäischen Verständigung und von der friedlichen Konfliktlösung leiten lassen will, um weiterhin Kriege zu verhindern und Frieden zu fördern. Daher sei das auch die Botschaft, mit der man selbst weit entfernt von kriegerischen Auseinandersetzungen in Deutschland, im Saarland und in Merzig, friedlich zusammenleben soll. „Denn alle Menschen, die auch in unserer Stadt friedlich leben, sind unabhängig von ihrer Herkunft, ihrer Hautfarbe und ihrer Religionszugehörigkeit Teil unserer Gesellschaft und unserer Stadt“, bekundete Merzigs Bürgermeister. So mahnt der Volkstrauertag in der Stunde des Totengedenkens zu Frieden in der Welt und vereint zeitgleich die Völkergemeinschaft. Dies sei notwendig, um darüber nachzudenken, was jeder einzelne heute für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit aktiv tun kann. 
Im Anschluss daran hielt der Bürgermeister zusammen mit den Anwesenden ein Totengedenken und rief all jene in Erinnerung, die aufgrund von Kriegen ihr Leben lassen mussten oder unter den Folgen litten. Hiernach bedankte sich der Verwaltungschef auch im Namen von Dieter Ernst und Manfred Klein bei allen für ihre Teilnahme an diesem Gedenktag und bei dem Fallschirmjägerregiment 26, der Merziger Feuerwehr, sowie dem VdK Orts- und Kreisverband. Sein Dank ging darüber hinaus auch an Anja Zürn, die die Gedenkveranstaltung vorbereitet hat. 
Anschließend folgte die Kranzniederlegung des Bürgermeisters und dessen Stellvertreters Dieter Ernst, sowie die des VdK Ortsverbands Merzig und des Bundesministeriums für Verteidigung durch das Fallschirmjägerregiment 26.  
Untermalt wurde die Veranstaltung durch den Chor des Peter-Wust-Gymnasiums, die gefühlvolle Lieder in Gedenken an die Kriegsopfer sangen. Mit „Am seidenen Faden“ von Tim Bendzko erinnerten sie daran, dass jeder Atemzug nur an einem Faden hängt und gedachten mit „Memories“ (Erinnerungen) von Gentleman an alle verstorbenen Kriegsopfer. Zudem sangen sie die Liedzeilen von Eric Bogles „Green Fields of France“, das der schottische Sänger in Gedenken an einen jungen Mann, der im Ersten Weltkrieg fiel, 1976 komponiert hat. Dabei zeigte sich, dass die Schrecken des Krieges bis heute anhalten und jeglicher Krieg verhindert werden muss.

 

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